Handball
Rhein-Neckar Löwen in formidabler Final-Four-Form
Und so sah man am Sonntag in der SAP-Arena fast nur glückliche Gesichter. Die Löwen-Fans feierten ihre Lieblinge. Juri Knorr wurde zum Spieler des Spiels gekürt. Der Regisseur warf zwölf Tore, davon vier Siebenmeter. Er sagte: „Es war auf jeden Fall eine gute Saison. Die letzten Wochen haben viel Spaß gemacht.“ Ähnlich agil: Patrick Groetzki, der Rechtsaußen, verbuchte sieben Treffer.
Markante Bilder
Die letzten Wochen haben viel Spaß gemacht – und mit dem Triumph beim Final Four hatten die Löwen ja einen speziellen Höhepunkt in dieser Spielzeit. Die markanten Bilder von Köln, die letzte Parade Joel Birlehms, der finale Siebenmeter von Albin Lagergren, wurden noch einmal auf der Videoleinwand gezeigt. Die Negativserie mit neun Niederlagen in Serie dauerte einen Tick zu lang, der Sieg am Sonntag war nun wieder der dritte in Folge für den Tabellenfünften.
Von Beginn an drückten die Gastgeber unheimlich aufs Tempo und überrannten den HC Erlangen. Die Gäste waren beeindruckt, sie sahen kein Land und resignierten früh. In Mikael Appelgren hatten die Löwen einen überragenden Torhüter in ihren Reihen. Die Abwehr stand klasse. „Das war sehr geil. Es war eine sehr erfolgreiche Saison, so würde ich es nennen“, erläuterte der Keeper.
Zeit für Gefühle
Und dann hieß es: Zeit für Gefühle. Der künftige Gummersbacher Kristjan Horzen, Benjamin Helander, Albin Lagergren und Lukas Nilsson (in dieser Reihenfolge) wurden verabschiedet. „Ein Ball wird immer in Erinnerung bleiben, und das war dein Siebenmeter im Spiel gegen Magdeburg“, sagte Geschäftsführerin Jennifer Kettemann zu Lagergren, der nach drei Jahren zurück zum SC Magdeburg wechselt. „Ich bedanke mich für die Chance, hier spielen zu dürfen“, betonte der finnische Linksaußen Helander. Er geht zurück zum schwedischen Erstligisten Alingsas HK. „Dieser Abschluss, mit dem Pokal, das werde ich nie vergessen“, sagte Nilsson. Nach drei Jahren schließt er sich dem dänischen Klub Aalborg Handbold an. In den vergangenen Wochen zeigte der schwedische Rückraumspieler das, was sich der Klub von ihm versprochen hatte. Spät, aber nicht zu spät.
Zehn Jahre ist Kevin Gerwin dabei
Wie so oft bei Verabschiedungen der Löwen wurde es richtig emotional, auch bei Kevin Gerwin. Der Sprecher bei den Heimspielen war gerührt, als ihn Jennifer Kettemann für seine zehnjährige Amtszeit auszeichnete. „Du hast die Stimmung hier auf ein anderes Level gehoben“, lobte ihn Kettemann. Grußworte gab es unter anderem von Meistertrainer Nikolaj Jacobsen und den Legenden Hendrik Pekeler, Gedeón Guardiola, Alexander Petersson, Gudjon Valur Sigurdsson und Andy Schmid.