Fußball
Lauter Knall in der Kabine
Er war richtig laut, der Schrei, der aus der Kabine des FC Arminia Ludwigshafen nach draußen drang. Kurz danach folgte ein lauter Knall. Tritte gegen irgendetwas Metallenes. Die Fußballer der Arminia hatten sich nach dem 3:1-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern II in der Kabine versammelt, um die Lage zu checken. Trainer Andreas Brill wusste es vor ihnen, versuchte es ihnen schonend beizubringen, was er gerade erfahren hatte: Der SV Auersmacher, der große Konkurrent um den wichtigen fünften Platz, hinter dem der Strich für die Aufstiegsrunde ist, hatte zeitgleich sein Spiel bei Hertha Wiesbach mit 5:0 gewonnen. Das bedeutete, dass Ludwigshafen auf Platz sechs bleibt und damit in die Abstiegsrunde gerutscht ist – trotz des klaren Sieges im letzten Spiel der Vorrunde.
Benny Früh, Trainer der U21 des 1. FC Kaiserslautern, registrierte die Schreie – „das ist Scheiße, Mann“ - und den Knall, als irgendetwas in der Kabine einen emotionalen Tritt abbekommen hatte. Aber seine Gedanken waren mehr bei den Jungs in seiner Kabine, denn auch die waren richtig geknickt. „Wir wollten 42 Punkte holen, damit wir mit keinem allzugroßen Rückstand auf die Erstplatzierten der Nordgruppe in die Aufstiegsspiele gehen.“
Der Pausenknick
Die zwei ersten Gegentore ärgern ihn besonders. Das erste nach einem Eckball, als Nico Pantano mit einem Fallrückzieher die Kugel an die Latte legte und Lukas Kebernik vollstreckte (12.), das zweite, als eine Flanke „schlecht verteidigt“ wurde. Matteo Monetta war dann frei zum Kopfball hochgestiegen (31.). „Aber man hatte das Gefühl, dass da was geht.“ Doch nach der Pause habe sein Team alles, was es sich vorgenommen hatte, nicht umgesetzt und Ludwigshafen habe verdient gewonnen.
Auf einem Platz, den der Co-Trainer des FCK II gut kennt: Sebastian Lindner, der die Jugendmannschaften des FCK durchlief bis zur damaligen U23, stand drei Jahre lang für die Arminia auf genau jenem Platz, der Bezirkssportanlage, die am Sonntag mit 287 Zuschauern gefüllt war. Nach seiner Zeit als Spielertrainer bei Olympia Lorsch ist er jetzt Co-Trainer auf dem Fröhnerhof, zunächst bis Saisonende, mit der Hoffnung auf Verlängerung.
Hoffnung hatte auch Pantano vor und kurz nach dem Spiel. Der Kapitän der Armina hatte alles gegeben, hatte die ersten beiden Tore vorbereitet, sich immer wieder ins Getümmel geworfen, es auch mit drei Gegenspielern aufgenommen und sich dabei auch durchgesetzt.
Der absolute Wille
„Man hat gesehen, dass bei jedem der absolute Wille da war. In den letzten Spielen hat man auch gesehen, dass der Wille da war, aber heute war es vielleicht ein bisschen mehr und da hatten wir auch das nötige Glück, dass ein Ball reingeht, der manchmal nicht reingegangen ist.“ Das Spiel war für ihn in mehrerlei Hinsicht ein besonderes. Natürlich wegen des großen Ziels, aber auch, weil der Gegner der FCK war. Der Verein, bei dem er selbst mal gespielt hat, auch wenn es, wie er sagt, lange her ist (2012/13, bevor er nach Idar-Oberstein und dann nach Ludwigshafen wechselte). „Ich bin auch FCK-Fan“, gesteht er. Und schickt ein Kompliment an das Nachwuchsteam. „Das sind alles super Fußballer. Da will man sich natürlich messen. Da gibt man vielleicht ein paar Prozent mehr, die man vielleicht im einen oder anderen Spiel unbewusst nicht gibt.“
Die mannschaftliche Geschlossenheit, dass sein Team abgezockter gewesen sei, habe den Ausschlag gegeben. „Und dann haben wir gut gespielt“, sagte Pantano mit einem Grinsen und zu dem Zeitpunkt noch mit der Hoffnung, dass es gereicht hat. Doch es sollte anders kommen.
Dass es mit der Aufstiegsrunde klappt, sei der Anspruch gewesen. Dass es nicht geklappt hat, sei traurig, aber die Welt geht nicht unter, sagt er und erklärt, wie es jetzt weitergeht: „Wir spielen die Runde sauber zu Ende. Wir haben immer noch den Pokal, dann fokussieren wir uns jetzt erst mal da drauf.“