Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Beim ASV Winnweiler herrscht jetzt sogar Konkurrenzkampf

ASV Winnweiler, Neuzugänge; hintere Reihe von links: Waldemar Schneider (Trainer 1. Mannschaft), Gerd Hanauer (Co-Trainer), Chri
ASV Winnweiler, Neuzugänge; hintere Reihe von links: Waldemar Schneider (Trainer 1. Mannschaft), Gerd Hanauer (Co-Trainer), Christian Schirrmann, Marc Mieger (Torwart), Leonard Emmer, Lars Mandel, Fabian Ritzmann, Michael Hammerschmidt (Co-Trainer); vordere Reihe von links: Ilir Spahiu, Serdar Sevinc, Johannes Schwehm, Lauro Mayer, Jan Schuh, Simon Seipenbusch.

Absturz aus der Verbandsliga in die Bezirksliga, dann die Corona-Pandemie: Turbulente Jahre zuletzt beim ASV Winnweiler. Mittlerweile wachsen die Hoffnungen auf bessere Zeiten. Gründe dafür sind auch die ins Team strebenden Jugendlichen und Rückkehrer.

Seit etwa zwei Wochen steht die Mannschaft wieder im Teamtraining. Die Stimmung ist gut, es wird geflachst, aber auch der Konkurrenzkampf zieht an. Das ist auch an diesem Dienstagabend zu spüren, Trainer Waldemar Schneider bittet zu einer intensiven Konditionseinheit. „Die Trainingsbeteiligung ist gut, wir hatten direkt wieder um die 25 Mann dabei. Wir haben einen guten und jungen Kader“, erzählt er. Mit etlichen Spielern aus der eigenen Jugend wird der ASV seine Bezirksliga- und B-Klasse-Truppe für die kommende Spielzeit verstärken.

Spahiu und Schirrmann wieder im ASV-Trikot

„In den Jahren, in denen wir durchgereicht wurden, hatten wir Schwierigkeiten, überhaupt eine gute Mannschaft zusammenzubekommen. Jetzt haben wir zum ersten Mal wieder den Konkurrenzkampf, und die Jungs müssen sich wirklich strecken, um ins Team zu kommen“, erzählt Sportvorstand Martin Becker. Noch vor vier Jahren sei das Team in der Verbandsliga gewesen, dann abgestiegen, in der Folge auch aus der Landesliga. „In der Bezirksliga wären wir dann erneut abgestiegen, aber dann kam Corona.“ Eine zweite Chance, da es aufgrund des Abbruchs der Saison 2019/2020 keine Absteiger gab. Die vergangene Runde begann Winnweiler also wieder in der Bezirksliga Westpfalz Nord, bei Abbruch stand die Mannschaft auf Platz vier.

Becker ist froh, dass in diesem Jahr aus der eigenen Jugend viele Spieler in die Bezirksliga-Truppe aufrücken. So hat der Verein kaum Spieler von außerhalb verpflichtet, selbst die wenigen wie Ilir Spahiu (von Shqiponja Kaiserslautern) oder Christian Schirrmann (FV Rockenhausen) sind Altbekannte in Winnweiler. Dazu kommen aus der Jugend Fabian Ritzmann, Lauro Mayer, Leonard Emmer, Jonas Brack, Jan Schuh, Johannes Schwehm, Simon Seipenbusch, Daniel Wital, Marc Mieger, Lars Mandel, Serdar Sevinc (Fatihspor Kaiserslautern).

„Unser Ziel ist es, eine gute Runde zu spielen und so schnell wie möglich, nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben“, gibt Coach Waldemar Schneider vor. Seine Spieler drehen derweil Runden um den Kunstrasenplatz. Anfang Juni hat Schneider seine Jungs nach vielen Monaten Pause wieder zusammengetrommelt, „erstmal just for fun.“ Seit etwa zwei Wochen „sind wir jetzt in der richtigen Saisonvorbereitung“.

Am 9. Juli erstes Testspiel

Wohl nicht jeder habe die Vorgabe, sich zu Hause ordentlich fitzuhalten, umgesetzt, erzählt er schmunzelnd. „Aber ich war eigentlich positiv überrascht, es ist nicht Jeder schon top drauf, aber es ist auch keiner mit 20 Kilo Übergewicht gekommen.“

Sieben Testspiele will der Klub in der Vorbereitung bestreiten. Am Freitag, 9. Juli, geht es bereits gegen den FC Queidersbach (Bezirksliga Süd) los.

„Finanziell keine einfache Situation“

Doch auch wenn sich langsam wieder ein Gefühl von Normalität einstellt, berichtet Becker, sei die Situation nach dem Corona-Jahr „finanziell nicht einfach für einen Amateurverein wie uns“. Denn die Kredite müssen weiter bedient werden, „wir haben noch die Altlasten für den Bau des Kunstrasenplatzes und die Erneuerung des Kabinentrakts.“ Der ASV möchte die Flutlicht-Anlage modernisieren und auf LED umrüsten. Etwa 30.000 Euro werde dieses Projekt wohl kosten, erzählt der Sportvorstand, die ersten Anträge auf Zuschüsse seien gestellt. „Normalerweise refinanzieren wir uns auch über die Jugendturniere, die Veranstaltungen im Ort, bei denen wir ausschenken.“ Das Jugendturnier fiel wie 2020 auch in diesem Jahr noch einmal aus. Ob die Kerwe im Oktober stattfindet, sei noch unklar. Doch beim Blick auf die etwa 25 trainierenden Spieler ist ihm auch so etwas wie Vorfreude anzumerken, „Der Verein brennt darauf, dass es wieder richtig losgeht.“

Auch im Landesliga-Frauenteam tut sich etwas. „Wir sind super froh, eine Damenmannschaft zu haben, sie ist eine Bereicherung für das Vereinsleben. Die Damen bringen immer wieder noch mal ganz andere Ideen ein“, erzählt Becker. So haben sie in der Corona-Krise beispielsweise kleine Videos gedreht und sie auf den sozialen Medien veröffentlicht, „um zu zeigen, dass wir noch da sind“.

Und bei den Juniorinnen kann der Verein erstmals eine eigene C-Jugend melden. Aus ein paar Mädels ist eine größere Gruppe geworden. „Sie sind aktuell fast nicht vom Platz zu kriegen, sind jeden Tag hier“, erzählt Becker. Eine Möglichkeit zum Trainieren finden sie immer, wie auch jetzt. Einige von ihnen üben noch in einer Sonderschicht Torschüsse, während die Aktiven keuchend und prustend ihre Runden um den Platz drehen.

Infos zum ASV

Zugänge: Christian Schirrmann (FV Rockenhausen), Ilir Spahiu (Shqiponja Kaiserslautern), Marc Mieger (TuS Erfenbach), Serdar Sevinc (Fatihspor Kaiserslautern), Fabian Ritzmann, Lauro Mayer, Leonard Emmer, Jonas Brack, Jan Schuh, Johannes Schwehm, Simon Seipenbusch, Daniel Wital, Lars Mandel (alle eigene Jugend)

Abgänge: Alexander Günther (TuS Münchweiler).

Termine: Alle Spiele sind Heimspiele: Fr, 9. Juli, 19 Uhr: ASV I - Queidersbach; So, 11. Juli, 15 Uhr: ASV II - Dannenfels; Mi, 14. Juli, 19 Uhr: ASV I - Sippersfeld; Fr, 16. Juli, 19 Uhr: ASV I - SSC Landstuhl; Mi, 21. Juli, 19 Uhr: ASV I - Altleinigen; So, 25. Juli, 15 Uhr: ASV I - Neuhemsbach; Fr, 30. Juli, 19 Uhr: ASV II - Steinbach II, So, 1. August, 15 Uhr: ASV I - Göllheim; Sa, 7. August, 16 Uhr: ASV I - Kirschweiler/Hettenrodt.

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