Bockenheim
Weinlaubenstreit: Der Rat hat entschieden
Nachdem der Rat im März durch einen Kurswechsel der SPD-Fraktion plötzlich den im September 2021 beschlossenen neuen Platz für die Weinlaube westlich der Kneippanlage gekippt hatte, stand die Festwiese zur Debatte. Vor der endgültigen Festlegung des exakten Standortes war der KVV gebeten worden, eine Skizze anzufertigen. Diese lag nun am Mittwochabend vor. Der Vereinsvorsitzende Volker Griebel, in Personalunion SPD-Fraktionssprecher, hatte eine Zeichnung mit drei Alternativen eingereicht.
Kritik vom Wirt
Im Anschreiben an die Gemeinde machte er deutlich, dass der KVV weiter den Vorschlag A präferiert, für den er sich schon in der März-Sitzung ausgesprochen hatte. Dabei soll die Bude nahe dem Café Ideal stehen, das dazugehörige Wirtschaftshäuschen und eine Pergola ein paar Meter zurück an der denkmalgeschützten Mauer. Ben Gaxherri, der Betreiber des Cafés im Haus der Deutschen Weinstraße, hatte diese Idee kritisiert. Er hält die räumliche Annäherung der Laube an sein Lokal für problematisch, befürchtet gegenseitige Lärmbelästigungen und vor allem, dass seine See-Terrasse zu einer „Transitstrecke“ wird. Die Besucher würden, so argumentiert er, stets den direkten Weg vom großen Parkplatz an der Emichsburg zur Laube nehmen, und dieser führe nun mal mitten durch seine Außenbestuhlung.
Jürgen Schumacher (SPD) plädierte daher für einen Platz am östlichen Rand der Festwiese, die Option B auf der Skizze. Er liegt nahe beim bisherigen Standort an der Klosterschaffnerei, nur auf der anderen Seite der historischen Mauer, sodass sich die befürchteten Verkehrsströme nicht ergäben. Auch wäre Lärm kein Thema, weil die Verkaufsbude weiter vom Restaurant entfernt stünde und das Haus der Deutschen Weinstraße einen Schallschutz zur Terrasse hin böte. Nicht zuletzt hätte sie den Vorteil einer leichteren Zulieferung von der B271 her.
Diskussion um Lärm-Probleme
Genau das sieht Karsten Vautz (CDU) eher als Nachteil: Wenn viel Betrieb an der Laube herrsche, würde es mit der Anlieferung von Ware schwierig werden. Sebastian Schulz (FWG) sagte, dass die Vorschläge B und C (ein bisschen weiter südlich an den Parkplätzen vor der Tourist-Info) eher ein Lärmproblem mit sich brächten, weil die Bühne dann näher zur Ortsmitte stehen würde. Im Übrigen habe er kürzlich bei einer Feier auf der Festwiese die Terrasse mal eine Stunde lang genau beobachtet und nicht eine Person dort entlanglaufen sehen. Wieland Benß (FWG) sagte, dass der Standort A, der weiter weg von der Straße ist, für Kinder sicherer wäre.
Letztendlich entschied sich der Bockenheimer Rat bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für die Option A.
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