Eisenberg
Aufmarsch der Partei „Die Rechte“ zieht jede Menge Gegendemonstranten auf die Straße
Die elf Personen, die die Gruppierung „Die Rechte“ für ihr Anliegen aufbieten konnte, wurden in Eisenberg von rund 300 Gegendemonstranten der Antifa, des Donnersberger Arbeitskreises gegen Rechts sowie den Mitgliedern mehrerer demokratischer Parteien und der muslimischen Gemeinde in Eisenberg erwartet. Geschützt von mindestens einer Hundertschaft Polizei, liefen die rechten Demonstranten erst gegen 18 Uhr überhaupt in Eisenberg ein.
Die Polizei war zu diesem Zeitpunkt schon längst vor Ort und hatte auf dem gesperrten Marktplatz eine Barriere aus Mannschaftsfahrzeugen aufgebaut. Die wenigen Vertreter der Rechten wurden auf die eine Seite dieser Trennwand dirigiert, die Gegendemonstranten blieben auf der gegenüberliegenden Seite.
Rechte Parolen gehen völlig unter
Auf diese Art und Weise gewährleistete die Polizei gleich an drei verschiedenen Orten – zuerst in Rockenhausen, dann in Kirchheimbolanden und zuletzt eben in Eisenberg –, dass die Veranstaltungen friedlich verliefen. Von der Demonstration der „Rechten“ war allerdings ohnehin wenig zu sehen, da die gesamte Gegenbewegung deren rechte Parolen mit verschiedensten Aktionen, Ansprachen, aber auch direkter Gegenrede und lautem Geschrei komplett untergehen ließ.
„Die Polizei macht das sehr geschickt“, lobte der Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog (SPD), der sich wie viele andere Demokraten am friedlichen Protest gegen den braunen Aufmarsch beteiligte. „Durch das Abtrennen der Gruppierungen dringt von der Propaganda der Rechten wenig durch“, so Herzog, der die Aufstellung der Polizei auch schon in Kirchheimbolanden am Römerplatz beobachtet hatte.
Einsatz verlief überwiegend freidlich
Über die Anzahl der Einsatzkräfte wollte Christiane Lautenschläger von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Westpfalz in Kaiserslautern keine Angaben machen. „Aus einsatztaktischen Gründen geben wir solche Zahlen nicht bekannt“, sagte sie. Es waren jedoch rund 20 Einsatzfahrzeuge vor Ort, mit denen die Polizei die Barrieren errichtete. Zudem war der Ordnungsdienst der Verbandsgemeinde im Einsatz und zu den überregionalen Polizeikräften kamen noch die örtlichen Beamten.
Der Einsatz verlief an allen drei Einsatzorten überwiegend friedlich, hieß es im Nachhinein in einer Erklärung des Polizeipräsidiums. Es sei zu gegenseitigen verbalen Provokationen und Beleidigungen zwischen den Teilnehmern der unterschiedlichen Lager gekommen, informiert Lautenschläger. Handgreiflichkeiten habe es aber nicht gegeben. Es musste ein Platzverweis ausgesprochen werden. Darüber hinaus gab es zwei Strafanzeigen wegen Beleidigung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.