Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Too Good to Go: Per App Lebensmittel günstiger kaufen

Mit der App „Too good to go“ können Lebensmittel vor der Mülltonne gerettet werden.
Mit der App »Too good to go« können Lebensmittel vor der Mülltonne gerettet werden.

Alles wird teurer? Mit der App „Too Good To Go“ können Kunden Lebensmittel für ein Drittel des eigentlichen Preises kaufen und damit nebenbei etwas Gutes tun. Im Donnersbergkreis machen nun weitere Geschäfte mit.

Das Prinzip ist einfach: Eine Überraschungstüte im Wert von neun Euro bekommt man zum Beispiel bei der Bäckerei Brand für drei Euro. Vier Filialen der Kette machen bei der App „Too Good To Go“ (Zu gut zum Wegwerfen) mit. In Kirchheimbolanden, Eisenberg, Carlsberg und Alzey kann man über die App eine Magic Bag – eine Überraschungstüte – online bestellen und vor Ort in der Bäckerei abholen. In den Tüten sind Backwaren, die nicht verkauft wurden und weggeschmissen werden müssten, obwohl sie noch genießbar sind.

„Abends bleiben oft noch Lebensmittel übrig, wir haben eine Retourenquote von acht bis zehn Prozent“, sagt Klaus Brand, Geschäftsführer der gleichnamigen Bäckerei. „Deshalb verkaufen wir die Waren günstiger über ,Too Good To Go’.“ Als Brand von der App erfahren hat, schaute er sich zunächst das Konzept an und probierte es vier Wochen lang in einer Filiale aus. Weil es gut funktionierte, kamen drei weitere hinzu.

Immer mehr machen mit

Für die Geschäfte ist es eine zusätzliche Arbeit, die Tüten zu packen und die App zu pflegen. Doch auch wenn die Verkäufer nur ein Bruchteil des Geldes bekommen, ist die Nutzung der App für das Image und als Werbung gut. „Man macht damit kein Geschäft“, bestätigt Brand. „Aber es geht eher um den guten Zweck.“

Auch im Bistro Vital bei der HEM-Tankstelle in Kirchheimbolanden werden Magic Bags angeboten. Ebenso wie beim Mörsfelder Kartoffelstand, den Bäckereien Theurer und im Rewe to go bei Aral. In Deutschland machen über 16.000 Bäckereien, Supermärkte, Restaurants und Hotels nach Angaben von „Too Good To Go“ mit. 8,5 Millionen Menschen nutzen die App und haben schon mehr als 19 Millionen Magic Bags gerettet. Im April dieses Jahres waren es noch circa 13.000 Unternehmen und 7,1 Millionen Menschen.

Für Nutzer kostenlos

Eine Konkurrenz zur Tafel ist die App übrigens nicht. „Wir arbeiten auch mit der Tafel zusammen“, erzählt Brand, „und trotzdem bleiben abends noch Lebensmittel übrig. Die werden dann über ,Too Good To Go’ verkauft.“ Zwei Tüten bietet die Bäckereikette pro Tag und pro Filiale an. Je nachdem wie viele Lebensmittel übrig sind, werden manchmal aber auch drei oder vier Angebote online gestellt. Die Überraschungstüten seien meist relativ schnell reserviert, berichtet Klaus Brand. Wer eine Magic Bag bestellt, kann danach über die App eine Rückmeldung geben. Im Schnitt bekam die Bäckerei Brand 4,5 bis 4,9 Sterne, weshalb der Geschäftsführer davon ausgeht, dass das Konzept gut ankommt.

Das Ziel von „Too Good To Go“ ist es, Lebensmittel zu retten. Doch auch um Geld zu sparen und Lebensmittel günstiger zu kaufen, kann die App genutzt werden. Jeder, der ein Smartphone hat, kann sich die App herunterladen und schauen, ob in der Nähe eine Magic Bag angeboten wird. Für alle Kunden ist die App kostenlos.

Zur Sache: So funktioniert die App

In der App „Too Good To Go“ werden alle Läden im näheren Umkreis angezeigt, die Überraschungstüten verkaufen. Mit ein paar Klicks wird eine „Magic Bag“ reserviert und gekauft. Außerdem erfährt der Kunde, wie viel ein Paket kostet und wann es abgeholt werden kann. Für diejenigen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, kann über einen Filter gezielt nach Überraschungstüten gesucht werden, die diese Bedingungen erfüllen. Wer seine Lieblingsläden schneller finden möchte, kann sie zu Favoriten hinzufügen. Der Inhalt der Überraschungstüten ist – wie der Name sagt – eine Überraschung. In dem Abschnitt „Was dich erwartet“ stehen aber weitere Informationen, die verraten, ob man beispielsweise Süßigkeiten oder Gemüse von einem Supermarkt rettet.

x