Frankenthal
Zwölf-Apostel-Kirche: Sanierung des Turms kostet knapp 300.000
Eigentlich sollte die Turmreparatur – wie Dekanin Sieglinde Ganz-Walther im Gespräch mit der RHEINPFALZ informierte – schon im vergangenen Jahr in Angriff genommen werden. Sie sei aber wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Schon im Spätjahr 2016 hatten sich Sandsteinbrocken von der Verkleidung der Turmspitze gelöst, sodass Sofortmaßnahmen angezeigt waren und die losen Teile entfernt werden mussten. Zwei Jahre später hätten dann Kernbohrungen der Technischen Universität Kaiserslautern ergeben, dass die Standsicherheit des Turms – er wurde im Jahre 1954 fertiggestellt – gewährleistet sei.
Die Laterne, die auf acht säulenförmigen, mit Sandstein verkleideten Stahlstreben ruht, ist extremen Witterungsverhältnissen ausgesetzt, sodass im Laufe der Jahre zunehmend Feuchtigkeit eindrang und der Stahl korrodierte. Unliebsame Folge: Der Sandstein platzte ab. Begünstigt wurde dieser Prozess durch eine Betonschicht, die gemessen an heutigen Maßstäben zu dünn ausgefallen ist. Nun sollen die verrosteten Stahlteile herausgetrennt und mit einem Spezialmörtel repariert werden.
Glockenspiel ausgebaut
In einem ersten Schritt musste allerdings das Glockenspiel, das im Jahr 1977 von dem verstorbenen Frankenthaler Modellbaumeister und FWG-Ratsmitglied Max Carius gestiftet wurde, ausgebaut und auch im Innern des Turms ein Gerüst gestellt werden. Mehrere Gewerke arbeiten nach Angaben von Dekanin Ganz-Walther nun Hand in Hand: Sandsteinfirma, Schlosser, Spengler und Elektroinstallateure.
Um die mit 285.000 Euro veranschlagten Kosten der Sanierungsmaßnahme stemmen zu können, ist die Kirchengemeinde auf Spenden angewiesen. Als Hausherrin der Zwölf-Apostel-Kirche hofft Sieglinde Ganz-Walther, dass sich die Stadt Frankenthal mit einem Zuschuss beteiligt. Von der Denkmalpflege in Mainz indessen könne nichts erwartet werden, da die Mittel bereits ausgeschöpft seien.