Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Am besten mit dem Mountainbike

Eindrucksvoll grüßt in Falkenstein von links oben auf einem Felssporn die Ruine der Burg.
Eindrucksvoll grüßt in Falkenstein von links oben auf einem Felssporn die Ruine der Burg.

Radfahrtipp: Warum nicht mal das Rad aufladen und am Donnersberg starten? Auch da gibt es schöne Strecken. Beispielsweise eine, die von Dannenfels im Uhrzeigersinn über Steinbach, Hahnweilerhof, Imsbach, Falkenstein, Marienthal zurück zum Ausgangspunkt führt. Eine besondere Herausforderung ist die Falkensteiner Ortsdurchfahrt mit bis zu 25 Prozent Steigung.

Man kann überall auf der Runde einsteigen; für die folgende Beschreibung ist Dannenfels als Anfangspunkt gewählt. Startet man zum Beispiel am Sportgelände, da gibt es auch eine Parkmöglichkeit, fährt man auf der L 394 in Richtung Steinbach.

Die Route geht vorbei am Gasthaus Wildenstein und führt danach mit Gefälle nach Steinbach hinein. Die erste Straße rechts geht in Richtung Sportplatz, ab dann beginnt ein längerer ungeteerter Abschnitt. Man radelt am Keltendorf vorbei und kommt nach etwa 300 Metern an eine Wegkreuzung. Hier sollte man links abbiegen und für eine gewisse Strecke auf dem sogenannten Pfälzer Höhenweg bleiben, der eine blau-weiße Markierung aufweist.

Nähert man sich dem Hahnweilerhof, ein kleiner zu Börrstadt gehörender Weiler zwischen Wiesen und Wald, fährt man wieder auf befestigtem Untergrund, der hinter dem Ortsende aber bald aufhört. Von hier führt eine relativ lange, recht gleichmäßig ansteigende Trasse bis zum Parkplatz unterhalb vom ebenfalls zu Börrstadt gehörenden Waldhaus Klausberg.

Auf einem Forstweg rollt man nun leicht bergab, bis man nach kurzer Zeit eine Gabelung erreicht. Hier sollte man unbedingt die rechte Route nehmen; bleibt man links, verlängert sich die Umrundung erheblich.

Die richtige – rechte – Route ermöglicht ein flottes Bergab-Rollen auf einem gut ausgebauten Forstweg, schöne langgezogene Kurven erhöhen das Fahrvergnügen. Schließlich kommt man zu einer relativ ausgedehnten Örtlichkeit, ab der man wieder eine geteerte Fahrbahn hat: links ein großer Parkplatz vor der „Grillhütte Imsbach“, rechts ein Besucherparkplatz für die „Weiße Grube“.

Dabei handelt es sich um ein historisches Silber- und Kupferbergwerk, das zwei Kilometer außerhalb der namensgebenden Ortschaft liegt. Der Bergbau wurde zwar 1921 eingestellt, aber seit 1979 kann die Grube als Besucherbergwerk besichtigt werden. Ein bergbaugeschichtlicher Rundwanderweg, der als Lehrpfad ausgebaut ist, sowie das im alten Schulhaus untergebrachte Pfälzische Bergbaumuseum sind weitere Belege dafür, dass Imsbach die Bezeichnung „Bergmannsdorf“ zu Recht trägt.

Zwischen der Weißen Grube und dem Ortseingang befinden sich noch ein naturbelassener Weiher und ein Kneippbecken links unterhalb der Straße. Imsbach selbst macht beim Durchradeln den Eindruck einer sauberen, gut gepflegten Ortschaft. Die Route führt auch an dem erwähnten Bergbaumuseum vorbei.

Außerhalb von Imsbach geht es zunächst ein Stück auf einer Landstraße in Richtung Schweisweiler weiter (L 392); hinter dem Langheckerhof biegt man aber bereits rechts ab auf die K 37, die nach Falkenstein führt. Kurze Zeit später passiert man ein eindrucksvolles Naturdenkmal in Form hoher senkrechter Felsformationen. Ein schattiger kleiner Parkplatz mit Steintisch und Holzbänken lädt zu einer Pause ein – auch im Hinblick auf die bevorstehende steile Ortsdurchfahrt von Falkenstein.

Bei den zwei Bänken, die ihre besten Zeiten schon hinter sich haben, sollte man allerdings Vorsicht walten lassen: Weggebrochenes Holz und nach oben stehende rostige Schrauben könnten mal erneuert werden.

Achtung, steil!

Die Straße zieht sich nun etwa zwei Kilometer durch das landschaftlich schöne Falkensteiner Tal, die Steigung ist gering, aber gleichmäßig. Das ändert sich aber deutlich, sobald man in den Ort hineinkommt. Sehr eindrucksvoll grüßt von links oben auf einem Felssporn die Ruine der Burg, und die Steigung der Dorfstraße nimmt ebenfalls eindrucksvoll zu. Die härteste Stelle befindet sich ziemlich weit oben, sie weist 25 Prozent auf und stellt damit eine der steilsten öffentlichen Straßen in Deutschland dar. Es handelt sich umgerechnet zwar nur um einen Steigungswinkel zwischen elf und zwölf Grad, aber auf dem Fahrrad sitzend kommt einem das schon „sausteil“ vor.

Mit dem Erreichen der „Passhöhe“ hat man mit 465 Metern auch den höchsten Punkt der Tour erklommen. Wer möchte, kann im nebenan liegenden „Falkensteiner Hof“ mit herrlicher Aussicht zur Belohnung eine Stärkung zu sich nehmen – wenn die coronabedingten Einschränkungen dem nicht gerade einen Strich durch die Rechnung machen.

In Falkenstein liegt schon deutlich mehr als die Hälfte unserer Rundtour hinter uns, und auf der K 37 können wir es nun flott bergab rollen lassen. Links voraus hat man einen schönen Blick auf Ruppertsecken, das höchstgelegene Dorf der Pfalz; nach rechts wird der Anblick etwas getrübt von diversen braunen Flecken am ansonsten grünen Donnersberg. Dies sind leider unübersehbar die Spuren des derzeitigen Baumsterbens.

Nachdem man den Merzauer Hof und den Fuchshof passiert hat, biegt man nach rechts auf einen geteerten Radweg ab, der nach Marienthal führt und über eine Spielstraße schließlich kurz vor dem Ortsende in die Hauptstraße mündet. Nun müssen wir noch die L 394 unter das Rad nehmen. Sie weist eine langgezogene, aber relativ gleichmäßige Steigung bis nach Bastenhaus auf.

Vom Kreisel mit dem keltischen Achsnagel geht es bergab Richtung Dannenfels. Nach kurzer Strecke zweigt links ein geteerter Radweg ab, der in einer großen Rechtsschleife in schöner Trassenführung durch die Felder zum Ort führt. Über die Rotsteigstraße erreicht man die Bastenhauser Straße und befindet sich dann wieder am Ausgangspunkt.

Man kann die Radtour auch mit einem E-Bike machen, was sich vor allem im Hinblick auf die Steigungen anbietet. Es ist keine Schande, wenn man in Falkenstein die höchste Akku-Stufe einschaltet. Da einige Streckenabschnitte auf Waldwegen (teilweise mit Schotter) verlaufen, ist ein Mountainbike einem Trekkingrad vorzuziehen.

Die Fakten

Die Strecke ist rund 35 Kilometer lang, ohne längere Pausen braucht man rund drei Stunden. Der tiefste Punkt ist mit 275 Metern bei Steinbach, der höchste mit 465 Metern am Falkensteiner Hof.
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