Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Vorbereitung aufs Residenzfest: Alles wie vor Corona – und doch so ganz anders

Das Abschluss-Feuerwerk ist geplant. Die extreme Trockenheit und die daraus resultierende Brandgefahr könnten im Wege stehen.
Das Abschluss-Feuerwerk ist geplant. Die extreme Trockenheit und die daraus resultierende Brandgefahr könnten im Wege stehen.

Die Folgen der Pandemie, ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis, der Zwang zum Energiesparen: Feiern scheint heute gar nicht mehr so einfach wie noch vor 36 Monaten. Fürs Residenzfest haben die Verantwortlichen einen Plan entwickelt. Und sind überzeugt, dass es ein richtig gutes Fest wird.

Sage und schreibe drei Jahre liegt das bis dato letzte Residenzfest zurück. Zweimal hintereinander hat die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch diesmal hat es ein wenig gedauert bis feststand: Die 70. Auflage des Resifests kann steigen. „Wir haben uns da lange schwer getan“, sagt Stadtbürgermeister Marc Muchow, gemeinsam mit seinen Stadtbeigeordneten habe er „Respekt vor dieser Entscheidung“ gehabt. 2021 hatte das Fest sechs Wochen vor dem vorgesehenen Start abgesagt werden müssen, nun war bereits etwas früher im Jahr klar: Feiern im August sollte „mit überschaubarem Risiko möglich“ sein, wie Muchow im Juni sagte. Im Nachhinein habe sich die Entscheidung, die Planungen mit Hochdruck voranzutreiben, als richtig herausgestellt – auch mit Blick ins Umland: „Wir wären die einzigen gewesen, die nicht feiern.“

Pandemie: Lange einiges unklar

Obgleich von 13. bis 15. August fast alles so laufen soll wie bei den Residenzfesten vor Corona, wie Muchow sagt, steht die erste Auflage des Resifests noch immer unter dem Eindruck der Pandemie, die – nebst vielen anderen Aspekten – großen Personalnotstand im Gastgewerbe nach sich zieht. Folge: Im Schlosspark wird es keine Bewirtung geben. „Das ist dort sehr personalintensiv“, weiß der Stadtbürgermeister. Weil zudem aufgrund der langen Unsicherheit erst später als sonst in die Planungen eingestiegen werden konnte, sei am Ende nichts zu machen gewesen. Das könne aber 2023 schon wieder anders aussehen. Auch der Forstamtshof fällt raus: Die Steinbacher Feuerwehr habe wegen Problemen mit dem Catering absagen müssen, berichtet Katrin Stephan, bei der Stadt für Veranstaltungen zuständig.

Generell sei es schwierig, Caterer zu finden, aber auch genügend Personal für den Ausschank, sagt Muchow. Während manch Sportverein „Gott sei Dank ein paar junge Leute gefunden hat, die sich engagieren“, hätten vor allem „alteingesessene Vereine zu kämpfen“. Um so besser, dass das Resifest wieder stattfinden kann: „Das ist ja auch eine Gelegenheit, sich zu präsentieren und Mitglieder zu werben“, befindet Muchow, der laut eigener Aussage „beim Resifest dem Museumsverein beigetreten“ ist.

Sicherheit: Allgemeinverfügung und mehr Personal

Fraglich ist auch, wie groß der Andrang sein wird. Stephan erwartet nach drei Jahren Zwangspause einen größeren Ansturm als sonst. Wobei womöglich der eine oder andere fern bleibt, weil ihm Menschenansammlungen in Zeiten wieder steigender Infektionszahlen nicht geheuer sind, meint Muchow. In jedem Fall wird das Ordnungsamtspersonal aufgestockt: Waren bis dato sechs Mitarbeiter im Einsatz, werden es diesmal zehn sein. Auch deshalb, weil „die Menschen das Feiern ja nicht mehr gewohnt sind“, wie Muchow sagt. Gerade rund um den Rummel gebe es ohnehin oft Konfliktpotenzial – und dort kämen jetzt „völlig feier-unerfahrene Jahrgänge zusammen“.

Fürs Festwochenende wird eine Allgemeinverfügung auf den Weg gebracht, wonach im Bereich der Innenstadt der Verzehr von mitgebrachten Spirituosen nicht erlaubt ist (darunter fallen auch Alcopops). Diese Verfügung hatte es erstmals 2019 gegeben – als Reaktion auf die Schwierigkeiten im Jahr zuvor: Damals war der Katastrophenschutz des Kreises um Unterstützung der Rettungsleitstelle gebeten worden. Den ganzen Abend über waren die Rettungskräfte aus dem Kreis unterwegs gewesen, sehr oft war zu starker Alkoholgenuss der Grund.

Energiesparen Gebot der Stunde

Auch das Thema Energieverbrauch lässt sich bei einer Veranstaltung dieser Größe nicht mehr ausblenden. Aufgrund des „enormen Einsparpotenzials“ (Muchow) von LED-Lampen sei bei der Festbeleuchtung bereits auf solch moderne Leuchtmittel umgerüstet worden. Die Lampenketten – rund drei Kilometer hängen durch die Stadt verteilt – könnten dadurch mit dem gleichen Verbrauch betrieben werden, „den normalerweise zehn der alten Straßenlaternen haben“. Eine Zeitschaltuhr soll zudem dafür sorgen, dass nicht die ganze Nacht durchgeleuchtet wird.

Trotz all der Aspekte, die bedacht werden müssen: Stephan und Muchow sind überzeugt, dass das Residenzfest ein gelungenes Comeback geben wird. „Fast alle Standbetreiber haben wieder zugesagt“ – fast: Aus personellen Gründen werden die Gäste aus Ritten nicht mit einem Stand vertreten sein. Eine weitere Änderung bei den Höfen: Das Zellertaler Weingut Schwedhelm ist in diesem Jahr nicht mit von der Partie, der SV Kirchheimbolanden sorgt für die Gäste bei Foto Stepan in der Neuen Allee. Im Hof der Karl-Ritter-Schule gibt der Obsthof Enders aus Albisheim seine Premiere.

Nach der Kulturnacht am Freitag, 12. August, ab 16 Uhr wird das Resifest am Tag darauf um 17 Uhr eröffnet, ehe der 26. Residenzfest-Lauf startet. Am Sonntagvormittag steht wie gehabt die Matinee der Ballettschule Flex&Point im Schlossgarten an, nach dem verkaufsoffenen Sonntag (13 bis 18 Uhr) folgen das Orgelkonzert in der Paulskirche und ab 19 Uhr Livemusik auf dem Römerplatz. Eben alles wie bei den Residenzfesten vor Corona. Auch das Hoffen, dass die Waldbrandgefahr dem Höhenfeuerwerk am Montagabend keinen Strich durch die Rechnung macht.

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