Bahnverkehr RHEINPFALZ Plus Artikel Lokführergewerkschaft GDL droht für März mit Streiks

GDL-Chef Claus Weselsky will die EVG aus ihrer Rolle als größte Eisenbahnergewerkschaft verdrängen. Die GDL hat derzeit 34.0000
GDL-Chef Claus Weselsky will die EVG aus ihrer Rolle als größte Eisenbahnergewerkschaft verdrängen. Die GDL hat derzeit 34.0000 Mitglieder, die EVG rund 185.000.

Die Lokführergewerkschaft GDL will die größte Eisenbahnergewerkschaft Deutschlands werden und die bisherige Mehrheitsgewerkschaft EVG in dieser Rolle „in allen systemrelevanten Bereichen der Eisenbahn in Deutschland“ verdrängen. Für die Zeit ab März droht die GDL mit Streiks bei der Deutschen Bahn (DB).

Bisher hat die GDL eine Mehrheit nur bei den Lokführern, außerdem erhob sie bisher schon den Anspruch, auch die Zugbegleiter zu vertreten, von denen nur eine Minderheit bei der GDL organisiert ist. Vor allem dieser Streitpunkt führte in den Jahren 2014 und 2015 zum längsten Tarifkonflikt in der DB-Geschichte mit wiederholten Streiks, die der DB schwer geschadet haben. Vor allem die Güterverkehrssparte DB Cargo hat sich seitdem von dem in den Jahren 2014/15 angerichteten Schaden nie richtig erholt. Für 2021 könnte nun ein ähnliches Szenario drohen.

Schlichtung durch Platzeck gescheitert

Nach dem Tarifkonflikt 2015, der durch eine Schlichtung von Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident Thüringens, und Matthias Platzeck (SPD), Ex-Ministerpräsident von Brandenburg, beigelegt wurde, wurde vereinbart, dass es künftig eine Schlichtung geben sollte, wenn zwischen den Tarifparteien keine Einigung gelingt. Eine solche Schlichtung ist kürzlich gescheitert, weil die GDL den Schlichterspruch von Ex-Ministerpräsident Platzeck nicht akzeptiert hat. Die von den Verkehrsrückgängen aufgrund der Corona-Krise stark gebeutelte DB hat sich mit der größeren Eisenbahnergewerkschaft EVG auf den vorgezogenen Abschluss eines Corona-Krise-Tarifvertrags geeinigt und wollte eine solche Regelung auch mit der GDL treffen.

Stattdessen blies die GDL am Donnerstag zu einer Großoffensive gegen die EVG. GDL-Chef Claus Weselsky sagte: „Wir öffnen uns: Wir werden die vereinte Kraft der Eisenbahner in diesem Lande am Ende aller Tage in dieser Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer abbilden“. In den nächsten Monaten wolle man ausreichend Mitglieder gewinnen, um die EVG-Tarifverträge in allen systemrelevanten Bereichen der Eisenbahn in Deutschland verdrängen zu können. Hintergrund ist das Tarifeinheitsgesetz, demzufolge in einem Betrieb lediglich ein Tarifabschluss mit der mitgliederstärksten Gewerkschaft gilt. Nach jeweils eigenen Angaben vertritt die GDL bisher 34.000 Mitglieder, die EVG rund 185.000.

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