Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF blickt auf bessere Geschäfte

Im dritten Quartal 2020 legte das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen der BASF (im Bild: Mitarbeiter im Tanklager auf der Frie
Im dritten Quartal 2020 legte das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen der BASF (im Bild: Mitarbeiter im Tanklager auf der Friesenheimer Insel) gegenüber dem Vorquartal kräftig zu.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern sieht sich bislang bestätigt in seinem positiven Ausblick auf die geschäftliche Entwicklung im Abschlussquartal dieses Geschäftsjahres. Der geplante Abbau von 6000 Arbeitsplätzen verzögert sich.

BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller sagte am Mittwoch in Ludwigshafen, die Geschäftsentwicklung im Oktober verlaufe „genau so, wie wir uns das vorgestellt haben“. Der Chemiekonzern hatte bereits Anfang Oktober vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2020 vorgelegt und die Erwartung geäußert, das sich das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) vor Sondereinflüssen im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal weiter verbessert. Dieser Wert hatte im dritten Quartal mit 581 Millionen Euro bereits um 355 Millionen Euro höher gelegen als im zweiten Quartal dieses Jahres. Der Umsatz im dritten Quartal lag mit 13,8 Milliarden Euro um 9 Prozent über dem Wert des Vorquartals. Allerdings lag das Ebit vor Sondereinflüssen damit immer noch um 45 Prozent unter dem Wert der gleichen Vorjahreszeit, der Umsatz blieb 5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Haupttreiber für den Umsatzrückgang seien Währungseffekte gewesen, erläuterte Brudermüller am Mittwoch zur Vorlage detaillierter Zahlen zum dritten Quartal. Im Wesentlichen sei das auf die Abwertungen des brasilianischen Real und des Dollar zurückzuführen. Als Hauptgrund für die deutliche Steigerung des Ebit vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorquartal nannte der BASF-Chef die gute Geschäftsentwicklung im September.

„Keine klare Sicht“

Die Absatzmengen der BASF-Gruppe lagen im dritten Quartal 2020 nur noch um 2 Prozent unter denen des Vorjahresquartals. Die Lücke beim durchschnittlichen täglichen Auftragseingang der BASF gegenüber den Vorjahresmonaten schließe sich allmählich wieder, erläuterte der BASF-Chef. Nach einem Rückgang von 27 Prozent in der Spitze im April liegt der Rückstand im Oktober noch bei minus 3 Prozent. Er wies aber darauf hin, dass rund 80 Prozent des BASF-weiten Auftragsbestandes in den nächsten zwei Monaten gebucht werde. Darüber hinaus „haben wir weiterhin keine klare Sicht“.

Im dritten Quartal 2020 belasteten Sondereinflüsse in Höhe von 3,2 Milliarden Euro das Ebit. Diese sind nach Angaben der BASF Wertberichtigungen von 2,8 Milliarden Euro in allen Segmenten infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und Rückstellungen in Höhe von 313 Millionen Euro für die Neuausrichtung und den Abbau von bis zu 2000 Arbeitsplätzen in der Einheit Global Business Services bis Ende 2022. Das Ebit rutschte dadurch mit minus 2,6 Milliarden Euro tief in die roten Zahlen. BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel sagte am Mittwoch, dieser Verlust werde im vierten Quartal nicht aufgeholt werden können.

Weniger Jobs im Stammwerk

Ende September zählte die BASF an ihrem Standort Ludwigshafen, zu dem das Stammwerk und weitere Gruppengesellschaften gehören, 39.372 Mitarbeiter. Das waren 716 weniger als ein Jahr zuvor. Im Stammwerk waren es 34.635 Beschäftigte, 707 weniger als zur gleichen Vorjahreszeit. Der bis zum Jahresende geplante Abbau von weltweit 6000 Stellen, davon 3000 Jobs in Deutschland – ganz überwiegend in Ludwigshafen, verzögert sich nach Angaben von BASF-Finanzchef Engel. Nach aktuellen Schätzungen könnten rund 600 Stellen davon erst 2021 abgebaut werden. BASF-Chef Brudermüller erläuterte, der Arbeitsplatzabbau erfolge auf freiwilliger Basis, es gebe keine betriebsbedingten Kündigungen. Angesichts des wegen der Pandemie schlechteren Ausblicks am Arbeitsmarkt würden Angebot für das freiwillige Ausscheiden derzeit nicht mehr so häufig angenommen wie noch 2019.

Wegen der höheren Infektionszahlen würde bei der BASF derzeit wieder mehr im Homeoffice gearbeitet. In Kurzarbeit sind laut Brudermüller 770 Beschäftigte in Deutschland, davon rund 50 im Ludwigshafener Stammwerk, im übrigen Europa sind es weitere rund 630. Die Gesamtzahl der bislang Corona-Infizierten unter den Mitarbeitern der BASF weltweit bezifferte Brudermüller mit 1740. 80 Prozent davon seien wieder gesund und zurück am Arbeitsplatz.

x