Sport-Plauderei
Teamgefährten über Jahrzehnte, vom Fußball bis zum Golf
Wie war das damals, als ihr euch kennengelernt habt?
Brehm: Das war in der A-Jugend beim FCK, dann haben wir bei den FCK-Amateuren zusammengespielt, waren im Endspiel um die deutsche Amateurmeisterschaft, haben aber gegen Bad Homburg verloren. Dann sind wir zusammen zu Hassia Bingen, haben das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Zweite Liga am Mainzer Bruchweg gegen Wormatia Worms verloren.
Euer Trainer bei Hassia war Fritz Fuchs.
Kaminke: Wir sind mit Fritz Fuchs ab Kaiserslautern viermal die Woche nach Bingen zum Training gefahren. Heute würde der Fritz, so wie der damals gerast ist, keinen Führerschein mehr haben. Schöne Zeiten ...
Brehm: Wenn wir verloren haben, herrschte eisige Stimmung im Auto. 20 Grad minus oder so. Und wenn ich Jörn auf dem Platz nicht angespielt habe, war auf der Rückfahrt Eiszeit.
1978 seid ihr Zwei zum FKP.
Brehm: Ja wir sind im Paket zum FKP. Trainer Robert Jung wollte uns unbedingt. Ich bin mit Jörn zusammen zu FKP-Präsident Heinz Reich gefahren, wir haben unterwegs festgelegt was wir verlangen. Jörn als Stürmer schon ein bisschen mehr als ich als Abwehrspieler. Reich war das zu viel. Aber Robert wollte uns unbedingt.
Ihr habt dann eine super Saison mit dem FKP gespielt, den Zweitliga-Aufstieg als Vizemeister hinter Röchling Völklingen knapp verpasst, Jörn schoss 24 Tore, Dieter Weinkauff, ein ganz besonderer Typ, traf im Herbst seiner Karriere 36-mal.
Kaminke: Dass wir nicht aufgestiegen sind war Pech, beim entscheidenden Spiel in Völklingen kamen sehr unglückliche Schiedsrichterentscheidungen dazu. Ja, Steps war ein besonderer Fußballer, der sagenhafte Freistöße schoss. Wir hatten Spaß, ich habe manchmal Tränen gelacht. In der Vorbereitung, als uns Robert Jung mit Bleiwesten zum Waldlauf schickte, hat Steps seine nach paar Metern schon in den Wald geworfen.
Nach der Traumsaison ging’s für dich, Jörn, zurück zum FCK – Bundesliga. 17 Einsätze mit drei Toren folgten. Der Durchbruch gelang nicht. Wie fühlt sich die Zeit unter Kalli Feldkamp mit Teamkollegen wie Briegel, Bongartz oder Toppmöller heute an?
Kaminke: Es war eine wunderbare Sache. Im ersten Jahr lief es ganz gut, im zweiten Jahr konnte ich nach einer Verletzung in der Vorbereitung nicht mehr Fuß fassen. So wie Kalli Feldkamp jungen Leute rasch eine Chance gegeben hat, hat er sie, wenn es nicht lief, auch wieder schnell abgesägt. Ich war dann ein halbes Jahr weg, in der Weihnachtszeit wurde dann von Atze Friedrich entschieden, dass ich keinen Vertrag mehr bekomme. Aber trotzdem: Ich möchte die Zeit nicht missen. Es war eine wunderbare Zeit. Wir hatten wunderbare Jahre im Fußball, konnten uns als junge Spieler zeigen und hatten Spaß am Spiel.
Brehm: Ja, es waren schöne Zeiten. Ich bin 1981 und 1982 mit der Südwestauswahl zweimal Länderpokalsieger geworden mit Mitspielern wie Dieter Herrmann, Robert Nebel, Ernie Karsch, Heinz Wilhelmi oder Helmut Behr und Jürgen Wilhelm.
Jörn, nach dem Abstieg mit Bürstadt aus der Zweiten Liga ging’s für dich noch nach Edenkoben.
Wir wurden Meister, sind in der Aufstiegsrunde an Unterhaching gescheitert. Ich bin überzeugt, wir wären aufgestiegen, wenn Trainer Günter Neues nicht Hals über Kopf zu Kickers Offenbach gewechselt wäre.
Jörn, du warst Fußballer und Hausmann.
Kaminke: Ja, das hat bei uns gut funktioniert. Ich habe den Haushalt geführt und meine Tochter, heute 38, und meinen Sohn, der ist jetzt 30, großgezogen. Meine Frau, die vor zwei Jahren leider gestorben ist, hat die Boutique „Françoise“ aufgebaut. Jetzt führt meine Tochter das Geschäft. Ja, damals war das ungewöhnlich mit dem Hausmann, da wurde man schon mal schief angesehen.
Werner, du hast als A-Jugend-Coach des FCK ja auch Fritz Walter kennenlernen dürfen.
Als wir in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft waren, ist Fritz Walter ins Hotel gekommen und hat und alles Gute gewünscht. Er war sehr besonders!
Kaminke: Fritz Walter war Trauzeuge meines älteren Bruders Wolfram.