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Montag, 22. August 2016 Drucken

Ludwigshafen

Große Freude auf den Unterrichtsbeginn

In der Flüchtlingssammelunterkunft in der Mundenheimer Wattstraße sind am Samstag gespendete Schulsachen an Kinder verteilt worden

Freut sich auf den Schulbeginn: ein Flüchtlingsjunge mit gespendetem Ranzen und neuer Kappe. ( Foto: KUNZ)

Das neue Schuljahr rückt näher. Auch viele Flüchtlingskinder werden bald wieder oder vielleicht auch zum ersten Mal eine Schule besuchen. Bei der Übergabe von rund 70 Schulranzen und Schultaschen im „Wattcafé“ in der Flüchtlingsunterkunft der Mundenheimer Wattstraße hat es am Samstag strahlende Gesichter und glänzende Kinderaugen gegeben.

 

Mehr als 20 Schulranzen für Grundschüler haben die Mundenheimer Ehrenamtlichen gespendet bekommen und mit Mäppchen, Turnbeuteln und allen anderen Utensilien gefüllt, die im Schulalltag benötigt werden. Sogar ein kleines, neues Kuscheltier fand darin noch Platz. „Es sind alles noch ordentliche Sachen“, betont Romy Leiss, eine von 15 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im „Wattcafé“. Für die größeren Kinder und Jugendlichen ab Klasse fünf und sechs haben die Schwestern des Mundenheimer St. Anna-Stifts zusammengelegt und 60 hell gemusterte, neue Schulrucksäcke gestiftet.

In Reihen aufgebaut, stehen Schulranzen und Taschen im Aufenthaltsraum des „Wattcafés“ in der Flüchtlingssammelunterkunft am Samstagmorgen für die Kinder bereit. Diese haben sich schon in größerer Zahl mit ihren Müttern vor der Tür versammelt und können vor Aufregung kaum still stehen. Dass auch die frisch gekrönte Mundenheimer Kerweprinzessin Vanessa II. im türkisfarbenen Prinzessinnenkleid zur Schulranzenübergabe gekommen ist, macht die Aufregung nicht kleiner. Einige der kleinen Mädchen bestaunen sie voller Bewunderung. Mit manchen posiert Vanessa für ein gewünschtes Erinnerungsfoto.

„In welche Klasse gehst du?“, fragt vor der Tür „Wattcafé“-Helferin Lore Barthel jedes der wartenden Kinder. Erst danach darf es hinein in den Ranzenraum, wo andere Helfer das passende Stück heraussuchen. Mit einem Ranzen auf dem Rücken, dazu eine neue Kappe auf dem Kopf, kommt der neunjährige Mohamad Mustafa freudig strahlend wieder nach draußen. In seiner Heimatstadt im syrischen Aleppo ging er in die zweite Klasse, wie er schon auf Deutsch sagt. Die 14-jährige Nazdane Mousavi stammt aus Feisabad in Afghanistan und freut sich, wenn sie wieder in die Schule darf. So geht es auch den zwölfjährigen Zwillingsschwestern Rhipsime und Gayane Sargsyan aus Armenien.

„Wir haben insgesamt 16 Schulanfänger mit Ranzen, zehn Rucksäcke gehen an Schüler der Berufsbildenden Schulen ab 15 Jahren, der Rest verteilt sich altersmäßig querbeet“, informiert Helfer Stefan Fuchs. Nicht alle Ranzen und Taschen werden heute abgeholt. „Wir haben noch genug Material für Nachzügler“, versichert der 32-jährige. Auch Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD) ist gekommen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. „Ich bin stolz auf unser Team von ehrenamtlichen Helfern hier in Mundenheim“, sagt sie.

|büg