Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Frust sitzt tief bei HSG Eckbachtal

Einer der auffälligsten Spieler im HSG-Team: Nisse Nehrdich.
Einer der auffälligsten Spieler im HSG-Team: Nisse Nehrdich.

Am Ende ging dem Handball-Oberligisten HSG Eckbachtal die Puste aus. Fünf Minuten fehlten zum sechsten Saisonsieg – und zur Überraschung. Doch bei der 25:27 (13:12)-Niederlage gegen den Tabellenzweiten TV Homburg machten sich die vielen Ausfälle bemerkbar. Stolz war HSG-Coach Thorsten Koch aber dennoch auf seine Schützlinge. Für einen Spieler gab es ein Extralob.

Wie sehr diese Niederlage gegen den TV Homburg schmerzte, war nach der Schlusssirene in den Gesichtern der Spieler abzulesen. HSG-Torhüter Rouven Hahn stand mit Tränen in den Augen am Mittelkreis, Nisse Nehrdich zog sich sein Trikot über den Kopf – er wollte seine Ruhe. Die Enttäuschung der Akteure war verständlich, waren es doch die Eckbachtaler, die das Spiel lange Zeit bestimmten. Am Ende stand die Mannschaft aber mit leeren Händen da.

„Es ist wie in Mundenheim, ein Déjà-vu“, befand Nehrdich direkt nach dem Spiel. Auch dem Tabellenführer hatten die „Gekkos“ Paroli geboten und doch verloren. Ähnlich lief es am Sonntag beim Heimspiel gegen Homburg. „Aber ich finde es gut, dass wir mit solchen Mannschaften so lange mithalten können. Das zeigt, dass wir in der Liga bleiben können. Wir wollen das auch“, erklärte der Rückraumspieler der HSG.

Nisse Nehrdich erzielt elf Tore

Nehrdich machte eine gute Partie. Er war der auffälligste Spieler auf der Platte, schoss elf Treffer und spielte die kompletten 60 Minuten durch. „Liebend gerne hätte ich diese Treffer gegen zwei Punkte eingetauscht“, sagte der Youngster. Allzu weit weg davon war die HSG nicht.

Erstmals in Führung gingen die Gäste aus dem Saarland in der 56. Minute. Die gaben sie dann allerdings auch nicht mehr ab. „Es ist unfassbar frustrierend. Man muss einfach 60 Minuten gut Handball spielen und nicht nur 56, damit man in der Liga bleibt“, ärgerte sich Nehrdich.

Koch lobt A-Jugend-Spieler

Abgestiegen ist die HSG Eckbachtal, die aktuell auf Rang 13 steht, durch die Niederlage gegen den Tabellenzweiten nicht. Dicht stehen die Mannschaften im unteren Drittel der Tabelle noch zusammen. Der Frust aber ist verständlich. Trainer Thorsten Koch sah trotz der so bitteren Niederlage die positiven Seiten. Alle Spieler hätten ein großartiges Spiel abgeliefert. Seine Mannschaft war aufgrund von Verletzungen und Corona-Fällen in veränderter Formation angetreten. Auch die Vorbereitung litt: Aus Vorsicht vor Infektionen fiel das Abschlusstraining aus.

Acht Sportler fehlten dem HSG-Coach, der den Kader mit Jugendspielern auffüllte. „Die A-Jugend bekommt von mir mehr und mehr Zeiten. Heute haben sie das Vertrauen gerechtfertigt. Das macht es mir leichter, sie etwas länger bringen zu können“, lobte er seine Schützlinge. Sie wird er wohl – beim Blick auf das große Lazarett – bis zum Ende der Runde benötigen.

Einer, der einst auch den Weg aus der Jugend zu den Herren fand, ist Nisse Nehrdich. Mit seiner Leistung war der Trainer besonders zufrieden. „Ich habe selten einen Jugendspieler rausgekriegt, der direkt so viel Verantwortung übernimmt“, fand er lobende Worte für den Spielgestalter.

Er und seine Teamkollegen schafften es in der entscheidenden Schlussphase jedoch nicht mehr, den Druck im Angriff aufzubauen, den sich der Trainer erhoffte. Und auch in der Defensive mehrten sich die Stockfehler. „Ich würde es mal darauf schieben, dass es eine Kraftfrage war. Homburg war in der einen oder anderen Situation auch cleverer“, gab Koch zu.

So spielten Sie

HSG Eckbachtal: Hahn, (bei zwei Siebenmetern Häuselmann) – J. Schloß (4), Nehrdich (11/4), Schreiber (3) – Zalik, Lerzer (6) – Quandt (2), Kluzik, Pabst, Rogawski (1), Löhmar (1), P. Schloß.

TV Homburg: Berz, (ab 30. Loschky) – Josic (6/2), Talevski (3), Szilagyi (1) – Alt (3), Wilga (6/2) – Bach (5), Glück, Mebus (2), Guther, Durmishi (1).

Spielfilm: 4:1 (5.), 11:10 (21.), 13:12 (Hz.), 17:14 (42.), 23:23 (55.), 25:27 (Endstand). Siebenmeter: 4/5 – 4/6. Strafen: 2 – 3. Beste Spieler: Nehrdich, J. Schloß, Lerzer – Wilga, Josic, Bach. Zuschauer: 85. Schiedsrichter: Hahn (Nieder-Olm)/Bertram (Kirn)

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