Kaiserslautern Kaiserslautern: Erstes Parkhaus für die Technische Universität

Parkplätze sind Mangelware an der TU.
Parkplätze sind Mangelware an der TU.

An der Trippstadter Straße soll 2019 ein Parkhaus mit 350 Stellplätzen entstehen. Ob das reicht, um die temporäre Parkplatznot zu mindern, ist offen.

Seit auf dem Unigelände das neue LASE-Forschungsgebäude hochgezogen wird, brauchen Autofahrer Geduld bei der Parkplatzsuche, weil Stellplätze weggefallen sind. Die Diskussion über ein Parkraumbewirtschaftungskonzept kommt immer wieder auf, wie es gehen könnte, steht aber noch nicht fest. „Wir denken darüber nach“, sagt Präsident Helmut Schmidt. „Aber dann müssten wir an den Zufahrten Schranken anbringen. So richtig gefallen würde mir das nicht. Der offene Campus ist auch Symbol dafür, dass die Technische Universität Teil der Stadt und kein Ghetto ist.“

Baubeginn voraussichtlich im kommenden Jahr

Das vier- bis fünfstöckige Parkhaus, das er sich hinter der Fußgängerbrücke entlang der Trippstadter Straße stadtauswärts wünscht – gegenüber dem Discounter Lidl – soll nach derzeitiger Planung über 350 Stellplätze verfügen. Baubeginn ist voraussichtlich im kommenden Jahr. Finanziert werden soll es laut TU-Kanzler Stefan Lorenz hälftig von Bund und Land. Die Kosten sind mit fünf Millionen Euro veranschlagt, denkbar sei eine offene Stahlkonstruktion, so der Verwaltungschef der TU. Von Seiten des Mainzer Finanzministeriums gebe es grünes Licht. Jetzt muss nur noch ein Einvernehmen mit der Stadt erzielt werden, der das Grundstück gehört. „Unser Wunsch ist es, einen Teil der Schrebergärten hinter dem Max-Planck-Institut, die zum TU-Gelände gehören, mit der Stadt zu tauschen. Alternativ käme auch eine Erbpacht-Lösung infrage“, sagt Schmidt. „Das wäre eine schöne Geste zum 50. Uni-Jubiläum im Jahr 2020.“

"Philosophenweg" vom Bahnhof zur Uni 

Ob das Parkhaus ausreicht, um das zeitweise Gerangel um Stellplätze auf dem Campus in den Griff zu kriegen, ist offen. Jürgen Brunsing, TU-Verkehrsmanager, setzt sich auch dafür ein, Bedienstete und Studenten zum Umsteigen aufs Rad oder öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Da sei zuletzt einiges in Gang gekommen. So könne beispielsweise an der Bremerstraße auf dem großen Parkplatz kostenlos geparkt werden. Die SWK-Linie 116 verkehre seit einiger Zeit im 15-Minuten-Rhythmus ab Hauptbahnhof mit Halt in der Bremerstraße von 8 bis 18 Uhr. Die Abstellsysteme für Fahrräder würden erneuert und ergänzt. Derzeit gebe es in der Trippstadter Straße keinen durchgehenden Radweg in Richtung Stadt. Das solle sich aber 2019 ändern, was ebenfalls wieder mehr Leute dazu bewegen könnte, das Rad für den Weg zur Uni zu nutzen. Brunsing hat zudem die Idee, einen Fußweg vom Hauptbahnhof zur Uni als eine Art „Philosophenweg“ anzulegen, vom Specht aus durch den Jungwald, um mehr Leute zum Laufen zu bewegen. „Wir wollen ein gesunder Campus sein“, sagt Schmidt. Damit verknüpfe er das Plädoyer für den Fußweg zur Uni.

Bezahlmodell für Parkplätze passt nicht zu uns

1650 Parkplätze gibt es aktuell auf dem Campus, für 2200 Mitarbeiter und 10.000 Studenten. In den Semesterferien gebe es gar keine Engpässe beim Parken, sagt Schmidt. Kreuz und quer geparkt werde meist nur zum Semesterstart. „Wenn die Studenten merken, wie gut die ÖPNV-Verbindung ist, steigen sie um.“ Er selbst geht mit gutem Beispiel voran, läuft täglich von seinem Haus auf dem Lämmchesberg zum Verwaltungsturm. Kanzler Lorenz kommt im Sommer mit dem Roller aus Otterbach gefahren. Sowohl Schmidt als auch Lorenz haben kein fertiges Konzept für den Fall, dass es ohne Parkraumbewirtschaftung in Zukunft nicht gehen wird. „Es gibt da ganz unterschiedliche Lösungen“, führt Lorenz aus. An der Universität in Düsseldorf seien die Parkhäuser frei nutzbar, in Darmstadt hingegen müssten nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Studenten bezahlen, wenn sie in Uninähe parken wollten. „Wir sind eine Heimfahreruniversität“, erläutert Präsident Schmidt. Ein Bezahlmodell für Parkplätze würde dazu nicht passen.

Problem nicht auf Kosten der Studenten lösen

Asta-Referent Florian Schweizer plädierte auf RHEINPFALZ-Anfrage dafür, das Parkplatzproblem nicht auf Kosten der Studenten zu lösen. „Die haben das wenigste Geld. Viele sind Pendler, die sind auf ein Auto angewiesen, können aber keine Parkgebühren bezahlen.“ Durch die Leihfahrräder von Nextbike habe sich die Situation ein bisschen entspannt. Nextbike habe zugesichert, weitere Räder zur Verfügung zu stellen. Ursprünglich war der Bau eines Parkhauses auf dem Unigelände geplant, neben dem Felix-Klein-Zentrum in der Paul-Ehrlich-Straße. Das war der Hochschulleitung aber deshalb nicht recht, weil sie dieses Filetgrundstück angesichts von kaum noch freien Flächen auf dem Campus lieber für den Bau eines weiteren Forschungsgebäudes freihalten würde. „Der Campus ist komplett unterkellert, da liegen die ganzen Versorgungsleitungen, eine Erschließung wäre leicht“, verdeutlicht Schmidt die Vorteile.
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