Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Atlantische Akademie stellt „gewisse Trump-Müdigkeit“ fest

Hat die politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten stets im Blick: Sarah Wagner von der Atlantischen Akademie. Foto: G
Hat die politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten stets im Blick: Sarah Wagner von der Atlantischen Akademie.

Um den schillernden US-Präsidenten Donald Trump wird es einfach nicht leiser. Regelmäßig sorgt er für Schlagzeilen – und für Arbeit in der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz, die das Treiben auf der anderen Seite des Großen Teichs verfolgt. Die Expertise aus Kaiserslautern ist gefragt.

„Die Nachrichtendichte und die Nachrichtenschnelle haben zugenommen“, sagt Sarah Wagner, Bildungsreferentin bei der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz, die im Rathaus Nord ihren Sitz hat. Das Team aus fünf Mitarbeitern blickt von dort aus nach Amerika, verfolgt die Politik in dem Land intensiv. Allein das Personalkarussell in der amerikanischen Regierung im Überblick zu behalten, könne zeitweise eine tagesfüllende Aufgabe sein. Zudem seien bereits jetzt „alle Augen auf das Wahljahr 2020 gerichtet“, schildert Wagner. „Allein die Demokraten haben derzeit 18 Bewerber für die Präsidentschaftswahlen im Rennen. Darunter ist viel interessantes Personal.“

Die Akademie will im Tagesgeschäft auch andere Schwerpunkte setzen

Die Kandidaten kennenzulernen und ihre Positionen zu verinnerlichen, das sei momentan ein Schwerpunkt bei der Atlantischen Akademie. Deren Team ist in ganz Rheinland-Pfalz unterwegs und als Informationsquelle auch bei Politikern beliebt, weiß Wagner aus Erfahrung. Das allgegenwärtige Thema Donald Trump nerve allmählich ihre Kunden und Zielgruppen – unter anderem Schulen. Wagner: „Ja, eine gewisse Trump-Müdigkeit ist spürbar.“ Deswegen versuche man seit einiger Zeit gegenzusteuern, den Fokus nicht immer nur auf den Präsidenten zu legen. „Wir beleuchten momentan auch die Lage in Venezuela oder das Thema Frauen im Kongress“, erläutert Wagner. Es sei herausfordernd für die Atlantische Akademie, „Trump nicht auszublenden, aber ihn auch nicht in den Mittelpunkt zu stellen“.

Direktor David Sirakov ständig unterwegs

Die Arbeit der Einrichtung im Rathaus Nord kommt bei den Rheinland-Pfälzern offenbar gut an. „Die transatlantischen Beziehungen interessieren die Menschen“, freut sich Wagner. Als Beleg fügt sie an, dass in den vergangenen Monaten viele neue Mitglieder in den Verein, als solcher ist die Atlantische Akademie organisiert, eingetreten sind. Wagner: „Und unser Praktikumsplatz ist bis Ende 2020 ausgebucht.“ Direktor David Sirakov sei ständig unterwegs und mit seiner Expertise gefragt. „Das motiviert uns sehr“, sagt Wagner, „gerade die wachsende Mitgliederanzahl ist ein erkennbares Zeichen, dass unsere Arbeit geschätzt wird.“

Ende Mai geht’s in einer Delegation anlässlich einer „Charmeoffensive“ nach Columbia im US-Bundesstaat South Carolina. Wagner: „Wir dürfen dort eine Ausstellung zum Thema 100 Jahre Amerikaner in Rheinland-Pfalz eröffnen, und wir knüpfen hoffentlich viele Kontakte.“ Daheimgebliebene werden über Instagram und Twitter über die Reise informiert – der Haschtag dazu lautet #wunderbartogether.

Schüler stellen auch unangenehme Fragen

Nach Wagners Erfahrung, sie ist im Jahr an mehr als 20 Schulen als Referentin zu Gast, interessieren sich die Schüler sehr für Politik: „Die sind sehr aufgeweckt und man sollte die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht belächeln.“ Als Beispiel nennt sie den Besuch der US-Generalkonsulin vor kurzem in Kaiserslautern: „Bei einer Fragerunde mit Schülern wurden ihr auch unangenehme Fragen gestellt, die selbst Profis so nie stellen würden.“ Im Nachgang ihres Besuchs habe sich die Diplomatin gerade zur Frage-und-Antwort-Runde mit den Schülern des Hohenstaufen-Gymnasiums positiv geäußert.

Trump-Besuch in der Pfalz unwahrscheinlich

Dass der oberste Dienstherr der Generalkonsulin, US-Präsident Donald Trump, zu einem Besuch in die Pfalz kommt, glaubt Wagner nicht: „Das würde mich wirklich überraschen. In den USA sind jetzt schon alle Augen auf die Wahlen 2020 gerichtet.“ Da bleibe wohl keine Zeit für einen Abstecher zu den Wurzeln der Familie Trump im pfälzischen Kallstadt. Umgekehrt wird die Pfalz, allen voran die Atlantische Akademie, die Geschehnisse in Amerika weiter genau im Auge behalten – und im Internet, in Büchern und in sozialen Netzwerken darüber berichten.

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