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Dienstag, 14. Juni 2016 Drucken

Kreis Germersheim

Moschee könnte am großen Kreisel entstehen

Von Ralf Wittenmeier

 

Wenn Ditib seinen Moscheebau am großen Kreisel diesmal in die Tat umsetzt, wird Germersheim eine neue Visitenkarte bekommen.

Wenn Ditib seinen Moscheebau am großen Kreisel diesmal in die Tat umsetzt, wird Germersheim eine neue Visitenkarte bekommen. ( Luftbild: Lenz)

Die Türkisch-Islamische Union (Ditib) in Germersheim stellt erneut einen Bauantrag für den Bau einer Moschee in der Festungsstadt. Auf dem Nachbargrundstück der jetzigen Moschee soll ein Bauwerk mit je zwei Minaretten und Kuppeln entstehen. Es ist der dritte Versuch, eine Moschee zu bauen.

Nach den Abrissarbeiten einer Autowerkstatt auf einem Grundstück in der Hans-Sachs-Straße, das direkt an den großen Kreisel in Germersheim grenzt, halten sich Gerüchte, dass dort eine Moschee gebaut wird. So weit ist es noch nicht, doch der Kern des Gerüchts stimmt: Ditib, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion in Germersheim, hat einen Bauantrag für den Bau einer Moschee auf diesem Grundstück gestellt. Das bestätigen Stadtverwaltung und Kreisverwaltung auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Schon mehrmals wollte Ditib eine Moschee in Germersheim bauen (wir berichteten). Dies ist der dritte Anlauf seit 2008.

Hayrettin Günes, Vorsitzender von Ditib in Germersheim, will sich derzeit noch nicht zum Projekt äußern. Das sagte er in einem Telefonat mit der RHEINPFALZ. Eigenen Aussagen zufolge will er erst die Baugenehmigung abwarten. Und die scheint kurz bevorzustehen.

RHEINPFALZ-Informationen zufolge soll das Bauwerk aus zwei Rechtecken bestehen. Das größere mit einer Länge von 42 mal 18 Metern soll sich wie die abgerissenen Werkstattgebäude entlang der Baugrenze der Josef-Probst-Straße erstrecken. Von diesem Gebäude abgehend soll es einen weiteren, ebenfalls rechteckigen Gebäudeteil geben, der rund 25 mal 20 Meter messen soll – der große Gebetsraum der Männer. Er soll nach Mekka ausgerichtet sein und etwa 488 Quadratmeter messen. Gekrönt sein soll er von einer Kuppel mit einem Durchmesser von zirka 12 Metern. Der Gebetsraum der Frauen soll im Hauptteil des Gebäudes, oberhalb des Gebetsraumes der Männer sein und rund 250 Quadratmeter groß sein. Auch soll er eine etwas kleinere Kuppel (6 Meter Durchmesser) haben. Die Höhe der kleinen Kuppel soll 6 Meter zählen, die große Kuppel soll bei 15,39 Meter enden.

Das ist auch die maximal zulässige Bauhöhe wie der Baudezernent der Stadt Germersheim, Norbert König, auf Anfrage sagt. Höher dürfen auch die beiden Minarette nicht sein, die am Ende des Hauptgebäudes, an dessen Ecken, in den Himmel ragen sollen. Darunter soll sich die etwa 90 Quadratmeter große Teestube befinden. Gäste dieser Lokalität sollen dabei ein Blick durch große Fenster auf den Kreisverkehr möglich sein. Städtebaulich wird das Gebäude am großen Kreisel sicherlich ein Blickfang sein und als neue Visitenkarte der Stadt Besucher, die aus Süden anreisen, begrüßen. Ein Aufenthaltsraum der Frauen, der zirka 119 Quadratmeter groß sein soll, schließt sich seitlich an deren Gebetsraum im Obergeschoss an.

Im Keller des Gebäudes sollen sich mehrere Schulungsräume und ein Fitnessstudio befinden. Damit die vielen Besucher des Gotteshauses nicht nur auf der Straße parken, sollen 26 neue Parkplätze auf dem Gelände entstehen. Auf dem bisherigen Moscheegelände von Ditib gibt es weitere 31 Parkplätze.

Da sich die Pläne innerhalb des gültigen Bebauungsplans bewegen, wurden die Unterlagen laut König direkt an die Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde weitergereicht. Die städtischen Ausschüsse haben sich nicht mehr mit dem Bauantrag befasst, so König. Die Kreisverwaltung signalisiert, dass die Genehmigung des Bauantrags kurz bevorsteht. Nur eine Fachabteilung prüfe noch.

Zuletzt hatte Ditib einen genehmigten Bauantrag für den Bau einer Moschee im November 2012. In einer Sitzung des Beirates für Integration und Migration des Landkreises im März 2013 stellte Ditib die Pläne vor. Die stießen jedoch bei manchen türkischen Beiratsmitgliedern auf Ablehnung. Zuvor hatte der türkische Kulturverein Ditib im Februar 2008 Pläne für einen Moscheebau vorgestellt. Beide Moscheen sollten rund eine Million Euro kosten. Wie viel die neue Moschee kosten soll, ist nicht bekannt.

 

 

 

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