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Mittwoch, 27. September 2017 Drucken

Wirtschaft

Blickpunkt: Die Firmen-Hitliste 2016: Rheinland-pfälzische Industrie behauptet sich gut

33 der 50 größten Produktionsunternehmen des Landes verzeichnen steigende Umsatzzahlen – Altleininger Drahtzug Stein zurück in den Top 50

Von Eckhard Buddruss

Die Ludwigshafener BASF ist das mit weitem Abstand umsatzstärkste Unternehmen in Rheinland-Pfalz. Allerdings ging der Konzernumsatz im vergangenen Jahr deutlich zurück – vor allem, weil der Konzern sich von einem Teil seines Gasgeschäfts getrennt hatte und die dafür im Tausch erhaltenen Gasförder-Beteiligungen erst in einigen Jahren umsatzwirksam werden dürften.

Die Ludwigshafener BASF ist das mit weitem Abstand umsatzstärkste Unternehmen in Rheinland-Pfalz. Allerdings ging der Konzernumsatz im vergangenen Jahr deutlich zurück – vor allem, weil der Konzern sich von einem Teil seines Gasgeschäfts getrennt hatte und die dafür im Tausch erhaltenen Gasförder-Beteiligungen erst in einigen Jahren umsatzwirksam werden dürften. ( Foto: KUNZ)

«Ludwigshafen.» Die rheinland-pfälzische Industrie steht weiterhin gut da. Von den 50 größten Produktionsunternehmen des Landes verzeichneten im vergangenen Jahr 33 steigende Umsatzzahlen. Das waren genauso viele wie 2015, etwas weniger als 2014 mit 36, aber deutlich mehr als in den Jahren 2013 und 2012 mit 27 beziehungsweise 28.

Kriterium für die Aufnahme in die jährliche RHEINPFALZ-Liste der 50 Top-Produktionsunternehmen ist, dass es sich um ein produzierendes Unternehmen mit Sitz in Rheinland-Pfalz handelt. Deshalb fehlt in der Liste beispielsweise der – nach der BASF – zweitgrößte Arbeitgeber der Pfalz, das Daimler-Werk im südpfälzischen Wörth, weil es sich dabei nicht um ein eigenständiges Unternehmen handelt.

In der Liste sind nur Daten verzeichnet, die von den Unternehmen selbst stammen. Ist ein Unternehmen nicht bereit, eine Jahresumsatzzahl zu nennen, taucht es in der Liste nicht auf. Deshalb fehlt in der diesjährigen Liste der Idar-Obersteiner Haushaltsgerätehersteller Fissler GmbH (im Vorjahr auf Platz 42). Das Unternehmen war bereits in der Vergangenheit durch die nicht gerade kontinuierliche, sondern von Jahr zu Jahr wechselnde Bereitschaft aufgefallen, Umsatzzahlen zu nennen.

Nicht mehr in der Liste verzeichnet ist auch die Nestlé Waters Deutschland AG (im vergangenen Jahr auf Platz 44), weil die Mineralwassersparte des Schweizer Lebensmittelkonzerns zum Jahreswechsel 2015/2016 ihren Firmensitz von Mainz nach Frankfurt verlegt hat und damit kein rheinland-pfälzisches Unternehmen im Sinne der Liste mehr ist.

Auf die beiden dadurch in der Liste frei gewordenen Plätze sind zwei Pfälzer Unternehmen gerückt, die zuletzt in der Liste vor zwei beziehungsweise drei Jahren verzeichnet waren. Die Eisenberger Gießerei Gienanth, eines der traditionsreichsten Unternehmen der Pfalz, lag vor zwei Jahren in der Liste mit einem Jahresumsatz von 155 Millionen Euro noch auf Platz 47. Im vergangenen Jahr reichte ein auf 135 Millionen Euro gesunkener Umsatz dann nicht mehr für eine Platzierung in den Top 50. Trotz eines 2016 weiter gesunkenen Umsatzes genügten in diesem Jahr 127 Millionen Euro für Platz 50.

Auf Platz 49 liegt die Altleininger Drahtwarenfabrik Drahtzug Stein, die zuletzt vor drei Jahren noch mit einem Umsatz von 123 Millionen Euro auf Platz 50 lag. Nachdem das wegen einer kreditfinanzierten Expansion zeitweise hoch verschuldete Unternehmen auf Druck der Banken seine Schweißtechniksparte Wire & Welding mit Wirkung zum 1. März 2013 an den US-Konzern Illinois Tool Works verkauft hatte, sank der Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 auf rund 110 Millionen Euro. Nach der Übernahme des französischen Automobilzulieferers Cusset mit Wirkung zum 24. November 2014 stieg der Drahtzug-Umsatz im folgenden Geschäftsjahr wieder auf rund 129 Millionen Euro. Dieser Wert war allerdings nicht hoch genug für eine Platzierung in den Top 50. Eine erneute deutliche Umsatzsteigerung auf rund 142 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2015/16 (30. Juni) reichte in der diesjährigen Liste aber für Platz 49.

Einen auffälligen Absturz, der sich durch einen Sonderfaktor erklärt, gab es in diesem Jahr bei der JT International Germany GmbH. Die in Trier ansässige Deutschland-Gesellschaft des Tabakkonzerns Japan Tobacco lag in der Liste des vergangenen Jahres mit einem Umsatz von 1,385 Milliarden Euro auf Platz 9. In diesem Jahr nannte das Unternehmen, anders als bisher, eine Umsatzzahl ohne Tabaksteuer, mit der JT International Germany im diesjährigen Ranking auf Platz 19 landet. Die um die Tabaksteuer bereinigte Umsatzzahl liegt allerdings höher als der entsprechende Vergleichswert des Vorjahres. Deshalb gehört das Unternehmen trotz niedrigerer Platzierung zu den Firmen mit steigender Umsatzzahl.

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