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Bad Dürkheim

Bad Dürkheim: Sonne wärmt Narrengewimmel

Bad Dürkheim: Rund 5500 Narren beim Umzug der Grawler – Polizei: friedliche Veranstaltung

Von Monika Köhler

Die Kallstadter „Brulljesmacher“ machten gestern so gewaltig „Partytime im Altenheim“, dass fast der Balkonkasten mit Kunstblumen vom liebevoll hergerichteten Wagen fiel. Mehr Bilder gibt’s in der RHEINPFALZ-App.

Die Kallstadter „Brulljesmacher“ machten gestern so gewaltig „Partytime im Altenheim“, dass fast der Balkonkasten mit Kunstblumen vom liebevoll hergerichteten Wagen fiel. ( Foto: Franck)

Feiern in diesem Jahr 95. Jubiläum: die Schwarzviertler.

Feiern in diesem Jahr 95. Jubiläum: die Schwarzviertler. ( Foto: Franck)

Straßengesichter im Narrengewimmel.

Straßengesichter im Narrengewimmel. ( Foto: Franck)

Einen wunderbar sonnigen Endspurt nach einer knackig kurzen Kampagne erlebten gestern die Fasnachter in der Kurstadt. Vor geschätzt etwa 5500 gut gelaunten Narren zog der rund 40 Zugnummern zählende närrische Lindwurm der „Derkemer Grawler“ durch die Stadt.

https://www.rheinpfalz.de/lokal/bad-duerkheim/artikel/bildergalerie-derkemer-grawler-ziehen-durch-bad-duerkheim/Mehr Bilder vom Umzug der "Grawler"

Für die neue Zugmarschallin Karolina Orlik war es eine aufregende Premiere, denn sie wollte aus einem Cabrio an der Zugspitze grüßen. Allerdings verweigerte das Gefährt seine Dienste und so „checkte“ die ehemalige Grawler-Prinzessin einfach in einem Polizeiwagen ein. Der Musikverein Leistadt, ganz in Rot gewandet, setzte die ersten Töne. Ihm folgten die maskierten Jungen und Mädchen der „Kunterbunten Kinderwelt“ der Kita an der Isenach. Die städtische Kita „Regenbogen“ hatte sich den „Karneval der Berufe“ zum Motto gemacht und das Jugendrotkreuz fand „Tradition hat Zukunft“.

"Partytime im Altenheim"

Aus Birkenheide kamen die „Kraniche“: „Tolle Stimmung, tolles Wetter, toller Umzug, wir kommen nächstes Jahr wieder“, schallte es von einem der Wagen herunter. Die Kallstadter „Brulljesmacher“ machten schließlich so gewaltig „Partytime im Altenheim“, dass fast der Balkonkasten mit Kunstblumen vom liebevoll hergerichteten Wagen fiel. „Zu den Floßbachschwalben kannst du gehen – da kannst du lachen, da ist es schön“, warben die Maxdorfer. Die Zugnummer 12 trug der Wingertexpress-Wagen des Schwarzviertelvereins mit seinem Vorsitzenden Klaus Ehresmann an Bord. Der Verein feiert heuer 95-jähriges Bestehen.

"Wilde Hühner" ganz fromm

Auf die Stimmungstube drückten mit großem Aufgebot die Narren aus Weisenheim am Sand – mit Prinzenpaar Sandra und Thomas, der Fußeskorte der „Närrischen Sandhasen“, den „Wilden Hühner“ – ganz fromm als Nonnen, „die alle in den Himmel kommen“ – , der Bürgerwehr und den „Knaggischen Sandhasen“. Als Animateure agierte der Elferrat des SV Weisenheim, der die Zuschauer zu Kniebeugen animierte – was angesichts der drangvollen Enge nicht ganz einfach war...

Maxdorfer Landbienen

„Krach nach Zahlen“ machten zur Auflockerung die „Heddesema Zahlekracher“, eine Guggemusikgruppe aus dem Badischen. Die dritte Musikband im Zug war die „Mannemer Stroßeridder Brassband“. Eher politisch unterwegs war die Pro-Ost-Fußgruppe mit ihrem Motto „Die Berntal-Brücke und die B 271 West sind für unsere Region die Pest“. Einen prächtigen Pappmaché-Gockel hatte die Freinsheimer Feuerwehr auf ihrem Umzugswagen, sie feiert dieses Jahr 150. Geburtstag und präsentierten sich erstmals beim Grawler-Umzug. „Achtung, jetzt wird’s Schwarz-Gelb, das ist nicht politisch gemeint“, kommentierte Vizesitzungspräsidentin Heike Zabeck als Moderatorin am Stadtplatz den Auftritt der Maxdorfer Landfrauen im Bienengewand.

Garde auf der Pappmaché-Hardenburg

In Gelb gekleidet waren auch die Gönnheimer Fasnachter. Neben der Leininger Schlossgarde der Grawler, auf der Pappmache-Hardenburg residierend, war die Stadtgarde Ludwigshafen mit einer Streitmacht vertreten, sie aber zu Fuß. Den Schlusspunkt setzten die Grawler selbst, mit den „Verrückten Hühnern“ vom Frauenstammtisch, dem „Grawler-Kinderwagen“ mit dem Nachwuchs, und dazwischen Jule Harig, die demonstrierte, was ein quirliges Tanzmariechen so alles kann. Aus dem allerletzten Wagen grüßten die „Häuptlinge“ mit Oberhäuptling Falko Weidenhausen mit krächzender Stimme und Stadtoberhaupt Christoph Glogger.

Friedlich und ohne Vorkommnisse

In der Stadtmitte ließen die Narren den strahlend sonnigen Fasnachtsdienstag schließlich ausklingen. Laut Polizei verlief der Nachmittag friedlich und ohne Vorkommnisse. Lediglich ein 34-jähriger Wachenheimer, der zuviel getrunken hatte, musste vom Roten Kreuz ärztlich betreut werden. Nur für einen Umzugswagen war der Spaß schon früh beendet: Das Ordnungsamt ließ ihn wegen Sicherheitsmängeln gar nicht erst losfahren. Welche Gruppe zu dem Wagen gehörte, war gestern nicht mehr in Erfahrung zu bringen.

 

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr Bildergalerien von den Fasnachtsveranstaltungen dieses Jahres.

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