Imsweiler
Bau der Ortsumgehung: Ab kommender Woche Ampel auf B48
Es wird letzten Endes zwar kein Jahrhundert-, aber annähernd ein „Jahrzehntprojekt“: Im Sommer 2017 hat der Bau der neuen Trasse um Imsweiler herum begonnen – bei planmäßigem Verlauf rechnet der federführende Landesbetrieb Mobilität (LBM) Kaiserslautern spätestens Ende 2025 mit einer Freigabe der 1,8 Kilometer langen Strecke. Diese erspart in Zukunft täglich tausenden Verkehrsteilnehmern den Weg durch das mehrere Engstellen aufweisende Straßendorf – und den Einheimischen jede Menge Dreck und Lärm.
Innerhalb des nach jetzigem Stand rund 66 Millionen Euro teuren Vorhabens sind die beiden zeit- und kostenintensivsten Maßnahmen zum überwiegenden Teil abgeschlossen: Bereits im November 2021 wurde die 222 Meter lange Talbrücke bei der Schleifmühle mit einem speziellen Verfahren an ihren Platz gerollt; im Jahr darauf startete die nicht minder spektakuläre, unter anderem mit Hilfe von Sprengungen realisierte Errichtung des auf 400 Metern Länge durch den Bergrücken östlich von Imsweiler führenden Straßentunnels – der erste im Donnersbergkreis.
Im Spätsommer soll Haken hinter Tunnel sein
Im Rohbau ist die Röhre durch den Mühlberg fertiggestellt. Voraussichtlich noch bis Ende Mai sind die Tunnelbauer mit der Herstellung der Sohle, sprich des Untergrunds beschäftigt, teilt der stellvertretende Leiter des LBM Kaiserslautern, Volker Priebe, auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. „Danach geht es mit der Sicherheitstechnik weiter, die Aufträge sind bereits vergeben“, so Priebe. Dazu zählen die Beleuchtung und das Verlegen der Löschwasserleitungen. Möglichst im Spätsommer soll endgültig der Haken hinter den Tunnel gemacht werden – mit Ausnahme der am Ende auf der gesamten Umgehung „in einem Guss“ installierten Deckschicht.
Parallel dazu fällt am Montag, 22. April, der Startschuss für einen weiteren wichtigen Mosaikstein des Mammutprojekts: die beiden Anbindungen der künftigen an die bestehende Straße. Dies kann nur zeitversetzt geschehen, denn ansonsten wäre die Bundesstraße parallel von beiden Seiten gekappt und die von Gundersweiler kommende L387 die einzige Zufahrt nach Imsweiler. Zunächst wird deshalb der nördliche Anschluss zwischen Talbrücke und B48 gebaut.
Verkehr wird um Baustelle herum geleitet
Um zu vermeiden, dass dafür eine Vollsperrung notwendig ist, hat die Firma Stutz aus Kirchheim im Auftrag des LBM bereits im Februar mit dem recht aufwändigen Anlegen einer Umfahrung begonnen. Dazu wurde ein nahe der Schleifmühle verlaufender Wirtschaftsweg verbreitert – über ihn wird der Verkehr unter der Brücke hindurch, um die Baustelle herum und dann zurück auf die B48 geleitet. Da dies aber nur einspurig möglich ist, wird es ab kommender Woche eine Ampelregelung geben.
Die ist laut LBM erforderlich, „um die Bundesstraße im Bereich der geplanten Anschlussstelle zurückzubauen und eine Einmündung mit geänderten Linienführung herzustellen“. Denn künftig haben die Verkehrsteilnehmer auf der Umgehung Vorfahrt, wer nach Imsweiler will, muss aus Richtung Rockenhausen rechts abbiegen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich zwei Monate, Ende Juni soll auf der Nordseite die Verknüpfung abgeschlossen sein. „Danach werden die neuen Verkehrsflächen direkt in Betrieb genommen“, so der LBM. Will heißen: Statt wie bislang geradeaus muss an der Nahtstelle schon vor Freigabe der Umgehung ein „Schlenker“ gefahren werden.
Zweiter Lückenschluss im Sommer 2025
Sobald die Ampel wieder abgebaut ist, sollen im Sommer zwischen Imsweiler und Schweisweiler die Erdarbeiten zur Herstellung des Südanschlusses beginnen. Dafür ist noch jede Menge zu tun, unter anderem sei eine Dammschüttung erforderlich. Priebe hofft, „dass wir noch im Herbst auf diesem Stück mit dem Asphaltbau und der Entwässerung beginnen können“. Diese Arbeiten werden sich wohl „weit in das Jahr 2025 ziehen“. Auch hier steht dann irgendwann die Verbindung zwischen Umgehung und bestehender B48 an. Priebe zufolge ist dann eine mehrwöchige Vollsperrung unumgänglich. „Wenn möglich, wollen wir damit nächstes Jahr in die Sommerferien gehen.“ Es ist bis auf kleinere Restarbeiten die letzte Hürde auf dem Weg zur lange ersehnten Freigabe der Straße.
Die am Montag beginnende Baustelle ist derzeit nicht das einzige Verkehrshindernis auf der durch den Westkreis führenden B48. Nur rund zwei Kilometer weiter nördlich steht eine weitere Ampel: Die Brücke über den Morbacherweg bei Rockenhausen ist seit Mitte Februar wegen Sanierungsarbeiten voraussichtlich bis Ende Juni nur halbseitig zu befahren. Laut Planung noch einen Monat länger dauert die Vollsperrung zwischen Bayerfeld-Steckweiler und Mannweiler-Cölln. Hier wird auf 320 Metern Länge die Bundesstraße von der Einmündung der Brunnenstraße nahe der Zufahrt zum Weingut Hahnmühle bis zum Ortseingang Cölln ausgebaut. Kernstück des Vorhabens ist die Generalsanierung der Brücke über die Bahngleise und die Alsenz.