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Freitag, 13. Mai 2016 Drucken

Kaiserslautern: Kultur Regional

Vom Karlstal ins Weltall

Arbeiten von Astrid Blasberg und Heather Kerley im Wirtschaftshaus Unterhammer

Von Andreas Fillibeck

 

Mit je vier Arbeiten ihrer Serien „Dots“ und „Cyphers“: Astrid Blasberg (links) und Heather Kerley. ( Foto: Girard)

Abertausende Künstler ließen sich von der Natur inspirieren. Von der Steinzeit bis heute. So auch die beiden Malerinnen Astrid Blasberg und Heather Kerley, die Eindrücke der Umgebung des Unterhammers im nahen Karlstal verarbeitet haben. Herausgekommen sind durchaus eindrückliche Werke, mal informell, mal als detaillierte Zeichnung, mal als Verfremdung natürlicher oder architektonischer Vorgaben.

 

So hat sich die 1957 geborene Astrid Blasberg eines der Rundbogenfenster des Wirtschaftshauses als wiederkehrendes Motiv in ihren Bildern ausgesucht. Mal mit einer Vielzahl von farbigen Punkten fast überdeckt, mal in starke Farben wie strahlendes Orange oder tiefes Grün gebettet. Oder versetzt mehrfach übereinandergelegt und mit Pergamentpapier halb überschattet und so schon nahe am reliefhaften Kunstobjekt gestaltet. Weitere Arbeiten der Frankfurterin, die ihre Arbeiten bisher etwa in Berlin, Bad Homburg oder ihrer Heimatstadt zeigte, haben Moose, Flechten, Geäst, Felsen oder Gewässer als Motiv. Oft nur schemenhaft erkennbar und leicht abstrahiert. Und wieder andere Arbeiten sind gleich ganz abstrakt geraten, bestehen aus großen oder auch mal kleinen farbigen Punkten. „Die Freiheit der Punkte“ nennt die Künstlerin diese Serie.

Gekonnte Tuschezeichnungen, etwa von geschlagenen Baumstämmen, legt Heather Kerley vor. Und auch die gemalten Bilder der 1977 in Ohio geborenen Künstlerin beinhalten zeichnerische Elemente und Schraffuren. Sauberes Handwerk von Heather Kerley, die schon in New York, Washington und auch in Kaiserslautern ausstellte. Verwaschen und verlaufen wirken ihre meist pastellfarbenen Bilder. Als seien sie im Übergang zu etwas Neuem, Anderem begriffen. Unwillkürlich denkt man an galaktische Gaswolken und Nebel, die sich nächstens – also in ein paar Millionen Jahren – vielleicht zu Sternen und Planeten verdichten. Jetzt aber noch lustig vor sich hin wabern, sich ausdehnen und mäandern und mit dem Licht schon vorhandener Sonnen spielen. Vom Mikrokosmos zum Makrokosmos also. Vom Unterhammer ins All. Nicht schlecht.

Schade nur, dass die Bilder der beiden Kunsthefte, welche die Künstlerinnen auch anhand des Unterhammers verfertigt haben, nicht Teil der Ausstellung sind. Einmal farbig und einmal schwarz-weiß, sind diese Hefte sehr eindrücklich und fast gewagter als die Schau selbst geraten. Allerdings sind sie im Rahmen der Ausstellung erhältlich. Blasbergs und Kerleys künstlerisches Zusammenspiel anhand der westpfälzischen Landschaft rund um den Unterhammer ist gelungen.

Ausstellung

Im Wirtschaftshaus Unterhammer bis 17. Juli, mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr.

 

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