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BASF: „Starker Start“ ins Jahr
Die BASF sieht Signale einer stärkeren Belebung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität, warnt aber zugleich, die konjunkturelle Lage bleibe wegen Corona äußerst fragil. Für das gesamte Jahr 2021 erwartet der Chemiekonzern nun einen Umsatz zwischen 68 Milliarden und 71 Milliarden Euro (2020: 59 Mrd Euro). Noch zu Jahresbeginn war die BASF hier von maximal 64 Milliarden Euro ausgegangen. Auch das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen sieht das Unternehmen bis Jahresende nun zwischen 5,0 Milliarden und 5,8 Milliarden Euro (2020: 3,6 Mrd Euro). Bislang waren hier 4,1 Milliarden bis 5,0 Milliarden Euro prognostiziert worden.
Am Donnerstag kamen auch die Aktionäre des Unternehmens zur Hauptversammlung zusammen, die erstmals von dem früheren BASF-Chef und jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden Kurt Bock geleitet wurde. Die Aktionärsversammlung fand coronabedingt zum zweiten Mal virtuell statt und wurde über das Internet übertragen.
Höhere Preise, mehr Absatz
Der Ludwigshafener Chemiekonzern, der am Donnerstag auch Geschäftszahlen für das erste Quartal 2021 vorlegte, meldete ein Umsatzplus von über 15 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres auf 19,4 Milliarden Euro. Das Geschäft im ersten Quartal 2020 war bereits von der Corona-Krise beeinträchtigt, aber nicht so stark wie das zweite. Maßgeblich für das Umsatzwachstum Anfang 2021 seien höhere Preise für BASF-Produkte und gestiegene Absatzmengen gewesen, teilte der Konzern mit.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen legte im ersten Quartal 2021 gegenüber der gleichen Vorjahreszeit um 42 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu. Zu dem verbesserten Ergebnis habe unter anderem auch die Erholung der Autoindustrie beigetragen, die eine der wichtigsten Kundenindustrien der BASF ist. Alle Absatzregionen weltweit hätten zum deutlichen Ergebnisanstieg beigetragen.
Den Rückenwind aus dem starken vierten Quartal 2020 habe die BASF in das erste Quartal 2021 mitnehmen können, sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller in seiner Rede an die Aktionäre. Die BASF sei „stark in das Jahr 2021 gestartet“.
Gewaltiger Strombedarf
Brudermüller ging in seiner Rede stark auf die CO2-Ziele der BASF ein. Das Unternehmen will bis 2050 klimaneutral sein und die CO2-Emissionen bereits bis 2030 um 60 Prozent gegenüber 1990 senken. Die BASF übernehme in der Chemie damit eine Vorreiterrolle, sagte der Konzernchef. Eine klimaneutrale Chemie werde es aber nur mit ausreichend Strom aus erneuerbaren Quellen geben zu Preisen von unter 5 Cent je Kilowattstunde. Er bezeichnete diesen Preis als „absolut erfolgskritisch“ für die Elektrifizierung der Chemieindustrie und den künftigen Strombedarf aus erneuerbaren Quellen als gewaltig. Brudermüller bezifferte das derzeitige Preisniveau für Industriestrom in Deutschland mit 13 bis 15 Cent pro Kilowattstunde. Europaweit sei ein massiver Ausbau von erneuerbaren Energien notwendig. Offshore-Windparks nähmen dabei eine Schlüsselrolle ein, um die erforderlichen Strommengen zu attraktiven Preisen liefern zu können.
Die Aktionäre beschlossen am Donnerstag eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 3,30 Euro pro Aktie.
Die BASF setzt den geplanten Stellenabbau an ihrem Standort Ludwigshafen derweil fort. Hier zählte der Chemiekonzern Ende März 2021 genau 39.060 Mitarbeiter. Das waren 187 weniger als ein Jahr zuvor. Dem Standort Ludwigshafen werden neben dem Stammwerk weitere Gruppengesellschaften in der Region zugerechnet wie etwa die BASF Lampertheim GmbH mit rund 850 Beschäftigten. Im Stammwerk ging der Personalstand um 327 auf 34.279 Mitarbeiter zurück.