Donnersbergkreis
Kita Louhans: Zusätzlicher Anbau in Modulbauweise – Waldgruppe geplant
Rund 350 Kita-Plätze gibt es insgesamt in Kirchheimbolanden, verteilt auf die Einrichtungen Villa Kunterbunt, Ritten und Louhans. Das war in der Vergangenheit völlig ausreichend, doch schon fürs laufende Jahr würden laut Kreisverwaltung etwa 30 Plätze mehr benötigt. Die Kitas sind voll, laut Stadtbürgermeister Marc Muchow haben auch bereits „einige wenige Eltern“ abgewiesen werden müssen, die ihren Schützling anmelden wollten. In diesen Fällen müssten sich Eltern an die Kreisverwaltung wenden, um Plätze in umliegenden Einrichtungen zu suchen.
Und für 2021 sagt die Berechnung gar voraus, dass mehr als 400 Kita-Plätze in der Kleinen Residenz benötigt werden. Daher gibt es schon seit längerer Zeit Planungen für An- oder gar Neubauten. Die Entscheidung fiel darauf, den Kita Louhans am Linsenpfad um eine siebte Gruppe zu erweitern, da dort ohnehin ein aufwendiger An- und Umbau ins Haus steht: Für rund 1,8 Millionen Euro soll dort gewerkelt werden, unter anderem soll es endlich Essensräume und eine professionellere Küche geben – das steht schon seit mehr als zwei Jahren fest. Im Frühjahr 2021 soll nun Baubeginn sein.
Schneller Auf- und Abbau
Allerdings: Das zeigt, dass öffentliche Bauten eben doch eine ganze Zeit benötigen. Mit der Erweiterung muss es deutlich schneller gehen, um die dringend benötigten Betreuungskapazitäten zu schaffen. „Bei Kitas gibt es natürlich nur wenige Monate Vorlauf, um sich auf erhöhten Betreuungsbedarf einzustellen“, sagt Muchow. Für Grundschulen sei der zukünftige Bedarf schon sechs Jahre lang absehbar. Da der noch vom alten Stadtrat beschlossene Umbau nun von der Situation eingeholt wurde, dass auch noch erweitert werden muss, sei ein kompletter Neubau natürlich noch einmal Thema geworden, berichtet Muchow. Da wäre man dann aber in den Kostenbereich von um die sechs Millionen Euro gekommen.
Nun soll die Erweiterung, die 20 bis 25 neue Plätze bringen soll, also in Modulbauweise sein. Der Planentwurf des Kirchheimbolander Architekten Manfred Brandt sieht einen Gruppenraum, einen Differenzierungsraum – also einen zusätzlichen Raum für die Gruppe – sowie eine Garderobe vor. Insgesamt etwa 85 Quadratmeter. Die einfache Containerbauweise soll zwei Vorteile bieten. Zum einen geht es schnell: Laut Brandt können die Container, nach der Gründung, innerhalb eines einzigen Tages aufgestellt werden. Und sie sind schnell und einfach zurückzubauen, wie Michael Ruther unterstreicht, der als Stadtbeigeordneter für die Kitas zuständig ist. „Wer weiß, vielleicht werden sie ja mal an anderer Stelle benötigt ...“, sagt er mit Blick auf immer wiederkehrende Planungsunsicherheiten. „So können wir flexibel reagieren.“
Waldgruppe am Leiselsbach?
Zumindest hat das Land es nicht grundsätzlich abgelehnt, den Anbau in Modulbauweise – Kostenpunkt 150.000 Euro – zu bezuschussen. Allerdings verlangt das Landesjugendamt einen Nachweis, der belegt, dass das geplante vorgehen tatsächlich wirtschaftlicher ist als ein massiver Anbau. Klar, die Investitionssumme ist offenkundig geringer bei der Modulbauweise, allerdings wird für die Container auch eine geringere Lebensdauer angesetzt. Ein solcher Wirtschaftlichkeitsnachweis soll zusammen mit den Unterlagen zur Beantragung eines Landeszuschusses bis 1. Dezember beim Landesjugendamt vorliegen. Architekt und Verwaltung arbeiten an diesen Unterlagen, seit der Stadtrat dem Planentwurf bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig zugestimmt hat.
Doch 20 bis 25 neue Kita-Plätze sind noch nicht genug, um den Bedarf für 2021 zu decken. Rund 20 weitere Plätze soll eine Waldgruppe bringen, die an eine Einrichtung – voraussichtlich ebenfalls an die Kita Louhans – angedockt werden soll. Eine Gruppe sei wesentlich einfacher zu etablieren als eine ganze Waldkita, schildern Muchow und Ruther. Laut Stadtbürgermeister steht das Thema schon länger auf der Agenda, allerdings sei es durch die Pandemie in der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ein wenig nach hinten verschoben worden. Eine solche Waldgruppe bietet naturnahe Betreuung für Drei- bis Sechsjährige, die Gruppenräume befinden sich in kleinen Bauten abseits der Kita, in Bauwagen oder Hütten. Der Stadtrat will sich bei seiner nächsten Sitzung eingehend mit dem Thema befassen. Dann könnte auch das ehemalige Thielwoogbad-Gelände eine Rolle spielen, dessen Neugestaltung bevor steht.