Fußball
Fritz-Walter-Cup: „Golden Goal“ führt Kaiserslauterer HHG-Mädchen zu Landestitel
Insgesamt 74 Qualifikationsturniere hat es gebraucht, um aus 354 Teams die 15 Finalteilnehmer im Fritz-Walter-Cup zu ermitteln. Knapp 3000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 2011 und jünger aus Gymnasien, Gesamtschulen, Realschulen, Realschulen Plus und Förderschulen in Rheinland-Pfalz waren bei diesem prestigeträchtigen Wettbewerb dabei.
Kein Wunder also, dass sich hochrangige Vertreter aus Sport und Politik zu diesem Anlass ein Stelldichein gaben. So begrüßte Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Teilnehmenden. Der rheinland-pfälzische Arbeits- und Sozialminister Alexander Schweitzer, gleichzeitig Vorsitzender der Fritz-Walter-Stiftung, strahlte über das ganze Gesicht, als er die nahezu vollbesetzten Ränge in der Barbarossahalle erblickte. Lehrer, Eltern und Mitschüler unterstützten nach Kräften ihre Schulmannschaften. Gewonnen haben, so Schweitzer augenzwinkernd, ohnehin alle Anwesenden: „Schließlich ist heute schulfrei.“
Ministerpräsidentin Malu Dreyer schaut vorbei
Diesen schulfreien Tag nutzten die Teams denn auch, um auf dem Parkett ihre Höchstleistungen abzurufen. Für die drei Schiedsrichter Fabian Jutzi, Luca Kevin Dieterich und Finn Subal gestaltete sich der Tag als große Herausforderung, da in den drei Wettbewerben Jungen, Mädchen und Förderschulen jeweils unterschiedliche Auslegungen der Futsal-Regeln galten. Trotz enger Spiele, speziell in den Finalrunden, verlief das Turnier überaus fair. Es musste keine einzige Zeitstrafe ausgesprochen werden.
Im Wettbewerb der Förderschulen setzte sich die Berggarten-Schule Siershahn gegen die Nardini-Schule Germersheim und die Meulenwald-Schule Schweich durch. Bei den Jungs stürmten das Geschwister-Scholl-Gymnasium Ludwigshafen und das Gymnasium Kirchberg ins Finale, das nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 1:1 stand. Im Entscheidungsschießen hatten die Vorderpfälzer dann die Nase vorn.
HHG-Mädchen müssen technische Lösungen finden
Hochspannend gestaltete sich auch das Endspiel der Mädchen. Das als Mitfavorit gestartete Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern setzte sich in der Gruppenphase gegen das Mons-Tabor-Gymnasium Montabaur (3:0) und das Thomas-Morus-Gymnasium Daun (2:1) durch. Auch der Gegner im Halbfinale, das St.-Josef-Gymnasium Biesdorf, konnte beim deutlichen 0:3 die Mädchen aus Kaiserslautern nicht stoppen, obwohl das von Markus Berndt und Martin Maaß betreute Team erneut ohne Ersatzspielerinnen auskommen musste. Auch körperlich – nur ein Mädchen gehört dem älteren Jahrgang an – musste sich die Mannschaft strecken und „technische Lösungen finden“, wie Berndt später analysierte.
Im Finale gegen das Gymnasium auf dem Asterstein Koblenz stand es nach zwölf Minuten trotz leichter Feldüberlegenheit der HHG-Mädchen 0:0. In der dreiminütigen Verlängerung gelang Clara McHugh, die in der Winterpause aus Kottweiler-Schwanden zu den D-Juniorinnen des 1. FC Kaiserslautern wechselte und „nebenbei“ im D-Juniorenteam des SFC Kaiserslautern am Ball ist, das „Golden Goal“ und damit die Entscheidung. Die glänzende Vorarbeit kam von Greta Wagner, die im Team der D-Junioren des FC Homburg aktiv ist. Ihre Schwester Emma (1. FC Saarbrücken), ebenfalls eine ehemalige HHG-Schülerin, steht aktuell im erweiterten Kader der U19-Nationalmannschaft.
Noch freie Plätze beim schulischen HHG-Projekt
„Insgesamt war der Turniererfolg aufgrund unserer Spielanlage hochverdient“, freute sich Markus Berndt nach dem Gewinn des Fritz-Walter-Cups, der einmal mehr den Ruf des Heinrich-Heine-Gymnasiums als Talentschmiede bestätigte. Tagtäglich arbeiten die Trainer und Lehrkräfte daran, weitere Mädchen für den Fußball zu begeistern und in das schulische Förderprojekt einzubinden. „Es gibt freie Plätze“, verrät Berndt.
Am Ende stand die Prominenz Spalier für alle 15 Mannschaften, die am Landesfinale teilgenommen haben: Oberbürgermeisterin Beate Kimmel, Staatsminister Alexander Schweitzer, hochrangige Vertreter des 1. FC Kaiserslautern wie Rainer Keßler, Wolfgang Erfurt, Ottmar Frenger, Geschäftsführer Thomas Hengen, NLZ-Leiter Uwe Scherr, Olympiasiegerin Miriam Welte, ehemalige Spieler wie Sepp Stabel und Oliver Schäfer oder Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner ermunterten den Fußballnachwuchs, die von Fritz Walter gelebten Werte ins Heute zu übertragen.