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Freitag, 14. Juli 2017 Drucken

Südwest

Einwurf: Verantwortungslos

Von Karin Dauscher

Einmal angenommen, dem heute 13-jährigen Deutsch-Iraker, der offenbar besessen von den Ideen eines radikalen Islamismus eine Nagelbombe gebaut und sie auf dem Ludwigshafener Weihnachtsmarkt abgelegt hat, gelingt die Rückkehr in das bundesdeutsche Wertesystem. Er wird Frauen die Hand geben, Andersgläubige achten und die Meinungsfreiheit schätzen. Er wird die Demokratie für die bestmögliche Staatsform halten – und dann einen Blick zurückwerfen auf das Sommertheater, das um seinen Fall aufgeführt wird, nachdem bekannt wurde, dass er über Wochen einem mutmaßlichen Salafisten ausgesetzt war: Das Landeskriminalamt stellt Sicherheitsanforderungen, aber das für das LKA zuständige Innenministerium soll laut Ministerpräsidentin nicht in der politischen Mitverantwortung für den Jungen stehen. Das Jugendministerium, das Rahmenbedingungen in der Jugendhilfe setzt, zeigt auf die Kommune – und all das, weil Grüne, SPD und CDU im Wahlkampf sind.

Der resozialisierte Deutsch-Iraker könnte vor so viel Verantwortungslosigkeit dereinst Zweifel am System kriegen.

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