Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Starke Favorit beim Deutschen Derby

Heißer Tipp für die Siegwette: Wonderful Moon unter Andrasch Starke.
Heißer Tipp für die Siegwette: Wonderful Moon unter Andrasch Starke.

Wenn am Sonntag gegen 16.30 Uhr auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn der Startschuss zum 151. Deutschen Derby fällt, ist Wonderful Moon mit Andrasch Starke im Sattel erster Anwärter auf den Sieg. Für Deutschlands erfolgreichsten Jockey wäre es der achte Triumph beim Derby.

Selten gab es einen so heißen Favoriten wie in diesem Jahr in dem dreijährigen Hengst Wonderful Moon. Der Sea-The-Moon-Sohn wird bei den Wettanbietern zu einem Kurs um die 35:10 angeboten. Wonderful Moon kommt aus dem Kölner Quartier von Henk Grewe, im Sattel sitzt Stalljockey Andrasch Starke. Der wiegelt ab: „Wonderful Moon ist ein fantastisches Pferd und hat alle Attitüden eines Derbysiegers. Doch in diesem Rennen gewinnt nicht immer das beste Pferd, die Konkurrenz ist stark.“ Als Hauptgegner sieht er Di Caprio, Grocer Jack und Kellahen

. Es wäre Starkes achter Derbysieg nach den Erfolgen mit Robertico, Samum, Next Desert, Schiaparelli, Kamsin, Lucky Speed und Nutan. Damit würde er mit dem legendären Gerhard Streit gleichziehen. Starke gilt als absoluter Superstar der hiesigen Jockeyszene, er ist der erfolgreichste deutsche Rennreiter aller Zeiten. Zwischen 1998 und 2015 holte er achtmal das Jockeychampionat. In knapp drei Jahrzehnten hat er über 2500 Vollblüter zum Sieg gesteuert und für die Besitzer eine Gewinnsumme von knapp 48 Millionen Euro eingaloppiert.

Weltruhm erlangt

Geboren wurde Starke am 4. Januar 1974 im norddeutschen Stade, von 1989 bis 1993 absolvierte er seine Lehre am Stall von Bruno Schütz in Köln. Seinen ersten Sieger ritt er mit Si Seigneur in Grossenkneten 1989, der erste Gruppeerfolg folgte 1992 in Berlin-Hoppegarten auf Irish Stew. 2000 und 2005 errang er in Hongkong die internationale Jockeymeisterschaft, eine Sperre im Jahr 2002 wegen Kokainkonsums bremste die erfolgreiche Karriere nur kurz. Zu Weltruhm gelang Starke spätestens im Jahr 2011, als er mit der Wunderstute Danedream den Prix de l’Arc de Triomphe in Paris gewann. Ein Jahr später siegte er mit Danedream in den King George VI and Queen Elisabeth Stakes auf allerhöchster Ebene in Ascot.

„Ich hatte das Glück, ein Jahrhundertpferd reiten zu dürfen. Es war eine riesige Auszeichnung für die Zucht in der kleinen Rennsportnation Deutschland“, blendet Starke zurück. Im vergangenen Herbst wechselte er nach zwölf Jahren überraschend von Peter Schiergens Asterblüte-Stall direkt nebenan in das Quartier von Trainer Henk Grewe in Köln, zuvor war er 13 Jahre bei Bruno und Andreas Schütz. Im schnelllebigen Rennsport gilt das als halbe Ewigkeit.

Ständige Disziplin

Starkes Beruf ist auch ein ständiger Kampf gegen die Waage. Mit Renndress und Sattel kann er 54 Kilo reiten. Dies erfordert ständige Disziplin. Permanentes Hungern, Schwitzen in der Sauna und Joggen gehören zum Tagesprogramm. „Natürlich muss man viel zurückstecken. Doch wenn es mich zu sehr belasten würde, würde ich das nicht mehr auf mich nehmen“, sagt Starke, der in den Wintermonaten seit vielen Jahren in Japan in den Sattel steigt.

Der Jockeynachwuchs ist rar gesät, kaum noch Jugendliche wollen diese Belastungen auf sich nehmen. Die meisten Berufsrennreiter kommen mittlerweile aus dem Ausland. Starke ist 46 Jahre alt, in diesem Alter haben die meisten Berufssportler ihren Job an den Nagel gehängt. Doch der deutsche Rennsport ist froh um jedes Jahr, das sein Aushängeschild noch dranhängt. Auf die Frage, wie lange er noch reiten will, meint er: „Ich kann das keine zehn Jahre mehr machen. Doch aktuell habe ich gute Pferde und gewinne Rennen, da macht es Spaß. Hinterherreiten will ich nicht.“

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