Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Turbo-Kreisel soll’s richten

Unser Bild zeigt den Turbo-Kreisel beim Zweibrücker Outlet Center. So etwas ist für den Grünstadter Autobahnkreisel auch angedac
Unser Bild zeigt den Turbo-Kreisel beim Zweibrücker Outlet Center. So etwas ist für den Grünstadter Autobahnkreisel auch angedacht.

Der Verkehr am Autobahnkreisel in Grünstadt hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen, was recht offensichtliche Folgen für Autofahrer hat: Der Kreisverkehr gelangt an seine Grenzen. Nun wird an einer Lösung für eine Entlastung gearbeitet.

Tausende Fahrzeuge nutzen den Autobahnkreisel in Grünstadt mit seinen vier Aus- und Einfahrten jeden Tag. Das geht auch aus einer Verkehrsuntersuchung aus dem Herbst 2020 hervor. Seit Jahren wird überlegt, was getan werden kann, um den Verkehr an dieser Stelle zügiger fließen zu lassen. Nun gibt es, so berichtet es Martin Schafft vom Landesbetrieb Mobilität (LBM), einen ersten Planungsschritt auf dem Weg zu einer Verbesserung. „Der Kreisverkehrsplatz soll nach den Ergebnissen der Verkehrsuntersuchung zu einem sogenannten Turbo-Kreisel mit zusätzlichen Fahrspuren in den Zu- und Ausfahrten und im Kreisel umgebaut werden“, berichtet der Leiter des LBM in Speyer.

Das Prinzip eines solchen Kreisels sehe vor, dass sich die Autofahrer bereits vor der Einfahrt auf „ihrer“ richtigen Spur einordnen und dann auf dieser Spur bleibend durch das Rondell zur gewünschten Ausfahrt geleitet werden, erklärt Schafft. Dadurch sollen unter anderem auch „kritische Spurwechsel“ im Kreisel selbst vermieden werden. Ziel sei es, durch die zusätzlichen Spuren die Kapazität des Kreisels deutlich zu erhöhen.

Turbokreisel hat nichts mit Vollgas zu tun

Der Namen Turbo-Kreisel bedeute übrigens nicht, dass man mit dem Fuß auf dem Gaspedal durch den Kreisel fahren sollte, wie Schafft betont. Vielmehr stamme der kuriose Name daher, dass dieser Kreiseltyp „mit etwas Phantasie aus der Draufsicht an einen aufgeschnittenen Turbolader erinnert“. Einen solchen Turbo-Kreisel gibt es beispielsweise schon in Zweibrücken am Outlet-Center, das sehr viele Besucher von nah und fern anzieht.

Laut Schafft arbeitet derzeit ein Ingenieurbüro anhand der Daten der Verkehrsuntersuchung aus, wie der Kreisel in Grünstadt aussehen könnte. „Die zusätzlichen Fahrspuren werden vom Büro dimensioniert und ihre Leistungsfähigkeit wird nachgewiesen“, berichtet Schafft. Bis zum Herbst rechnet er mit ersten Ergebnissen. Anschließend könnten auf Basis dieser Untersuchungen die Vermessung und die Detailplanung beauftragt und vorgenommen werden. Wann der Kreisel dann gebaut werde, könne bislang allerdings noch nicht gesagt werden.

Ampelanlage als Übergangslösung

Bereits im Jahr 2018 wurde am Grünstadter Kreisel eine Pförtner-Ampel aufgestellt: Sie ist für Autofahrer, die aus Kirchheim kommen, gedacht und springt bei Bedarf an. Ziel ist es vor allem, die Wartezeiten für Fahrer aus Richtung Bockenheim zu verringern.

Eine erste Auswertung im Herbst 2018 zeigte, dass die Ampel jeweils nur in einem kurzen Zeitraum aktiviert ist – und zwar morgens zwischen 7.40 und 8.05 Uhr, im Feierabendverkehr zwischen 16 und 16.30 Uhr und freitags ab 15 Uhr. Schon vor der Inbetriebnahme der Dosier-Ampel hatte der Landesbetrieb betont, dass die Rückstaus damit nicht beseitigt werden können. Die bestehende Infrastruktur habe nur eine bestimmte Aufnahmekapazität, und die sei eben erreicht – auch ohne die Lastwagen aus den Logistikzentren.

LBM: Rückstaus fallen zur Zeit sehr gering aus

Derzeit ist besagte Dosier-Ampel allerdings ohnehin ausgeschaltet: „Wegen der Umstellung auf einen neuen Bluetooth-Standard zur Datenübertragung mussten die Übertragungsmodule ausgebaut und zur Überarbeitung zum Hersteller geschickt werden“, so Schafft. Hier gebe es aus technischen Gründen Verzögerungen. Wann die Ampel wieder funktioniert, sei offen.

Schafft sagt: „Aus eigener Beobachtung können wir allerdings mitteilen, dass die Rückstaus zurzeit sehr gering ausfallen. Trotz der Sperrung der Obersülzer Straße beläuft sich die Wartezeit sowohl aus Richtung Bockenheim als auch aus Richtung Kirchheim nur auf wenige Minuten.“ Vermutlich seien die Auswirkungen der Pandemie der Grund für einen „Rückgang des Verkehrsaufkommens“. Etwa, weil durch Homeoffice, Wechselunterricht und Schulschließungen weniger Fahrzeuge unterwegs seien.

Dem LBM lägen jedenfalls seit längerer Zeit keine Beschwerden von Autofahrern vor.

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