Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schulstart am Montag: Masken auf dem Flur und Chorprobe im Freien

In der Turnhalle werden die Fünftklässer der Carl-Orff-Realschule am Montag begrüßt.
In der Turnhalle werden die Fünftklässer der Carl-Orff-Realschule am Montag begrüßt.

Auf ein Stück Normalität freuen sich die Schulleiter mit Blick auf den Schulstart am Montag – auch wenn kurz vorher noch neue Hygienevorschriften aus Mainz umgesetzt werden mussten. Wo es noch hakt und was ohne Probleme läuft, haben die von uns befragten Rektoren erläutert.

Auch der Schulleiter des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG), Armin Rebholz, musste sich am Donnerstag noch mit den aktuellsten Vorschriften des Kultusministeriums befassen. „Bisher waren wir angehalten, die Klassenräume alle 45 Minuten zu lüften, jetzt sollen wir das alle 20 Minuten machen“, erläutert er. Ebenfalls neu: Die Maskenpflicht, die nur im Schulgebäude gelten sollte – mit Ausnahme des Unterrichts –, ist nun auch auf dem Pausenhof vorgesehen.

Wegen der Ansteckungsgefahr soll Singen nur im großen Musiksaal möglich sein. Der Chor wird im Freien proben. Außerdem musste der Wegeplan für die 1000 Schüler überarbeitet werden. Daneben hat das WHG vorläufig die kostenlose Variante der digitalen Lernplattform IServ eingeführt, damit die Schüler falls nötig zu Hause weiter lernen können. Frisch auf dem Tisch landete außerdem ein Merkblatt über Erkältungssymptome. „Wir sollen erkennen, ob es sich um einen banalen Infekt handelt oder um Zeichen von Covid-19“, sagt Rebholz.

Auf Lehrkräfte verzichten muss das WHG wegen Corona nicht. „Es müssen alle Lehrkräfte erscheinen, und sie werden das in unserem Fall auch tun. Wir hatten vor den Ferien aber ohnehin einen relativ geringen Teil, der zu Hause blieb“, hebt Rebholz hervor. Benötigt werde ein ärztliches Attest, das vom Institut für Lehrergesundheit an der Uni Mainz überprüft werde.

Alles soll möglichst lange gut gehen

Rebholz freut sich wie seine Kollegen darauf, die Schüler wieder persönlich zu treffen. Der Rektor hofft, dass „alles möglichst lange gut geht“. Die 130 Fünftklässler werden am Montag erst um 14 Uhr begrüßt, wenn das Gebäude schon wieder weitgehend leer ist. Außerdem heißt das WHG sie nicht in der Aula, sondern in der Turnhalle willkommen, und sie dürfen nur ein Elternteil mitbringen. Zu den einmalig kostenlosen Corona-Tests für Lehrer meint Rebholz: „Damit es etwas bringt, müssten Lehrer und Schüler regelmäßig getestet werden“, sagt er und fragt sich, ob die Testcenter und Hausärzte diesem Ansturm gewachsen wären.

„Ich bin froh, dass ich nicht in Nordrhein-Westfalen unterrichten muss“, sagt Georg Dumont mit Blick auf die dort im Klassenraum geltende Maskenpflicht. Der 64-jährige Leiter der IGS Deidesheim-Wachenheim hofft, dass es hierzulande nicht dazu kommt. „Unterricht ist soziale Interaktion. Das klappt nicht über eine Maske“, betont er. Falls die Infektionszahlen weiter steigen, würde er eher auf die Abstandsregel setzen und mit halben Klassen unterrichten wie vor den Ferien. Es sei sowieso den Schülern schwierig zu vermitteln, dass sie außerhalb der Klassenräume weiter auf die Abstände achten müssten, drinnen aber nicht.

Kein Lehrer fehlt

Wie Dumont erläutert, fällt an der IGS kein Lehrer wegen des Corona-Risikos aus. Die Hürden seien vor Kurzem auch sehr hoch gelegt worden. „Ich bin der Älteste hier und mir ist auch nicht bange, ich fahre ja auch jeden Tag Auto“, meint Dumont, der aktuell keinen Grund sieht, sich selbst einem Corona-Test zu unterziehen. Ein solches Angebot hat das Kultusministerium den Lehrern gemacht. „Das wäre grundlos. Ich war ja auch die ganzen Ferien über zu Hause“, betont er. Als große Herausforderung sieht er den Beginn der nächsten Erkältungswelle an. Dann müssten die Lehrer einschätzen, wann ein Schüler nach Hause geschickt werden soll. „Das kommt wohl nach den Herbstferien so richtig auf uns zu.“

Achim Walk, Leiter der Carl-Orff-Realschule plus, blickt dem neuen Schuljahr und dem Regelunterricht gelassen entgegen. „Die Hygienevorgaben und den Wege-Plan hatten wir schon vor den Ferien. Wir führen sie jetzt weiter“, erklärt er. Neu ist an der COR das digitale Klassenbuch. Im pandemiebedingt eingeschränkten Betrieb vor den Ferien habe eine Schwierigkeit darin bestanden, die Eltern zu erreichen. „Das ist mit der neuen Software leichter, da wir ihnen zum Beispiel Elternbriefe direkt schicken können“, erklärt Walk. Lehrer können Hausaufgaben einstellen. „Damit sind wir digital noch einen Schritt weiter.“ Im Zusammenspiel mit der Lernplattform Moodle sei die Schule damit für alle Fälle gut gerüstet. „In den ersten 14 Tagen nach Schulbeginn werden wir noch abfragen, welches Kind noch welche Geräte braucht, um die digitalen Angebote nutzen zu können“, sagt Walk.

Sämtliche Lehrer sind in der Schule

Beim Schulstart werden sämtliche Lehrer dabei sein. Die Info über die von der Landesregierung angebotenen kostenlosen Corona-Tests gab Walk in der Dienstbesprechung am Freitag an das Kollegium weiter. Dass im Unterricht kein Mindestabstand eingehalten und keine Masken getragen werden müssen, ist aus Walks Sicht in Ordnung. „Die Kinder trainieren abends ja auch bei den Sportvereinen ohne Masken.“ Und wenn es doch zu Infektionen kommt? „Wie es dann weitergeht, entscheiden die Schulaufsicht und/oder das Gesundheitsamt“, erklärt er. Grundsätzlich könnten einzelne Klassen aber problemlos nach Hause geschickt und dort online weiter unterrichtet werden. Mit wechselndem Präsenzunterricht habe die Schule ja ebenfalls schon Erfahrung. „Jetzt freue ich mich aber erst mal auf die Kinder und darauf, dass es wieder losgeht“, sagt Walk. Die Fünftklässler an der COR werden am Montag in der Turnhalle begrüßt – nur diesmal ohne Handschlag, Bretzeln und Singen sowie mit ausreichend Abstand. Die Eltern wohnten der Begrüßung ohnehin nicht bei, sondern lieferten ihre Sprösslinge nur ab.

„Natürlich sind wir vorbereitet“, sagt die Direktorin der Kallstadter Grundschule, Verena Brunner. Man halte sich an die Leitlinie des Ministeriums sowie an den aktuellen Hygieneplan. Auch das Ganztagsschul-Angebot finde statt. Hier wird wie am Vormittag darauf geachtet, so Brunner, dass es keine „Vermischung“ der Klassen gibt.

Schon Erfahrungen gesammelt

Ende des vergangenen Schuljahrs habe man schon Erfahrung gesammelt, sagt die Direktorin, die betont: „Das hat alles auch wirklich sehr gut geklappt.“ Brunner ist froh, dass sie im Kollegium niemand habe, der unter die Risikogruppe fällt und deshalb als Lehrkraft nicht eingesetzt werden kann. „Aktuell überwiegt schon die Freude, die Kinder wieder alle zu sehen.“ Für die Schulanfänger wird es eine Begrüßungsfeier geben. Zwei Elternteile sind erlaubt. „65 Leute werden es sein“, so Brunner.

An der Berufsbildenden Schule Bad Dürkheim stellte die Einbahnstraßenregelung weniger ein Problem dar als die Raumplanung, berichtet Schulleiter Stephan Hardt. Manche Räume haben keine Fenster, nur Oberlichter. „Die können wir nicht richtig lüften.“ Ob in Pausen mit eilig angeschafften Lüftern Abhilfe geschaffen werden kann, wird abgefragt. „In einige Räume können weniger als 15 Schüler rein.“ All das mache die Verteilung schwierig. Geprüft wird ab Montag, wie die 1200 Schüler technisch ausgestattet sind. Grundsätzlich ist Hardt optimistisch. „Wir haben seit April schon Erfahrungen gesammelt. Das Kollegium ist entspannter geworden.“ Rigoros sind die Lehrer und Hardt aber in einem Punkt: „Wer sich gegen die Regeln wehrt, muss gehen. Da machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch – wir haben schließlich eine Verantwortung den anderen Schülern gegenüber.“

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