Leiningerland
Arbeitgeber bieten Corona-Tests für Mitarbeiter an
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen manchmal Welten: Die Wellpappenfabrik in Sausenheim hat beispielsweise schon vor drei Wochen Corona-Schnelltests bestellt – aber bis heute keine erhalten, wie Geschäftsführer Axel Muhl berichtet. Und auch andere Unternehmen der Region bemühen sich, ihren Mitarbeitern Tests anzubieten. Es ist also keineswegs so, dass die Firmen sich weigern würden – dieser Eindruck kann entstehen, wenn man die politische Diskussion verfolgt.
Das Südzucker-Werk in Offstein bietet seinen Mitarbeitern schon seit Mitte November Corona-Schnelltests an. In einem extra dafür aufgestellten Zelt steht dreimal täglich – jeweils bei Schichtwechsel – Fachpersonal des Deutschen Roten Kreuzes aus Bad Dürkheim bereit. „Getestet werden Mitarbeiter mit Symptomen und begründetem Verdacht, wenn beispielsweise über die Corona-Warn-App ein Kontakt gemeldet wird“, sagt Matthias Weibel, Leitender Ingenieur des Werks in Offstein. Bisher seien über 200 Mitarbeiter getestet worden.
Das Chemieunternehmen Gechem in Kleinkarlbach hat sich gleich zu Beginn mit genügend Selbsttests eingedeckt. „Wir bieten Selbsttests an, die den Mitarbeitern zur Verfügung stehen, wenn sie Bedarf haben“, sagt Martina Nighswonger, die geschäftsführende Gesellschafterin. Auch FFP2-Masken und medizinische Masken seien schon an die Mitarbeiter verteilt worden. „Die Selbst-Schnelltests gibt es bei uns on top“, sagt sie. Denn seit rund drei Wochen bietet Gechem seinen Angestellten zudem die Möglichkeit, sich regelmäßig kostenlos auf Corona testen zu lassen.
Einmal die Woche wird getestet
Das Corona-Mobil von Andreas Blatner aus Mertesheim kommt immer mittwochs gegen 13 Uhr, damit die Arbeitnehmer der Frühschicht sich ebenso testen lassen können wie diejenigen, die Spätschicht haben. „Die Aktion findet bei uns guten Zuspruch, rund zwei Drittel unserer Belegschaft macht regelmäßig Gebrauch von der Testmöglichkeit“, sagt Nighswonger. Die Firma beschäftigt 150 festangestellte Mitarbeiter, und holt sich je nach Bedarf Unterstützung durch Zeitarbeitskräfte, sodass durchschnittlich zwischen 180 und 200 Beschäftigte am Standort sind.
Damit sich nicht alle um 13 Uhr vor das Testmobil drängen, sei eine Liste eingeführt worden, die im 15-Minuten-Takt den Ablauf regle. Erst kürzlich habe der Test bei zwei Angestellten, die keinerlei Symptome zeigten, tatsächlich positiv angezeigt. „Die beiden sind dann sofort aus dem Betrieb und zum PCR-Test zum Arzt gegangen und von dort direkt in die häusliche Quarantäne geschickt worden.“ Die positiven Ergebnisse der Schnelltests hätten sich dann leider auch bestätigt, erzählt die Geschäftsführerin. Viel Transparenz sei ihr wichtig. Gerade in Corona-Zeiten, in der auch bei ihren Mitarbeitern viel Unsicherheit herrsche, lege sie Wert darauf, die Leute da abzuholen, wo sie stehen und damit auch die Fürsorgepflicht für ihr Personal wahrzunehmen. Einmal wöchentlich gebe es deshalb eine Info-Mail zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und natürlich auch zur Corona-Lage.