Wirtschaft RHEINPFALZ Plus Artikel Mannheim: ABB-Vorstandschef Spiesshofer muss überraschend gehen

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Mitten im größten Umbau der Firmengeschichte wechselt der Elektrotechnikkonzern ABB, dessen deutsche Landesgesellschaft von Mannheim aus gesteuert wird, überraschend den Chef aus.

Ulrich Spiesshofer gibt seinen Posten mit sofortiger Wirkung ab und wird von Verwaltungsratspräsident Peter Voser beerbt, bis ein Nachfolger gefunden ist. ABB stellte den abrupten Abgang des deutsch-schweizerischen Doppelbürgers gestern als einvernehmlichen Entscheid dar. Doch Insidern zufolge scheiterte Spiesshofer letztlich am schwindenden Rückhalt bei den Großanlegern, denen wegen der über Jahre unbefriedigenden Aktienkursentwicklung der Geduldsfaden riss.

ABB-Aktie reagiert mit Erholung

„Wenn wir unsere Performance über die vergangenen Jahre mit den Wettbewerbern vergleichen, sind wir nicht, wo wir gerne wären,“ sagte Voser. Dies lässt sich auch an der Kursentwicklung ablesen. Während die ABB-Aktie seit Spiesshofers Amtsantritt 2013 an Boden verlor, legten die europäischen Industrietitel deutlich zu. Dabei ist der Schweizer Konzern, der in unserer Region annähernd 5500 Mitarbeiter beschäftigt, auch ein Beispiel dafür, welche Skepsis breit aufgestellten Industriekonglomeraten an der Börse entgegenschlägt. Auf den Führungswechsel reagierte die ABB-Aktie mit einer Erholung und gewann deutlich an Wert. Die häufigen Chefwechsel seit 20 Jahren hätten ABB gebremst, urteilten Analysten von JP Morgan. Die Darstellung, dass ABB bestens aufgestellt sei, um von Megatrends wie Automatisierung und Digitalisierung zu profitieren, halte einem Vergleich mit der Realität nicht stand. Spiesshofer sagte: „Ich werde nun eine Auszeit nehmen, bevor ich über das nächste Kapitel meines Berufslebens entscheide.“ Der 55-Jährige bezog 2018 ein Gehalt von umgerechnet rund 7,5 Millionen Euro.

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