Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt: Sporthalle bietet notwendige Infrastruktur für Impfzentrum

Bis Juni war die Sporthalle mit Feldbetten ausgestattet worden, um sie im Notfall als Corona-Lazarett zu nutzen.
Bis Juni war die Sporthalle mit Feldbetten ausgestattet worden, um sie im Notfall als Corona-Lazarett zu nutzen.

Wer? Wie viele? Womit? Die meisten Fragen mit Blick auf eine mögliche Impfung gegen das Coronavirus sind noch offen. Und wo? Diese Frage ist für Frankenthal seit Montag geklärt. Die Sporthalle der Andreas-Albert-Schule soll Impfzentrum werden.

Das Gelände der berufsbildenden Andreas-Albert-Schule am Petersgartenweg und die dazugehörige Sporthalle stehen nun nicht zum ersten Mal im Zentrum der Pandemie-Bekämpfung in Frankenthal: Am 22. März eröffnet dort die damals neben der Stadtklinik zweite Fieberambulanz, wo zum Teil direkt aus dem Auto Abstriche genommen werden, um sie im Labor auf das neuartige Coronavirus zu untersuchen. Ende April schließt das Testcenter wieder. Das in der Sporthalle mit Feldbetten eingerichtete Notlazarett wird im Juni „zurückgebaut“. Das Gebäude wird wieder für „schulische Zwecke“ gebraucht.

Noch Installationen vorhanden

Dieses Mal wird die Schule wohl deutlich länger auf die Halle verzichten müssen: Am Montag hat ein Projektteam unter Leitung von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) entschieden, dort das Impfzentrum für Frankenthal einrichten zu lassen. Für den Standort sprechen nach Darstellung von Stadtsprecherin Xenia Schandin einige Argumente: die Nähe zum öffentlichen Nahverkehr, die im Umfeld vorhandenen Parkplätze. Und aus dem Frühjahr sind noch Installationen – beispielsweise die Stromversorgung – vorhanden, die nun wieder „hochgefahren“ werden könnten, erklärt Schandin.

Wie genau dieses Hochfahren passieren wird, das wollen die Verantwortlichen am Dienstag bei einem Ortstermin in der Halle klären. Wird beispielsweise erst nur eine sogenannte Impfstraße aufgebaut, wie es das Land von den Kommunen bis zum 15. Dezember gefordert hat? Oder doch schon eine zweite Linie, weil der Aufwand so viel größer nun auch nicht ist? Viele Fragen muss die Verwaltung am Montag noch offenlassen, weil ihr schlicht noch die Informationen fehlen.

Auch Kosten sprechen für Standort

Das fängt schon bei der geplanten Anzahl von Impfungen für die Frankenthaler Bevölkerung an und hört bei den Personengruppen, die möglicherweise als erste den Pieks gegen das Coronavirus bekommen sollen, noch längst nicht auf. Nach Schandins Kenntnisstand sollen Fachleute auf Bundesebene Vorgaben dazu machen, die dann auch für die örtlichen Impfzentren gälten – ein „mehrstufiger Prozess“, von dem letztlich abhänge, worauf die Kapazitäten in Frankenthal ausgelegt sein müssten. Der Impfplan und am Ende auch die Verfügbarkeit des Impfstoffes seien weitere entscheidende Faktoren.

Dass die Wahl auf die Albert-Halle gefallen ist, hat neben der vorhandenen Infrastruktur auch einen weiteren, ganz profanen: Geld. Bund und Länder hätten sich zwar bereiterklärt, jeweils zur Hälfte für Kosten aufkommen zu wollen, die den Kommunen für den Betrieb und Aufbau der Impfzentren entstehen. Ob das allerdings auch beispielsweise für die Miete von Messehallen gegolten hätte, die als Provisorium auf dem Festplatz kurzzeitig im Gespräch waren, sei nicht so klar, erläutert Schandin. Klar sei dagegen gewesen, „dass wir sehr schnell eine Lösung brauchen“. Daher die Entscheidung gegen Alternativen und für die Albert-Halle.

Suche nach Bürokräften läuft

Gebastelt wird im Rathaus auch weiterhin an personellen Lösungen für das Impfzentrum. Gebraucht würden zwei Hauptamtliche: ein Impfkoordinator und sein Stellvertreter. Derzeit sei der Ärztliche Direktor der Stadtklinik, Matthias Münch, für diese Funktion benannt. Aber nur vorübergehend, denn: „Das wird in den nächsten Wochen ein Fulltime-Job“, sagt Xenia Schandin. Und den hat Münch ja eigentlich schon als Chefarzt der Psychiatrie am kommunalen Krankenhaus. Ausgeschrieben würden Stellen für Bürokräfte, beim medizinischen Personal könne sie noch keine Aussage treffen, so die Sprecherin.

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