Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Fast wäre dem TuS Dansenberg der Coup gelungen

 Johannes von der Au von der HSG versucht Dansenbergs Jan Claussen aufzuhalten.
Johannes von der Au von der HSG versucht Dansenbergs Jan Claussen aufzuhalten.

Als der TuS Dansenberg im Heimspiel gegen den Tabellendritten HSG Rodgau Nieder-Roden in der Schlussphase mit 27:26 (55.) in Führung lag, schien sich eine faustdicke Überraschung anzubahnen. Doch es lief anders als erhofft.

Drittligist TuS Dansenberg führte gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden mit 27:26 (55.), die Halle bebte. Fünf Minuten und eine Rote Karte später standen die Schwarz-Weißen beim 27:28 (14:15) mit leeren Händen da und sind nun Vorletzter.

In einer Partie, die keinen Verlierer verdient hatte, sah es am Samstag aus Sicht der abstiegsbedrohten Hausherren lange nach einem Überraschungscoup aus. Das Spiel wurde ab Mitte der zweiten Halbzeit (23:23/45.) von beiden Abwehrreihen dominiert. Dansenberg ging durch einen Doppelschlag von Jan Claussen und Kapitän Sebastian Bösing mit 25:23 (47.) in Front und durfte von zwei wichtigen Punkten im Kampf um den Klassenerhalt träumen. Da die Schwarz-Weißen bis zum Ende der Partie nur noch ein einziges Tor erzielten, quittierten sie die erste Heimniederlage unter Trainer Theodoros Megalooikonomou, unter dessen Regie die jüngsten beiden Spiele in eigener Halle siegreich gestaltet wurden.

Die Schlüsselszene ereignete sich 18 Sekunden vor dem Ende, als Vrano Vujovic nach einem missglückten Abwehrversuch seine dritte persönliche Zeitstrafe erhielt und damit vorzeitig zum Duschen musste. Die Rote Karte gegen den Kroaten verschaffte den Gästen für den letzten Angriff der Partie eine Überzahlsituation, die quasi mit dem Schlusspfiff zum spielentscheidenden Treffer führte.

Die bittere Wahrheit

Während die Baggerseepiraten ausgelassen den Sieg feierten, herrschte im Lager des TuS Dansenberg große Niedergeschlagenheit. Die Situation am Tabellenende hat sich durch die Niederlage weiter zugespitzt. Sieben Spieltage vor dem Saisonende stehen die Westpfälzer punktgleich mit dem TV Homburg und der TSG Haßloch auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Rückstand auf Rang zehn beträgt allerdings nur zwei Punkte.

Trotz der vermeidbaren Heimniederlage ist der Aufwärtstrend unter Megalooikonomou, der die Mannschaft erst vor wenigen Wochen übernommen hatte, unverkennbar. Die Handschrift des Trainers ist klar zu erkennen, von fünf Spielen unter seiner Regie wurden zwei gewonnen. Vor allem im Angriff zeigte sich das Team zuletzt verbessert. Megalooikonomou ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, aus einer Ansammlung von Einzelspielern wieder eine Mannschaft zu formen, die bereit ist, bis zur letzten Sekunde zu kämpfen.

Den Tabellendritten beeindruckt

Dass das letzte Wort im Kampf um den Klassenerhalt noch nicht gesprochen ist, hat die Mannschaft mit ihren jüngsten Auftritten deutlich gemacht. Gegen den haushohen Favoriten Nieder-Roden präsentierte sich das Team über 60 Minuten auf Augenhöhe, war bis zur Mitte der ersten Halbzeit sogar die spielbestimmende Mannschaft und lag nach fünf Minuten mit 4:1 in Front. Die Schwarz-Weißen spielten wie aus einem Guss und bauten ihre Führung auf sechs Tore aus (11:5/13.) aus. Nieder-Roden war vom starken Auftritt des Abstiegskandidaten sichtlich beeindruckt und fand in dieser Phase nicht zu seinem Spiel. Der Tabellendritte biss sich an der Abwehr ein ums andere Mal die Zähne aus und schaffte es so gut wie nie, zu einfachen Toren zu kommen. Bis zur Mitte der ersten Hälfte war Dansenberg klar tonangebend, ließ Ball und Gegner laufen und konnte einen komfortablen Vorsprung für sich verbuchen (13:8/16.). Mit fortschreitender Spieldauer wurden die Gäste stärker und kämpften sich entschlossen in die Partie zurück. Mit einem 7:1-Lauf zum 15:14-Halbzeitstand drehte die HSG das Spiel und lag in der 35. Minute mit 19:16 in Front. Von da an bekamen die Zuschauer ein umkämpftes Spiel zu sehen, in dem die Führung noch mehrfach wechselte.

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