Donnersbergkreis
Mit dem Fahrrad durch den Kreis (10): Biken und Kneippen im Zeichen des Kleeblatts
Ein dreiblättriges Kleeblatt ist das Logo eines gleichnamigen Wanderweges. Dreiblättrig deshalb, weil die Route drei Orte am Donnersberg – Jakobsweiler, Bennhausen und Dannenfels – verbindet. Da man unterwegs auf einige Kneipp-Anlagen stößt, die man vor allem im Sommer zur Erfrischung nutzen kann, erfuhr der Weg ein touristisches Upgrade zum Kneipp-Kleeblatt-Weg. Er wurde zwar ursprünglich für Wanderungen konzipiert, aber lässt sich ebenso gut als Radtour bewältigen. Wegen einiger stärkerer Steigungen und da man häufig Waldwege als Untergrund hat, ist ein E-Mountainbike empfehlenswert.
Start ist auf dem Jakobsweilerer Dorfplatz. Wir biegen nach rechts in den Rosenweg ein, der nach einigen Metern am Puppenstubenmuseum vorbeiführt. Kurz nach Verlassen des Ortes wird aus dem bisher asphaltierten Untergrund ein befestigter Feldweg, der mit gleichmäßiger Steigung aufwärts führt, von einigen waagrechten Abschnitte abgesehen. Vom höchsten Punkt des Weges hat man einen schönen Fast-Rundum-Blick, wobei nur der Donnersberg „im Weg steht und stört“. Eine Liegebank lädt zu einer Rast ein. Von hier aus geht es in Richtung Bennhausen ziemlich steil und holprig bergab - dies ist MTB-Gelände. Nach einer kleinen Kuhle geht es wieder recht steil bergauf, bis man in Bennhausen auf die Hauptstraße trifft. Hier wendet man sich nach rechts.
Kennzeichnung manchmal etwas irritierend
Vorbei am Schmiedemuseum und am Dorfplatz mit Brunnen und Schwengelpumpe erreicht man am Ortsausgang rechts ein kleines Parkgelände mit einem Teich, Spielgeräten, einem Kneipp-Becken und einem großzügigen Sitzplatzangebot, das zu einer Rast einlädt. Schräg gegenüber zeigt ein Kleeblatt die Fortsetzung an. Man durchquert den Ort und hat danach am Waldrand eine sehr starke Steigung zu bewältigen. Hier ist die E-Unterstützung schon sehr hilfreich. In Bennhausen selbst ist die Kennzeichnung des Weges manchmal etwas irritierend, da scheint es zwei Möglichkeiten zu geben. Außerdem versteckt sich ein Kleeblatt hinter der Stange eines Schildes. Entscheidend ist, dass man den steilen Hang gegenüber als Grobrichtung im Blick hat.
Vom höchsten Punkt des Steilhangs aus lassen wir es dann entspannt auf einem breiten gut befestigten Waldweg abwärts rollen. Wir kommen in die Nähe des sogenannten Stauweihers und passieren eine alte Sperranlage, die „Schließ“. Der Weg führt weiter durch den Wald, immer am munter fließenden Dörrbach entlang, bis man auf die Landstraße L398 trifft, die von Kirchheimbolanden nach Dannenfels führt. Hier befindet sich die Dannenfelser Mühle, die eine lange Vergangenheit als Gasthaus und Hotel hat. Heute wird nur noch der kleine See hinter den Gebäuden als Angelweiher genutzt, ein begrenztes Verpflegungs- und Getränkeangebot ist vorhanden.
Dannenfels und den Donnersberg vor Augen
Unser Weg geht am Weiher vorbei und verläuft einen knappen Kilometer am Waldrand entlang, bis man auf eine kleine Holzbrücke trifft, auf der man nach links den Dörrbach überqueren kann. Die Holzteile sehen nicht mehr alle vertrauenerweckend aus, den durchschnittlichen mitteleuropäischen Radfahrer tragen sie aber noch. Nun haben wir oben Dannenfels und den Donnersberg direkt vor Augen. Über einen recht gleichmäßig ansteigenden Asphaltweg erreichen wir schließlich den dritten und letzten Ort unserer Tour.
Das Kleeblatt führt uns weiter bergauf bis zum „Park der Sinne“ neben der Grundschule, wo erneut eine Kneipp-Anlage zur Erfrischung einlädt. Für diejenigen, die jetzt schon etwas müde sind, stehen Holzliegen zum Ausruhen bereit. Die Fußwanderung würde nun von hier aus nach rechts oben über ein Freizeitgelände mit Grillplatz in den Wald führen. Mit dem Rad ist es aber empfehlenswerter, wieder auf die Bastenhauser Straße unterhalb des Parks zurück zu fahren und nach einer relativ kurzen Strecke nach rechts in die Oberstraße einzubiegen, die zunächst auch wieder bergauf führt. An der Stelle, wo die Oberstraße auf die Donnersbergstraße stößt, findet man rechts das Landhotel Berg und links das Haus Linn, das auch Haus des Gastes genannt wird.
In Tuchfühlung mit „keltischem Skulpturenweg“
Man sollte nun der Donnersbergstraße nach rechts folgen, bis man das Gelände des Kastanienhofes – eine urige Blockhütte – erreicht. Von hier aus führt ein abwechslungsreicher Waldweg am Hang über etwa drei Kilometer bis zum Gasthaus Wildenstein, das an der Straße zwischen Dannenfels und Steinbach (L394) am Eingang zum Wildensteiner Tal steht. Leider ist die Kleeblatt-Kennzeichnung auf dem Waldweg nicht mehr so zuverlässig wie auf der bisherigen Route, da sie nur noch selten auftaucht. Man kann sich aber auch an den Ziffern 1 und 2 im gelben Kreis orientieren. Die letzte Passage oberhalb des Gasthauses ist ein relativ schwieriger Single-Trail. Steilheit, geringe Breite und vor allem im Herbst rutschiger Untergrund verlangen eigentlich nach einem MTB. Ein normales Fahrrad sollte man hier eventuell schieben.
Weiter unten kommt man auf den Pfälzer Höhenweg – mit blau-weißer Wolke als Markierung –, der hier gleichzeitig als „Keltischer Skulpturenweg“ erkundet werden kann. Er verbindet das Keltendorf in Steinbach mit dem keltischen Oppidum auf dem Donnersberg und wird von 13 Skulpturen gesäumt. Die wurden vor einigen Jahren von Künstlern aus der Region gestaltet. Wir kommen auf unserem Weg an einem dieser Objekte, dem „Mystischen Gastmahl“ von Motz Tietze, vorbei. Es handelt sich um einen Opferaltar aus Steinen, hinter dem vier überdimensionale Fibeln stehen. Fibeln oder Schließen wurden seit der Bronzezeit benutzt, um Kleider und Umhänge zusammen zu halten und wurden auch als Schmuckstücke verwendet. Die „mystische Wirkung“ auf den Betrachter ist schon recht eindrucksvoll.
Mit dem Erreichen des Gasthauses Wildenstein sind wir wieder in der „Zivilisation“ angekommen. Wir nehmen den Feldweg rechts neben dem Lokal, der uns in einem angenehmen Tempo hinunter nach Jakobsweiler rollen lässt, wo sich am Dorfplatz der Kreis schließt.