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Mittwoch, 27. Februar 2019 Drucken

Sport

FCK: Neue Kredite sollen Lizenz auf Pump bringen

Von Oliver Sperk

Beistand von oben? Michael Klatt (rechts) mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann. (Foto: Kunz)

Es ist und bleibt ein Kraftakt: Eine Zwischenfinanzierung soll dem angeschlagenen 1. FC Kaiserslautern die Lizenz für die Dritte Liga sichern.

Bis Freitag, 15.30 Uhr, müssen Drittligisten, die auch in der kommenden Saison für diese Spielklasse zugelassen werden wollen, ihre Lizenzierungspapiere beim DFB eingereicht – sprich: elektronisch hochgeladen – haben. Eine Nachricht, ob und unter welchen Bedingungen die Lizenz erteilt wird, ist Mitte April zu erwarten.

Vielleicht passt es ganz gut, dass Ostern in diesem Jahr genau in diese Zeit fällt. Klatt, der kaufmännische FCK-Geschäftsführer, will dem Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann einen Gegenbesuch abstatten – Wiesemann ist häufiger auf dem „Betze“ und seit Dezember FCK-Mitglied.

Auf „Beistand von oben“ allein will Klatt sich dennoch nicht verlassen, er muss weltliche Zahlen liefern. Den Finanzplan, den die Lauterer jetzt einreichen, prüft der DFB und schreibt dem FCK im April wohl einiges ins Hausaufgabenheft. Die Aufgaben sind bis Ende Mai zu erledigen – es muss dann genug Geld in der Kasse sein.

 

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

 

Sonst heißt es aus wirtschaftlichen Gründen: Regionalliga statt Dritte Liga. Sportlich steht der FCK im Drittliga-Mittelmaß. Gleichwie: Mit der Regionalliga will sich Klatt jetzt nicht beschäftigen. „Wir werden es gemeinsam schaffen und können danach darauf stolz sein“, sagt der Finanzfachmann mit Blick auf die Herkulesaufgabe Drittliga-Lizenz. In dieser vor allem aufgrund der vergleichsweise niedrigen TV-Einnahmen für größere Klubs so wenig lukrativen Liga muss der FCK mit gut fünf Millionen Euro Verlust pro Saison rechnen. Die jetzige Runde ist finanziert, betont Klatt. Die folgende Saison und die Rückzahlung der 6,7 Millionen Euro schweren Fan-Anleihe am 1. August sind das Problem.

Etwa zwei Millionen Euro werden auf allen Ebenen des FCK noch eingespart. Im Juni werden laut Klatt noch 35 Leute in der Geschäftsstelle arbeiten, etwa 55 waren es bei seinem Amtsantritt 2016. Im ersten Halbjahr 2019 gehen „eine Handvoll Leute“ (Klatt), einige seien schon zu neuen Arbeitgebern gewechselt, andere würden das noch tun. So sei der Sparkurs „einigermaßen sozialverträglich“. Der Profietat von noch fünf Millionen Euro soll zwecks Konkurrenzfähigkeit möglichst hoch bleiben.

Crowdlending vorerst vom Tisch

Durch die internen Einsparungen – nach RHEINPFALZ-Informationen haben mehrere FCK-Führungskräfte auf einen erklecklichen Teil ihres Gehalts verzichtet – muss der FCK statt zwölf Millionen Euro „nur noch“ rund zehn Millionen Euro an Lücken stopfen. Exakte Zahlen bringt der Bescheid des DFB im April. Klatt will sich durch Fremdfinanzierung mit Zinssätzen, die keinesfalls zweistellig seien, wie kolportiert, „Zeit kaufen“. Gespräche mit institutionellen Anlegern, Pensionskassen, etwa Versicherungskonzernen, über Schuldschein-Darlehen laufen. Einen geringen Teil ihres Fondsvermögens können Pensionskassen in riskante, dafür gut verzinste Anlagen wie die beim FCK stecken. Bis Anfang April soll zudem eine zweite Fan-Anleihe über nun drei Jahre kommen. Das angedachte Crowdlending via Internet ist vorerst vom Tisch, zu riskant für den Otto-Normal-Fan.

Nach wie vor ist langfristig die Eigenkapital-Finanzierung über den Verkauf von FCK-Aktienpaketen das Ziel. „Da sind wir in guten Gesprächen“, sagt Klatt. Er erwartet eine Lizenz-Erteilung mit der Bedingung, dass der FCK bis Ende Mai entsprechende Gelder nachweist. „Mit Selbstvertrauen“ reiche man am Donnerstag die letzten Dokumente ein. Beistand von oben indes kann nie schaden.