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Donnerstag, 22. Februar 2018 Drucken

Olympia-Tagebuch

Stäbchen für glitschige Nudeln

Olympia-Tagebuch: In Koreas Restaurants wird auf Boden-Matten gesessen

Von

Elisabeth Schlammerl

Einen Ausflug in die Innenstadt von Gangneung zu unternehmen, ist keine ganz einfache Angelegenheit. Der Taxifahrer spricht weder Englisch, noch kann er sich auf dem gezeigten Touristen-Stadtplan orientieren. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als noch einmal auszusteigen und sich an der Rezeption des Media-Dorfes das Ziel auf Koreanisch aufschreiben zu lassen. Nun klappt es tatsächlich, er fährt in eine belebte Einkaufsstraße und gibt zu verstehen, dass hier Endstation sei.

 

Auf den ersten Blick ist das, nur ein paar Kilometer entfernt von den Eishallen, eine komplett olympiafreie Zone. Aber um die Ecke gibt es dann doch so etwas wie koreanisches Public Viewing. Vor einem großen Bildschirm sind Plastikstühle aufgereiht, spärlich besetzt mit vorwiegend älteren Koreanern. Die einen schauen auf ihr Handy, die anderen in die Sonne, aber kaum einer auf den Curling-Wettbewerb, der gerade läuft. Eine freundliche junge Dame verteilt dort an Touristen Broschüren, darunter eine mit Verhaltenstipps für Korea – zwar ein bisschen spät so kurz vor Ende der Winterspiele, aber es kann ja nicht schaden, noch einmal darin zu blättern.

 

Die erste Regel, die ausführlich behandelt wird, ist die mit den Schuhen. Die sind nicht überall, aber sehr oft in geschlossenen Räumen auszuziehen. In Tempeln und alten Palästen sowieso, ebenso beim Betreten der eigenen Wohnung, weshalb stets Stoffpantoffeln – auch für Besucher – am Eingang liegen. Vor dem Bad wechselt man dann in extra bereitstehende Gummischlappen. Gibt es in einem Restaurant nur niedrige Tische und als Sitzgelegenheiten Matten auf dem Boden, heißt es auch hier: Schuhe aus, aber vorher nicht vergessen, frische Socken ohne Löcher anzuziehen.

Amüsante Verhaltensregeln

 

Die nächste Peinlichkeit, die man dank der Broschüre vermeiden kann, ist der richtige Gebrauch des koreanischen Bestecks. Neben Stäbchen gibt es eigentlich nur noch einen Löffel, beides liegt in Restaurants zusammen mit Servietten meistens in einer Tischschublade. Wichtig ist, Löffel und Stäbchen nicht in der gleichen Hand zu halten und auf keinen Fall das Besteck in den Beilagen liegen zu lassen. Der Löffel wird ausschließlich für flüssige Speisen wie Suppen genutzt, die Stäbchen für alles andere, also auch für glitschige Nudeln zum Beispiel.

 

Die Belehrung über die richtigen Tischmanieren hingegen richtet sich wohl eher an den großen Nachbarn im Westen. Was in China mancherorts noch immer niemand als störend empfindet, schickt sich in Korea nicht: mit offenen Mund essen und dabei Geräusche von sich geben. Im Gegensatz zu Chinesen heben Koreaner auch ihre Reis- oder Suppenschale nicht auf, um die daran befindlichen Speisen mit dem Stäbchen in höchster Geschwindigkeit in den Mund zu schaufeln. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass alles auf dem Tisch stehen bleiben soll. Nicht alle Verhaltensregeln sind nützlich, aber sehr amüsant. Wer eine Reise tut, kann was erzählen ...

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