Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Sonntag, 15. September 2019 Drucken

Bad Dürkheim

Wurstmarkt: Besucherströme am Wochenende – Polizei hat viel zu tun

Dagmar Schindler-Nickel

Gerade am Bahnhof drängten sich die Besucher des Wurstmarktes dicht zusammen. (Foto: Uwe Renners)

Ein Blick auf den bunt beleuchteten Wurstmarkt am Samstagabend.

Ein Blick auf den bunt beleuchteten Wurstmarkt am Samstagabend. (Foto: Franck)

Winzerkittel helfen gegen die Sonne im Schubkarchstand.

Winzerkittel helfen gegen die Sonne im Schubkarchstand. (Foto: Franck)

Lücken gabe es am Samstag nur am frühen Nachmittag.

Lücken gabe es am Samstag nur am frühen Nachmittag. (Foto: Franck)

Von einem „Nachmarkt, wie man ihn sich wünscht“ berichtete am Sonntag Marcus Brill von der städtischen Marktleitung. Am Samstagabend seien bei der An- und Abreise an einigen Punkten fast schon zu viele Besucher aufeinander getroffen. Aus polizeilicher Sicht verlief die Nacht zum Sonntag ruhiger als die Nacht davor, wie Dürkheims Polizeichef Thomas Jung informierte.

Schlimmster Vorfall war ein Raubdelikt am Samstagmorgen gegen 00.40 Uhr im Kurpark, nach dem ein Jugendlicher verletzt ins Krankenhaus musste. Vier unbekannte Täter, vermutlich aus dem Raum Ludwigshafen, hatten es auf eine Musikbox und die Handys von fünf Jugendlichen abgesehen und schlugen auf sie ein. Da sich Täter und Opfer bei der Anfahrt bereits begegnet sind, tappt die Polizei bei der Ermittlung nicht ganz im Dunkeln. Gesucht werden dennoch Zeugen.

Außerdem kam es in der Nacht zum Samstag zu einer sexuellen Belästigung, sechs Körperverletzungsdelikten, einer Beleidigung zum Nachteil von Polizeibeamten und einem Handydiebstahl. Außerdem stellte die Polizei ein Messer und ein Pfefferspray sicher, registrierte vier Drogendelikte und erteilte sechs Platzverweise. Vier Personen mussten in Gewahrsam genommen werden, um weitere Straftaten zu verhindern. Beim Abreiseverkehr wurde eine Trunkenheitsfahrt festgestellt. Einen betrunkenen Autofahrer konnte die Polizei davon abhalten, sich ans Steuer zu setzen. 

Polizeibeamter musste ins Krankenhaus

Ein 50-jähriger Polizeibeamter wurde verletzt, als er einen Streit schlichten wollte. Wie Jung mitteilte, wollte ein Mann einem Platzverweis nicht nachkommen. Beim Versuch diesen zwangsweise durchzusetzen, habe sich der Mann so sehr gewehrt, dass ein Polizeibeamter aus der Westpfalz an der Hand verletzt wurde. „Er war danach nicht mehr dienstfähig und musste zur Untersuchung ins Krankenhaus“, erläuterte Jung. Außerdem wurden in unmittelbarer Nähe zum Wurstmarkt ein Quad der Marke Kawasaki entwendet. Bei zwei Autoaufbrüchen wurde eine Bassbox sowie ein Adapter und eine Jacke gestohlen. Alkoholbedingt kam es zu fünf Körperverletzungsdelikten sowie drei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Nur kurz war ein iPhone10 Beute eines Taschendiebes. Mit Hilfe der regulären Besitzer konnte das Handy und somit auch der Dieb geortet werden. „Nun ist das gute Stück wieder bei der glücklichen Eigentümerin“, heißt es im Polizeibericht.

Ein- und Ausgänge „verstopft“

Der Samstag erwies sich als der bislang besucherstärkste Tag dieses Wurstmarkts. Insbesondere am Samstagabend seien zwischen 20 und 22 Uhr die Ein- und Ausgänge sowie der Bahnhof an die Kapazitätsgrenzen gekommen, berichtet Marcus Brill. Die Rhein-Haardtbahn habe sogar nicht mehr an allen Haltestellen Fahrgäste aufnehmen können. Auch Ellerstadt sei davon betroffen gewesen. Mit der Bundespolizei werde man bei der Nachbesprechung ermitteln, ob man hier im nächsten Jahr nachsteuern müsse, meinte er. „Womöglich hat die Sperrung der Hochstraße auch damit zu tun“, vermutete Brill.

Besucherstark sei auch der Sonntag gewesen, der insbesondere viele Familien anziehe. „Am Nachmittag war es genauso voll wie am Samstag.“ Von den Schaustellern sowie den Weinbaubetrieben habe er „sehr gute Rückmeldungen“ erhalten, so Brill, der aber noch keine Zahlen nennen konnte. Bei der Besuchsbilanz komme es ihm jedoch nicht darauf an, Rekorde zu vermelden. „Uns ist es wichtiger, dass sich die Leute sauf dem Wurstmarkt wohlfühlen und eine angenehme Zeit verbringen können“, betonte er.

Die Änderungen beim Müllsammelkonzept hätten gegriffen, so Brill. „Müll reduzieren und Arbeitsaufwand verringern“ sei die Devise gewesen. So sei der Bauhof mit einem neuen Fahrzeug mit Vollgummibereifung unterwegs. Außerdem seien mehr Tonnen auch für die Beschicker aufgestellt worden. Brill am Sonntag: „Der Platz war heute Morgen in einem Top-Zustand.“ |led

Pfalz-Ticker