Imsweiler
Ortsumgehung: Brücken-Unterbau schon gut zur Hälfte fertiggestellt
Denn Gewicht ist nun am hinteren Ende des nach Abschluss der Arbeiten 222 Meter langen Bauwerks unbedingt notwendig: „Wir müssen dort schon einen Teil der Fahrbahnplatte herstellen und sogenannten Ballast-Beton aufbringen – sonst besteht spätestens beim Verschub der Konstruktion die Gefahr, dass diese nach vorne kippt“, erläutert Volker Priebe, stellvertretender Leiter des Landesbetriebs Mobilität Kaiserslautern, im RHEINPFALZ-Gespräch.
Der Grund: Während die Hälfte der Brücke auf dem von der B 48 zwischen Rockenhausen und Imsweiler abzweigenden Straßendamm ausgelegt worden ist, hängen jetzt die ersten der sich zwischen vorderem Widerlager und dem Mittelpfeiler im Tal anschließenden Stahlteile „in der Luft“. Natürlich nicht komplett – getragen werden sie von Hilfsstützen, die nach Komplettierung des riesigen Hohlkastens wieder entfernt werden. Dennoch ist an dessen zur B 48 hin gelegenen Seite ein Gegengewicht erforderlich. Was angesichts der gewaltigen Dimension kaum verwundert: Wenn laut Planung 2024 die ersten Autos über die Umgehung rollen, werden alleine für die Talbrücke rund 1000 Tonnen Stahl, 4500 Kubikmeter Beton und nach momentaner Schätzung 17 Millionen Euro verbaut sein. Inklusive Tunnel-Bau ist das gesamte Projekt mit Kosten von 66 Millionen Euro veranschlagt.
Stahlkasten besteht aus 14 Modulen
Die rund 1,8 Kilometer lange Strecke lässt von Rockenhausen kommend Imsweiler rechts liegen, führt durch den Bergrücken und trifft vor Schweisweiler wieder auf die alte B 48. Nördlicher Ausgangspunkt ist – nach einem kurzen Straßenabschnitt – die Brücke, mit deren Hilfe Bahnlinie, Alsenz und Radweg überquert werden. Die Herstellung läuft schon seit Monaten auf Hochtouren. Der viereckige Stahlkasten, der später einmal die 35 Zentimeter dicke Fahrbahnplatte tragen wird, setzt sich aus 14 Modulen zusammen.
Diese sogenannten Schüsse bestehen wiederum aus mehreren Einzelteilen, die bis zu 30 Meter lang und 40 Tonnen schwer sind. Sie werden per nächtlichen Schwertransporten aus dem sächsischen Plauen angeliefert. „Die ersten acht Schüsse sind komplett montiert und zusammengeschweißt – das entspricht der Hälfte der Brücke“, erklärt Priebe. Dieser außen bereits größtenteils beschichtete Abschnitt des Bauwerks liegt derzeit auf „Festland“, während zwei weitere schon angefügte, aber noch nicht fertig verschweißten Schüsse über das vordere Widerlager hinausragen. Sie werden rund 15 Meter über dem Boden von Behelfspfeilern getragen.
Jetzt wird erst einmal betoniert
Rund zwei Drittel des Unterbaus ist also vor Ort – bis der Stahlkasten weiter wächst, wird es aber etwas dauern: Bis Mitte August soll das Betonieren im hinteren Bereich abgeschlossen sein. „Vergangene Woche hat die Firma mit dem Einschalen begonnen. Läuft alles planmäßig, geht es im September mit dem Einheben der nächsten Brückenteile weiter“, so der Projektleiter.
Vermutlich erst im Spätherbst wird der spektakuläre Höhepunkt über die Imsweilerer „Freilichtbühne“ gehen: Nach Entfernen der provisorischen Tragstützen wird der Stahl-Koloss mit Hilfe von zwei selbstfahrenden Spezial-Transportern an seinen endgültigen Standort gehievt. Diese schieben den XXL-Kasten aus Richtung B 48 Stück für Stück gen Berg, ehe er nach einer Reise von 111 Metern an seinem Platz ankommt. Bis Sommer 2022 soll der gesamte Brücken-Bau beendet sein. Dann laufen jenseits des Bergrückens wohl bereits die Arbeiten an dem 400 Meter langen Straßentunnel. Hierfür sind unter anderem Sprengungen notwendig. Die nächsten gewichtigen Aufgaben bei der Imsweilerer Ortsumgehung stehen also schon bevor ...