Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Firmen und Diktatoren: Erst kommt das Fressen …

Der „starke Mann“: Lukaschenko bei der Scheinwahl am 25. Februar.
Der »starke Mann«: Lukaschenko bei der Scheinwahl am 25. Februar.

So lange Unternehmen wegschauen , wenn es um Menschenrechte geht, werden Autokraten und Diktatoren am längeren Hebel sitzen.

Nicht erst seit Alexander Lukaschenko als Juniorpartner den Krieg Russlands gegen die Ukraine unterstützt, ist klar, dass in Belarus ein autokratisches Regime herrscht, in dem die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Nach den Protesten gegen Wahlfälschungen bei der Präsidentenwahl im Sommer 2020 wurden Tausende verhaftet, sitzen bis heute in Gefängnissen und Straflagern, mindestens fünf sind dort gestorben. Deshalb ist es nicht nachvollziehbar, wie Holz und Möbel aus Belarus eine Zertifizierung als ethisch unbedenklich und nachhaltig bekommen konnten. Noch weniger nachvollziehbar ist, dass FSC diese Fehlentscheidung bis heute nicht aufgearbeitet hat.

Unternehmen, auch aus Deutschland, haben mit dem Verkauf von Möbeln aus belarussischer Produktion den Unterdrückungsapparat von Lukaschenko finanziert. Auch wenn sie sich auf die Zertifizierung verlassen haben, sie hätten es besser wissen können. Da gehört nicht viel dazu. Aber vielleicht wollten sie es auch nicht wissen. Wie all diejenigen, die immer noch Geschäfte mit Russland machen und die Raketen finanzieren, die ukrainische Städte zerstören. Erst kommt halt das Fressen, und dann die Moral. Bertolt Brecht hatte leider recht.

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