Frankenthal
B9: Alte Brücke soll 2023 weichen
Grüne und SPD hatten sich beide zur Sitzung des Ortsbeirats am Donnerstagabend nach dem Stand in Sachen Brücke erkundigt – ein Dauerbrenner in Mörsch. Neben der Tatsache, dass das Bauwerk in seinem jetzigen Zustand zu schmal für den Begegnungsverkehr mit Beteiligung von Lkw ist, kämpft die Politik seit Jahren für einen sicheren Fuß- und Radgängerweg Richtung Rhein.
Laut Ortsvorsteher Adolf-José König (SPD) könnte das Warten ein Ende haben: Die Verwaltung habe ihm signalisiert, dass das Projekt, für das die BASF finanzielle Unterstützung versprochen hat, im kommenden Jahr realisiert werden soll. Stadt und Landesbetrieb Mobilität (LBM) stimmten die Pläne derzeit untereinander ab. Dann werde die Konzeption vorgestellt, so König.
Hatzfeld: Das wird unerfreulich
Ute Hatzfeld-Baumann (Grüne) befürchtet, dass es zu Verkehrsproblemen kommen könnte, wenn die Abfertigung in wenigen Wochen unter Volllast laufe: „Das wird unerfreulich.“ Sie gehe davon aus, dass sich die Fahrer der Sattelzüge nicht an die von der BASF vorgegebene Route halten werden. Zur Erinnerung: Die Lkw sollen nach der Kontrolle auf der neuen Logistikfläche nicht den direkten Weg über die Brücke auf die B9 Richtung Süden zum Tor 15 im Gewerbegebiet Nachtweide nehmen, sondern erst Richtung Norden fahren, an der Anschlussstelle Petersau wenden und dann ihr Ziel ansteuern.
Für sie stelle sich außerdem die Frage, warum das Unternehmen die Überlegung, das Abfertigungszentrum über eine werkseigene Straße – Projektname „Nordroute“ – anzubinden, vorerst auf Eis gelegt habe. BASF-Werkleiter Uwe Liebelt hatte das bei der Einweihung Mitte August vor Pressevertretern unter anderem damit begründet, dass Verkehrssimulationen zu Beginn der Planungen noch Hinweise auf mögliche Engpässe am Knotenpunkt A6 und B9 geliefert hätten. Bei späteren Modellberechnungen sei das nicht mehr der Fall gewesen.
Nordroute separates Projekt
Michael Reinhardt, stellvertretender Leiter des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen, wies darauf hin, dass dieses aktuellere Gutachten auch Grundlage der Baugenehmigung für die Lkw-Abfertigung gewesen sei. Die Nordroute sei nie mit diesem Vorhaben verknüpft gewesen, sondern stelle eine eigenständige Planung dar. Die Überlegung des Chemiekonzerns dürfte dabei gewesen sein, Wege kurz zu halten. Dass die Pläne nicht mehr verfolgt würden, könne auch mit den immensen Kosten zusammenhängen, die der Bau einer solchen Straße verursachen würde, vermutete Ortsvorsteher König.