Leiningerland / Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Stromausfall: So war die Nacht für die Feuerwehr

Stromausfall in Grünstadt: Nur das Krankenhaus ist dank Notstromversorgung hell erleuchtet.
Stromausfall in Grünstadt: Nur das Krankenhaus ist dank Notstromversorgung hell erleuchtet.

Weil in der Verbandsgemeinde Leiningerland und in Grünstadt am Freitagabend stundenlang die Notrufnummer 112 ausgefallen ist, ist der Notfallplan für Stromausfälle in Kraft getreten. Hat alles geklappt?

Plötzlich war alles dunkel – am Freitagabend zwischen 19.15 und 20 Uhr war in Grünstadt und Asselheim der Strom komplett weg, auch in Sausenheim und in einigen Ortschaften der Verbandsgemeinde Leiningerland war der Strom kurzzeitig ausgefallen.

Und dazu kam: Die 112 war nicht zu erreichen. Deswegen haben die Feuerwehren in Grünstadt und dem Leiningerland ihre Feuerwehrhäuser besetzt und waren mit Feuerwehrautos an zentralen Punkten anzutreffen, falls ein Notruf abzusetzen gewesen wäre. Diesen hätte man dann per Funk weitergegeben. Die Feuerwehr Grünstadt war mit jeweils einem Fahrzeug in Sausenheim am Weedplatz, in Asselheim am Dorfanger und in Grünstadt am Stadthaus. Außerdem war die Feuerwehrwache in Grünstadt besetzt. Wehrleiter Jens Michel sagt: „Da wir an den Anlaufpunkten das Blaulicht an hatten, kamen die Leute und wollten wissen, was los sei. Einen Notruf wollte keiner absetzen, vielmehr brachten die Leute Kaffee und Getränke für die Feuerwehrleute vorbei. Das war supernett.“

Leitet die Grünstadter Feuerwehr: Jens Michel.
Leitet die Grünstadter Feuerwehr: Jens Michel.

Markus Ittel, Wehrleiter der Verbandsgemeinde, berichtet, dass auch im Leiningerland alle Feuerwehrhäuser besetzt waren, zudem waren in den größeren Ortschaften Feuerwehrautos an den zentralen Punkten geparkt. Das wurde so lange aufrechterhalten, bis sichergestellt war, dass die 112 wieder funktioniert und in Ludwigshafen ankommt. Notrufe aus dem Bereich Leiningerland gehen normalerweise über die Leitstelle Ludwigshafen ein. Dies war nach Mitternacht wieder gewährleistet. „Die Feuerwehren aus jeder einzelnen Ortschaft haben per Festnetz und Handy ausprobiert, ob der Notruf wieder geht und man in Ludwigshafen, der Leitstelle, rauskommt, wenn die 112 gewählt wird.“ Auch für das Leiningerland gilt: Es musste kein Notruf weitergegeben werden.

Markus Ittel: Er ist Wehrleiter der VG Leiningerland.
Markus Ittel: Er ist Wehrleiter der VG Leiningerland.

Mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Im Leiningerland waren am Freitagabend weit über 100 Feuerwehrleute im Einsatz, auch am Samstagmorgen waren die Wehren noch mit der Beseitigung von Bäumen und Ästen beschäftigt. Glimpflich ist ein Vorfall auf den Schienen verlaufen: Zwischen Kirchheim und Dackenheim war ein Baum auf die Gleise gefallen, ein Zug fuhr darüber. Es waren rund 25 Personen im Zug. „Glücklicherweise ist keinem was passiert“, sagt Ittel. Die Feuerwehrleute haben den Baum und die Äste von den Schienen entfernt. In Tiefenthal drohte ein Strommast umzustürzen, weswegen auch punktuell der Strom abgestellt wurde. Die Pfalzwerke konnten den Mast sichern, sagt Ittel. Nachdem der Strom in Grünstadt gegen 20 Uhr wieder da war, sind viele Alarmanlagen angesprungen. „Gegen 23.30 Uhr hatten wir noch eine Brandmeldung, es war jedoch eine Alarmanlage, die nach dem Stromausfall gesponnen hat“, sagt Michel.

Der Stromausfall hatte auch in anderen Bereichen Auswirkungen: Das Cabalela wurde während des Stromausfalls evakuiert. Nach Angaben von Besuchern habe dies super geklappt. Das Bad bleibt ab Samstag geschlossen und startet früher in die Revision.

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