Handball
Geschlossenheit als Erfolgsrezept der HR-Herren
Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass die „Nordpfälzer Wölfe“ schon einmal am Aufstieg in die Verbandsliga schnupperten. Damals wurde durch Abmeldungen anderer Vereine noch ein Platz frei. In den angesetzten Entscheidungsspielen mussten sie sich der HSG Dudenhofen/Schifferstadt geschlagen geben. Nun folgt der Aufstieg in die zweithöchste pfälzische Spielklasse also mit einer einjährigen Verspätung. Die HR hat sich durch die verlorenen Aufstiegsspiele nicht von ihrem Weg abbringen lassen, sondern spielte eine stabile Runde, in der 30:10 Punkte zum Aufstieg reichten. Sechs Zähler betrug der Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz.
„Intern war schon vor Saisonbeginn die klare Zielsetzung, in diesem Jahr in die Verbandsliga aufzusteigen“, verrät Coach Johannes Finck. Er bestätigt, dass seine Mannschaft sich besonders in der Defensivarbeit verbessert habe. Ein Blick auf die Statistik bestätigt dies: Kein anderes Team in der Bezirksliga kassierte durchschnittlich weniger Treffer als die „Wölfe“. 525 Mal mussten die HR-Torhüter in 19 Spielen hinter sich greifen – das Rückspiel gegen die HSG Landau/Land 2 fand nicht statt, weil die Südpfälzer nicht antraten.
Nie den Fokus verloren
Mit Sicherheit hätte Finck das Spiel gerne gespielt, denn das Hinspiel war eines von zwei schwachen Spielen seiner Mannen. „Dort haben wir ein schlechtes Spiel gemacht und hätten trotzdem nie verlieren dürfen“, erinnert sich der Dauerbrenner auf der HR-Bank. Das andere Spiel zum Vergessen war das Derby daheim gegen Eckbachtal, das mit 34:40 verloren ging. „Das war der spielerische Tiefpunkt – aber solche Spiele gibt es“, meinte Finck. Wichtig sei gewesen, dass die Mannschaft immer an ihre Entwicklung geglaubt habe und den Fokus nie verloren habe.
Auch für Kapitän Dimitri Kerber war das Derby der Wendepunkt. „Wir hatten danach eine Mannschaftssitzung, die jedem mentale Stärke und Energie für die restlichen Spiele gegeben hat. Das war sehr wichtig, gerade weil es der Mannschaft schwerfällt, Emotionen zu zeigen“, betont Kerber. Tatsächlich machte die HR mit überzeugenden 11:1 Punkten aus den dann noch folgenden sechs Spielen den Aufstieg klar. Einzig gegen den Mitaufsteiger TV Kirrweiler gab es ein Unentschieden. „Da haben wir uns als Mannschaft noch richtig weiterentwickelt, gerade weil wir einen schwierigen Saisonstart hatten, als viele Spieler verletzungs- oder krankheitsbedingt ausgefallen sind“, sagt Kerber und stellt fest, dass die Runde „nicht unbedingt die schönste, aber eben erfolgreich war“.
Tore auf viele Schultern verteilt
Die mannschaftliche Geschlossenheit trug auch einen großen Teil zu dieser erfolgreichen Spielzeit bei. Während viele Teams einen Haupttorschützen haben, war die Aufgabe des Toreschießens auf viele Schultern verteilt, was die Mannschaft für die Gegner schwer ausrechenbar machte. Bester Torschütze war Flügelflitzer Alexander Drude mit 102 Treffern, was den zehnten Platz der Torschützenliste in der Bezirksliga ergab. Erek Heinz und Marc Kuhn folgen auf den Plätzen 15 und 16. Außer den Dreien ist kein weiterer „Wölfe-Spieler“ unter den Top 40 zu finden.
Besonders gefreut habe die Mannschaft, so Spielführer Dimitri Kerber, dass im Laufe der Saison immer mehr Zuschauer in die Halle gekommen sind. So wurde auch gemeinsam mit Familie, Freunden und Fans der Aufstieg im Göllheimer Sportheim gefeiert. Zwei Wochen trainingsfrei hat Johannes Finck seinem Team nach Abschluss der Runde gewährt. Dann wird wieder trainiert. „Dann werden wir in allen Bereichen der Athletik die Grundlagen auffrischen und erhöhen, aber auch im technischen Bereich arbeiten“, verrät Finck, der sein Team noch nicht am Ende ihrer Entwicklung sieht. „Die Abläufe, die die Mannschaft kennt, müssen auf ein höheres Tempo gebracht werden. Gerade mit den jungen Spielern ist das eine Chance. Die Verbandsliga ist dafür ein gutes Lernfeld“, so Finck.
Rundenbeginn im September
Bis zum Rundenbeginn im September haben die „Nordpfälzer Wölfe“ noch viel Zeit, sich weiterzuentwickeln. Es werden ihnen harte Wochen der Vorbereitung bevorstehen. Finck ist optimistisch, dass die HR sich auch eine Etage höher ordentliche verkaufen kann: „Klar ist, dass wir uns in der Verbandsliga nicht verstecken werden.“ Inwieweit es durch Zu- und Abgänge Veränderungen im Kader geben wird, steht bisher noch nicht fest.
Die HR-Spieler 2022/23
Alexander Drude (19 Einsätze/102 Tore), Erek Heinz (16/90), Marc Kuhn (19/87), Max Junghanß (17/49), Felix Selz (12/41), Dimitri Kerber (14/33), Elias Burton (16/32), Samuel Boger (13/31), Tarek Franck (16/30), Jahn Nitz (18/24), Eric Bolomsky (9/24), Niclas Burton (9/19), Yannick Boger (11/11), Magnus Dhom (6/10), Peter Helges (4/9), Matthias Seibert (11/8), Leonard Grum (3/3), Tom Springer (1/1), Jonas Griebe (19/0), Jan Schmitt (16/0), Daniel Griebe (3/0), Nils Steinmetz (2/0), Ben Caspar (1/0), Alexandro Dinger (1/0), Justus Dhom (1/0).