Fussball
Bezirksliga-Aufstiegsrunde: FV Freinsheim zu Hause gegen VfB Haßloch
Beim Fußball-Stammtisch „Doppelpass“, der am Sonntagmorgen im Fernsehsender „Sport1“ ausgestrahlt wird, muss jeder, der in der Runde sitzt, drei Euro ins Phrasenschwein werfen, wenn er eine Plattitüde von sich gibt. Manchmal erscheint es willkürlich, wer wann bezahlen muss, mitunter weiß der „Sünder“ selbst schon bei der Formulierung, dass er in die Tasche greifen darf. Sprüche wie „es gleicht sich im Laufe einer Saison alles aus“ oder „ich spiele da, wo der Trainer mich hinstellt“, sind natürlich kostenpflichtig. Da kommt keiner ungeschoren davon. Einer der übelsten Aussagen lautet: „Wir denken nur von Spiel zu Spiel“. Grrr. Tausendfach gehört.
Christian Schäfer, der Coach des FV Freinsheim, ist per se ein hervorragender Trainer. Fachlich sowieso, aber auch was Herangehensweise, das Vermitteln von Inhalten, Mannschaftsführung oder Einstellung zum Job angeht. Dass er früher mal als Profi gespielt hat, lässt sich nicht wirklich verheimlichen. Er fordert seine Mannschaft – immer. Manchmal aber, vor allem, wenn er nichts preisgeben will, ist er verschlossen wie eine Auster. Und dann kommt es auch mal zu der einen oder anderen Phrase.
Bei Schäfer beißt man auf Granit
Mit der Frage, ob der FVF beim Blick auf Tabelle und Restprogramm nicht wieder eine klitzekleine Chance auf Platz zwei habe, beißt man bei Schäfer auf Granit. „Wir schauen von Spiel zu Spiel“, sagt der Coach. Boah, eh. Der Kuli versagt, der Bleistift bricht ab. Nichts zum Mitschreiben. Was Schäfer damit sagen will: Was hat es für einen Sinn, jetzt über Spiele zu reden, die in ein, zwei Wochen sind, wenn man vielleicht am Sonntag schon aus dem Rennen ist? Also hat er eigentlich recht. Auf der anderen Seite machen das Abwägen, das Spekulieren, das Diskutieren und Prognostizieren viel Spaß und zu einem Teil den Fußball auch aus.
Auch den Blick auf die Tabelle will der Trainer nicht wagen. „Das macht derzeit keinen Sinn.“ Natürlich schaut er auf das Tableau, kennt er die Restprogramme der Konkurrenz, will aber nicht darüber reden, weil das Konzentration kostet und ablenkt. Und wieder hat er ein Stück weit recht. Und so spricht Schäfer lieber über Dinge, die er beeinflussen kann: „Die Einstellung muss eine andere sein als bei der 1:4-Pleite im Hinspiel. Wir müssen Schwankungen vermeiden, dagegenhalten und alles in die Waagschale werden.“ In den jüngsten Partien habe das prima geklappt. Der Gegner sollte möglichst weit weg vom eigenen Tor gehalten werden. Das funktioniere am besten, in dem man selbst aktiv werde.
Haferstroh wieder gesund
Ein letzter Versuch. „Ist Alex Haferstroh wieder dabei?“, fragt der Journalist. „Ja, er ist wieder gesund“, antwortet der Trainer. Der Autor dieser Zeilen hakt nach. „Alex ist Kapitän, bringt immer seine Leistung. Ist es denkbar, dass er in die Startformation zurückkehrt?“ Schäfer wird vorsichtig, in Haßloch liest man auch die RHEINPFALZ. Die Antwort ist diplomatisch: „Kann sein, dass ich ändere, muss aber nicht. Alles ist offen, die Entscheidung fällt wie immer erst nach dem Abschlusstraining.“ Ist ja okay, aber das Phrasenschwein hat Hunger.
Tagestipp
FVF-Trainer Christian Schäfer 2:1
RHEINPFALZ-Mitarbeiter Thomas Leimert 3:2.