Grünstadt
Neue Kreis-Müllabfuhr: Warum es vor allem im Leinigerland gehakt hat
Wie sind die ersten Tage der Kreis-Müllabfuhr gelaufen?
Unterm Strich hat die kreiseigene Müllabfuhr schon „sehr, sehr gut“ funktioniert, findet der Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) Klaus Pabst. Das heißt aber nicht, dass alles rundum perfekt war: „Die Fahrer und Lader wurden an den neuen Fahrzeugen geschult, dennoch braucht es ein bisschen Zeit, bis das Team und die Fahrzeuge eingespielt sind. Für einige Fahrer sind auch die Touren neu. Daher sind kleine Verzögerungen in der Anfangszeit ganz normal.“
Teilt der Bad Dürkheimer Landrat diese Einschätzung?
Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) sagt: „Wir haben uns gut vorbereitet, und das wird jetzt belohnt.“ In enger Abstimmung mit dem bisherigen Entsorger Remondis hatte bereits im Dezember ein Probebetrieb stattgefunden. „Bislang ist das Modell geglückt und diese erste Woche gibt uns einen positiven Ausblick auf die Zukunft.“
Wo hat es gehakt?
In sehr wenigen Fällen seien Restmülltonnen übersehen und daher erst nachträglich geleert worden. Doch vor allem kam es an den ersten Tagen zu Verzögerungen beim Biomüll: In mehreren Orten blieben die Tonnen zunächst ungeleert, wurden erst an den Folgetagen abgearbeitet. Pabst sagt: „In der Regel mussten die Bürgerinnen und Bürger nur einen Tag auf die Abholung warten.“ Teilweise seien dann Zusatzfahrzeuge eingesetzt worden.
Was war die Ursache?
Laut AWB lag’s an der Technik: „Es gab in den ersten Tagen bei einigen Fahrzeugen Probleme mit den Schüttungen, die im Zusammenhang mit den Sicherheitssystemen – die digital gesteuert sind – stehen. Hier musste bei der Konfiguration der Software nachgesteuert werden.“
Wieso hat sich das vor allem beim Biomüll ausgewirkt? Gibt es für ihn eigene Müllautos mit spezieller Technik?
Nein, es werden immer dieselben Fahrzeuge verwendet. Normalerweise ist der Ablauf so: Die Transporter holen morgens zunächst Restmüll, den sie nach Ludwigshafen zum Müllheizkraftwerk bringen. Danach starten sie zu einer zweiten Tour. Bei ihr sammeln sie Bioabfall an, der zunächst zum AWB-Stützpunkt in Grünstadt gebracht und von dort aus nach Kaiserslautern transportiert wird. Wenn es zu Verzögerungen kommt und das Tagesprogramm nicht komplett abgearbeitet wird, bleiben am Ende also vor allem Biotonnen ungeleert stehen. Grünstadt und das Leiningerland hat’s in der ersten Woche dann besonders getroffen, weil dort vor allem Biomüll-Touren vorgesehen waren.
Was sollen Bürger tun, wenn ihre Tonnen ungeleert bleiben?
Sie sollen ihre Tonnen einfach stehenlassen, denn in aller Regel werden sie am Folgetag geleert. Diesen Hinweis bekommen Betroffene auch, wenn sie beim AWB anrufen.
Ist der AWB bei Problemen überhaupt erreichbar?
Eine Bockenheimerin klagt: Sie habe wegen des nicht abgeholten Biomülls angerufen, sei insgesamt 36 Minuten lang in Warteschleifen hängengeblieben und habe schließlich entnervt aufgegeben. Eine Kreissprecherin sagt dazu: Es gebe beim AWB zwar viele Anrufe, „aber nicht so, dass niemand erreichbar wäre“. Möglicherweise habe die Frau auch die Nummer der Kreis-Telefonzentrale probiert. Dort „kann es durchaus mal bei hohem Telefonaufkommen zu Wartezeiten kommen, aber natürlich sollte man auch dort letztendlich weiterverbunden werden. Wenn das nicht der Fall war, tut uns das leid“.
Haben die Verkehrsblockaden der protestierenden Bauern am Montag die Müllabfuhr beeinträchtigt?
Um Beeinträchtigung durch die Bauernproteste zu vermeiden, seien die Fahrzeuge eine Stunde früher als üblich gestartet, sagt Pabst. „Wir hatten daher keine Einschränkungen.“
Kontakt
Meldungen über Abfuhrprobleme nimmt der AWB unter Telefon 06322 961-5555 oder per E-Mail an dispo-awb@kreis-bad-duerkheim.de entgegen.