Bad Dürkheim
Wie ein Meteorologe das Unwetter über Dürkheim erklärt
Das Unwetter sei aus meteorologischer Sicht außergewöhnlich gewesen. Dabei beruft sich Lähne auf den sogenannten Kostra-Atlas des Deutschen Wetterdienstes, der Intensitäten und Jährlichkeiten von Niederschlag statistisch erfasst. „Es lässt sich sagen, ein Unwetter mit solch einer Niederschlagsmenge pro Tag kommt alle 20 bis 50 Jahre vor. Wenn wir nach der Niederschlagsmenge pro Stunde gehen, dann sogar nur alle 100 Jahre.“
In der Nacht auf Donnerstag habe es zwischen 3 und 4 Uhr am Flugplatz Bad Dürkheim immerhin 54,8 Liter pro Quadratmeter geregnet. Insgesamt seien in der Nacht 79 Liter pro Quadratmeter in der vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betriebenen Messstationen am Flugplatz niedergegangen. Die Messstation der Klima Palatina am Pfalzmuseum hat laut Lähne einen Niederschlag von 62,8 Liter pro Quadratmetern in der Stunde und 81,6 Litern pro Quadratmetern während des gut zwei Stunden andauernden Unwetters gemessen. Ein Privatmann gab an, in seiner Station am Bruch sogar 96 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen zu haben.
Solche Unwetter kommen laut Meteorologe Lähne zwar durchaus öfter vor, betreffen dann aber eine deutlich kleinerer Fläche . „Meistens werden diese, weil sie eben kleinräumig sind, gar nicht genau erfasst. Diesmal betraf es einen recht großzügigen Raum, es gab deutlich mehr Messwerte, die wir jetzt auswerten können.“
Feuchte Luft mit labiler Struktur
Welche Umstände zu dem plötzlichen Unwetter geführt haben, erklärt Lähne auf Anfrage der RHEINPFALZ: „Wir hatten die vergangenen Tage feuchte Luft mit einer sehr labilen Struktur. Da entladen sich gerne mal Gewitter.“ In diesem Fall hätten sich die für das Gewitter verantwortlichen Quellwolken sogar erst eine Stunde vor Ausbruch überhaupt gebildet.
Wieso sich das Unwetter genau im Kreis Bad Dürkheim so immens entladen hat, kann der Experte nicht sagen. „Die genauen Prozesse kann niemand so recht nachvollziehen. Wo es einen dann trifft, weiß man vorher leider auch nicht. Meist entlädt sich so ein Gewitter zunächst über Bergtälern.“