Hallenhockey RHEINPFALZ Plus Artikel Erste Bundesliga: TG Frankenthal schlägt Münchner SC 8:4

Das 3:1 ist unterwegs: Bastian Schneider zieht ab, Münchens Torwart Jannik Schwarz kann nichts mehr ausrichten.
Das 3:1 ist unterwegs: Bastian Schneider zieht ab, Münchens Torwart Jannik Schwarz kann nichts mehr ausrichten.

Erstligist TG Frankenthal setzt seinen Formanstieg weiter fort. 8:4 (4:1) bezwang die TG am Sonntag in eigener Halle den Münchner SC und beendet das Jahr mit sechs Zählern auf Platz vier. Das Team kann mit Zuversicht in die restlichen drei Partien der Spielzeit gehen. Ein Youngster feierte eine Premiere.

Der Münchner SC, der am Samstag dem SC Frankfurt 1880 ein 5:5 abgetrotzt hatte, machte die Ankündigung von Trainer Stefan Kermas wahr: „Wir werden mit einer spielfähigen Mannschaft antreten“, hatte der Coach im Vorfeld der Partie versprochen. Was in diesen Tagen nicht ganz selbstverständlich ist, denn der MSC muss insgesamt sechs Corona-Fälle in Mannschaft und Trainerstab verkraften.

Dafür bekamen die Gäste prominente Verstärkung: Aron Flatten und Phillip Holzmüller, vor Kurzem Silbermedaillengewinner bei der U21-Weltmeisterschaft in Indien auf dem Feld mit der deutschen Mannschaft, gehörten wieder zum MSC-Kader. Die Umstellung sei kein Problem gewesen, meinte Holzmüller nach der Partie. „Wir sind vom Team wieder super integriert worden“, sagte er.

Früher Rückstand bringt TG nicht aus dem Konzept

Dass das MSC-Team spielfähig ist, bewies es in der Anfangsphase. Die gehörte den Gästen aus der bayerischen Landeshauptstadt. Und folgerichtig ging München auch durch Xaver Kalix in Führung (7.). Doch die junge Frankenthaler Mannschaft hat sich in den vergangenen zwei Wochen Stück für Stück verbessert. Das habe man auch schon am Freitag beim 3:5 gegen den TSV Mannheim gesehen, meinte TG-Trainer Timo Schmietenknop.

Entsprechend brachte der erneute frühe Rückstand die TG nicht aus dem Tritt. Die Gastgeber spielten fortan ihr Konzept runter und brachten München immer wieder in Bedrängnis. Um die läuferische und kämpferische Einstellung muss sich Schmietenknop sowieso keine Gedanken machen.

Cunninghams sehenswerter Stecher

Die TG beherrschte den weiteren Fortgang der Partie. Johannes Zurke, Alexander Cunningham mit einem sehenswerten Rückhandstecher vom Kreisrand, Bastian Schneider und Yannick Koch sorgten bis zur Halbzeitpause für eine verdiente 4:1-Führung der Gastgeber. Nach dem Seitenwechsel folgte gleich das 5:1 durch Tim Ehret.

Für Youngster Koch war es das erste Tor in der Ersten Hallenbundesliga. Und das sei hammergeil. „Ein gutes Gefühl“, sagte Koch. Ihm gelang in der zweiten Halbzeit auch noch das wichtige 6:2. Das war schon im vierten Viertel, zu dessen Beginn die Gäste Keeper Jannik Schwarz zugunsten eines sechsten Feldspielers getauscht hatten.

TG behält klaren Kopf

Doch auch in dieser Phase behielt die TG einen klaren Kopf und ließ wenig zu. Und wenn doch einmal etwas durchkam, war beim erneut sehr gut aufgelegten TG-Torwart Oliver Scharfenberger Endstation. München kam durch Philip Dirmeier und Quirin Nahr zwar noch mal auf 6:4 heran (56.). Johannes Zurke machte mit einem Doppelpack aber den Deckel auf die Partie.

„Das war eins der Spiele, in denen fast alles gepasst hat“, meinte Timo Schmietenknop. Das Aufbauspiel sei schon beim TSV Mannheim überragend gewesen. Das habe sich jetzt fortgesetzt. „Wir waren griffig und wach im Kopf.“ Die Leistungssteigerung sei die Konsequenz aus der Leistungsbereitschaft der Mannschaft.

Siegerschorle für Beck

Verteidiger Marc Beck ließ sich dann auch zurecht die Siegerschorle schmecken. Er sprach von einem ganz wichtigen Erfolg für die TG. „Wir haben nicht aufgehört, Hockey zu spielen.“ Und die Stürmer seien bereit gewesen, weite Wege zu gehen. „Auch das nötige Glück war dabei wie beim Stecher von Cunningham am Kreisrand“, meinte der 32-Jährige.

Sowohl Schmietenknop als auch Beck lobten Yannick Koch, der gegen München zeigte, dass er auch in der Halle mit seiner Technik eine wertvolle Verstärkung für die TG ist. „Es war das erste Spiel, in dem er den Mut hatte, mal ins Eins-gegen-eins zu gehen. Er braucht solche Spiele“, sagte Schmietenknop.

Ans Tempo gewöhnt

„Wir haben viele junge Leute, die vorher noch nie in der Ersten Bundesliga gespielt haben. Die haben etwas gebraucht, um sich an das Tempo zu gewöhnen“, erläuterte Marc Beck. „Man darf nicht eine Sekunde pennen. Dann kann schon ein Gegentor gefallen sein“, umschrieb es Yannick Koch. Die jüngsten Auftritte hätten gezeigt, dass die TG in der Ersten Liga gut mithalten könne, betonte Beck. „Das werden wir mitnehmen ins neue Jahr.“

Da stehen nur noch Auswärtsspiele für die TG an – zunächst am 8./9. Januar die Partien in Frankfurt und Nürnberg, und dann noch das Nachholspiel in München. Doch zunächst kann die TG erst mal beruhigt Weihnachten feiern. „Jetzt sind wir einen Tick weg vom Tabellenkeller“, befand Yannick Koch. In Nürnberg und München wolle man noch punkten. Und nach den jüngsten Auftritten ist auch in Frankfurt durchaus etwas drin für den Aufsteiger.

So spielten sie

TG Frankenthal: Scharfenberger - Schneider, Beck, Bumb, Schwindt - Becker, Koch - Frank, Ehret, Zurke, Cunningham, Fuchs

Münchner SC: Schwarz - Daniel Schellinger, Sollermann, Flatten, Berendts, Christian Schellinger, Xaver Kalix, Nahr, Holzmüller, Dirmeier, Szerdahelyi, Mayer

Tore: 0:1 Kalix (7.), 1:1 Zurke (9.), 2:1 Cunningham (12.), 3:1 Schneider (19., Strafecke), 4:1 Koch (28.), 5:1 Ehret (32.), 5:2 Mayer (39., Strafecke), 6:2 Koch (52.), 6:3 Dirmeier (54.), 6:4 Nahr (56.), 7:4 Zurke (57.), 8:4 Zurke (59.) - Strafecken: 2/1 - 3/1 - Grüne Karten: Frank - Kalix, Dirmeier - Beste Spieler: Scharfenberger, Koch, Zurke - Holzmüller, Kalix, Szerdahelyi - Zuschauer: 180 - Schiedsrichter: Lubrich (Ludwigshafen)/Lange (Stuttgart).

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