Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Band Saltatio Mortis führt mit „Für Immer Frei“ die deutschen Album-Charts an

Freuen sich darauf, den Erfolg mit ihren Fans zu feiern: Saltatio Mortis. Mit Alea (Dritter von rechts) gehört ein gebürtiger Ka
Freuen sich darauf, den Erfolg mit ihren Fans zu feiern: Saltatio Mortis. Mit Alea (Dritter von rechts) gehört ein gebürtiger Kaiserslauterer dazu.

Man konnte es nach den vorangegangenen Erfolgen fast schon erwarten und dennoch ist es eine überraschende, grandiose Sache: Die Mittelalter Rock-Band Saltatio Mortis mit dem Kaiserslauterer Frontmann Jörg Roth (alias Alea der Bescheidene) steht seit letzter Woche mit ihrer aktuellen Veröffentlichung „Für Immer Frei“ auf Platz eins der deutschen Album-Charts. Es ist ihre vierte Produktion in Folge auf dieser Position. Das hat vor ihnen in dieser Form wohl noch niemand geschafft.

Satte zwanzig Jahre soll es die Formation schon geben? War es nicht erst letztens, als die Jungs an staubigen Straßenecken im Irgendwo mit Dudelsack und Sackpfeife für ein paar in die Hüte geworfene Münzen spielten? Nein, Saltatio Mortis kann tatsächlich schon auf zwei Jahrzehnte Bandgeschichte zurückblicken – und wie kaum ein anderes hat das Ensemble in dieser Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung mitgemacht. Ihr nunmehr 14. Studioalbum zeugt in besonderer Weise von diesem Prozess.

Der Titel „Für Immer Frei“ ist dabei nicht zufällig gewählt, denn alle Stücke haben auf ganz unterschiedliche Weise etwas mit dem Thema „Freiheit“ zu tun – sei es in persönlicher Hinsicht oder mit Blick auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Da gibt es Erinnerungen an lange zurückliegende („Für Immer Jung“) und immer noch genossene Freiheiten („Bring Mich Zurück“). Da gibt es insbesondere Mahnungen an falsch genutzte Freiheiten, welche die Zivilisation („Mittelfinger Richtung Zukunft“), die Umwelt und nicht zuletzt die Gesellschaft bedrohen – ein immer essenzieller gewordener inhaltlicher Bestandteil im Repertoire der Band.

Mittelalter-Sound, Metal und moderner Rock

Ein besonderes Thema, wen wundert’s, sind die Einschränkungen der Auftrittsmöglichkeiten während der Pandemie („Neustart Für Den Sommer“) sowie die mehr subtileren, einschränkenden Einflüsse auf eine einzelne Persönlichkeit durch Meinungen und Einschätzungen anderer. Abgerundet wird die Thematik durch den Freiheitsbegriff im mythischen und im historischen Zusammenhang, etwa in den Titeln „Loki“ über den gefesselten Germanengott und „Löwenherz“, jenen englischen König, der einst auf dem Trifels gefangen war.

Rein musikalisch bietet das Oktett eine solide Melange zwischen seinen Mittelalter-Sound-Ursprüngen und bisweilen eingängig-melodischem, oft aber auch deftigem, in Metal-Gefilde reichenden, modernen Rock – meist sogar in unterschiedlichen Anteilen innerhalb eines einzigen Stückes, was durch die passgenauen Zusammenfügungen stets rund und angenehm wirkt.

Erfolg trotz widriger Bedingungen

Es ist kein Wunder, dass die Band mit ihrem aktuellen Werk auf Anhieb wieder so erfolgreich ist – es stimmt einfach alles: die Musik, die Thematik, Aleas stringente, ausdrucksstarke Stimme, sogar die klimaneutrale Produktion von „Für Immer Frei“. Der vorläufige Endpunkt einer gelungenen Entwicklung.

Und es ist kein Wunder, dass sich die Band über ihren Erfolg jetzt freut – auch und gerade, weil er unter schwierigen Umständen kam.

„Wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt, dass wir es in diesem verrückten Jahr voller Rückschläge schaffen, die Platte überhaupt zu veröffentlichen“, sagt Jörg Roth, alias Alea der Bescheidene. „Dass sie jetzt auf Platz eins der deutschen Albumcharts eingeschlagen ist, zeigt uns, wie sehr uns unsere Fans unterstützen. Das macht uns sehr glücklich.“ Er hoffe, dass man die Lieder bald live vor Publikum präsentieren und diesen Erfolg feiern könne.

Info

www.saltatio-mortis.com

x