Adventskalender RHEINPFALZ Plus Artikel 1. Dezember: Weihnachten schmeckt nach ... Rehkeule mit dreierlei Knödel

Bei Landrat Rainer Guth und seiner Partnerin Sina Weber gibt es an Weihnachten ein Wildgericht.
Bei Landrat Rainer Guth und seiner Partnerin Sina Weber gibt es an Weihnachten ein Wildgericht.

Bei Landrat Rainer Guth gibt es an Heiligabend Wild – und zwar schon seit seiner Kindheit. Bis heute hat sich das nicht geändert, nur, dass er jetzt selbst in der Küche steht.

Weihnachten verbindet Rainer Guth auch heute noch mit Kindheitserinnerungen, als er gemeinsam mit seinem Vater den Tannenbaum im Wald holte. Damals gab es noch öfter mal im Dezember Schnee, was für eine ganz besondere Romantik gesorgt hat. Weihnachten war ein Familienfest und gleichzeitig eine Ruhephase zum Ende des Jahres. Guths Vater war Förster, deswegen war immer klar, dass zu den Weihnachtstagen Wild aufgetischt wird.

Heute ist das ähnlich, erzählt der Landrat. „Wir bleiben immer auf der wilden Schiene.“ Dabei achtet er darauf, dass das Wild auch direkt aus dem Donnersbergkreis kommt, schließlich „lebt bei uns im Kreis viel Wild“. Welcher Wildbraten an Heiligabend auf den Tisch kommt, variiert jedes Jahr. „Das kann bei uns ein Rehrücken, eine Rehkeule oder ein Hirschbraten sein“, berichtet der Landrat.

Als Beilage gibt es Feldsalat, Rotkraut oder Rosenkohl und mindestens zwei, wenn nicht drei Sorten Knödel: Kartoffelknödel, Semmelknödel und Brezenknödel. Dazu kommt noch eine schöne Soße, die nicht immer klassisch sein muss. Da kann zum Beispiel mal ein Esslöffel Quittengelee hineinkommen oder ein Stück dunkle Schokolade. „Unser Essen ist richtig winterlich, wenn es schon draußen meist nicht so winterlich ist …“

Hektik des Alltags vergessen

Für das Kochen an Heiligabend ist Guth zuständig, manchmal wird er von den Töchtern unterstützt. Ganz so aufwendig seien die Fleischgerichte aber gar nicht: mit Vorbereitungen etwa zweieinhalb Stunden. „Wildgerichte zubereiten ist eigentlich auch ein Selbstläufer, man darf das Stück Fleisch nur nicht zu lange braten, dann wird es trocken,“ berichtet Guth. Für die Rehkeule hat er auch noch einen Tipp: „Ich lasse den Knochen dran, dann bleibt sie saftiger.“

An Heiligabend wandert Guth mit seiner Partnerin und seinen Eltern gerne von Eisenberg zum Kloster Rosenthal, um dort dem Posaunenkonzert mit Chorgesang zuzuhören. An den Weihnachtsfeiertagen steht dann auch, wie in seiner Kindheit, die Familie im Mittelpunkt. „Darauf freue ich mich schon sehr, dass man dann auch mal wieder die Hektik des täglichen Seins hinter sich lassen kann“, sagt Guth. 2022 sei ein sehr anstrengendes Jahr gewesen, beruflich so, wie er noch keins erlebt habe. Deswegen ist er froh, dass es nun an Weihnachten mal wieder etwas ruhiger zugeht.

Das Rezept

Zutaten: eine Rehkeule, Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt, 1-2 Bund Wurzelgemüse, 3-4 Zwiebeln und eine Knoblauchzehe, 1/4 Liter Rotwein

Zubereitung: Die Rehkeule putzen, Häutchen entfernen, salzen und pfeffern. Optional kann sie eine Nacht in Rotwein einlegt werden. Dann das Gemüse in einer großen Pfanne anbraten. Bratgut entfernen, in gleicher Pfanne die Keule rundherum anbraten. Dann kommt ein Lorbeerblatt und das Gemüse wieder dazu. Mit einem Viertelliter Rotwein (am besten lieblich) ablöschen. Das alles bei 160 Grad mit Bratenthermometer in den Ofen schieben. Zeigt das Thermometer nach etwa einer Stunde 58 bis 60 Grad an, die Flüssigkeit in einen Topf geben. Das Fleisch mit Alufolie abdecken und noch einmal bei 60 Grad 20 Minuten im Ofen ruhen lassen. Die Soße abschmecken, mit Butter, Mehl und eventuell etwas Sahne binden. Dazu kann ein Schüsselchen mit Preiselbeeren gereicht werden.

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