Sport Problemberg Betzenberg

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KAISERSLAUTERN/DUISBURG (zkk). Abschied vom Betzenberg, Rückkehr an die Wedau: Ilia Gruev (46) hat nach der Vertragsauflösung beim 1. FC Kaiserslautern die Arbeit als Cheftrainer beim Zweitliga-Schlusslicht MSV Duisburg aufgenommen.

„Es freut mich für Ilia, der ja schon einigen guten Trainern über die Schulter schauen konnte und jetzt seine Chance sucht“, sagt FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz. Er schätzt den Bulgaren, der schon beim Kurz-Gastspiel Krassimir Balakovs 2012 als Co-Trainer beim FCK tätig war und nun zwei Jahre als Assistent von Kosta Runjaic für den FCK arbeitete. Nach dem Rücktritt Runjaics wurde Gruev im Scouting der Lauterer eingesetzt. Beim FCK plagt sich der neue Trainer Konrad Fünfstück mit einem Problemberg. Da sind drei Punktspielniederlagen in Folge ohne eigenes Tor. Die Talfahrt spiegelt sich in der Tabelle wider: Den FCK trennen nur noch drei Zähler vom Relegationsplatz. Die Alarmglocken schrillen! Vor der Dienstreise zum Zweitliga-Primus Rasen-Ballsport Leipzig sind die personellen Nöte groß. Gestern gab’s die nächste Hiobsbotschaft: Marcel Gaus fällt wegen einer Sprunggelenksverletzung aus. Im nächsten Heimspiel am 22. November gegen den FSV Frankfurt soll er wieder fit sein. Pausieren muss auch Marcus Piossek wegen einer Blessur am Hüftbeuger. Sehr fraglich ist das Mitwirken von Markus Karl, der beim 0:2 verlorenen Heimspiel gegen Arminia Bielefeld eine Halswirbelstauchung erlitten hat. Weiter im Lazarett sind André Fomitschow, Sebastian Jacob, Alexander Rind und Jean Zimmer. Für den gesperrten Tim Heubach verteidigt Sascha Mockenhaupt. „Manni ist mit erheblichem Trainingsrückstand wieder dabei“, sagt der Trainer, sieht den talentierten Offensivmann Oser Kwadwo derzeit aber auch allenfalls als Joker. Im Trainingsbetrieb der Profis steht nun auch der schnelle Außenbahnspieler Tino Schmidt (22), der zu Saisonbeginn vom FC Carl Zeiss Jena zur U23 der Lauterer kam. Einer hat den Trainer gestern verblüfft: Robert Pich. „Er hat überragend trainiert. Wer gesehen hat, wie unterirdisch er am Freitag spielte, der muss denken, er hätte da seinen Bruder geschickt. Selbst die anderen Spieler haben gefragt: Was ist denn mit dem über Nacht passiert“, erzählte Fünfstück gestern Abend nach der zweiten Trainingseinheit. Sorgen wie Fünfstück kennt RB-Coach Ralf Rangnick nicht. Die Roten Bullen „wollen gegen Lautern den fünften Sieg in Folge“, sagt der 57-Jährige, der die Leipziger in dieser Saison in die Bundesliga führen will und fortan wieder als Sportdirektor arbeiten möchte. Am Sonntag sieht Rangnick „drei Möglichkeiten“, den gesperrten Ex-Lauterer Willi Orban zu ersetzen: Tim Sebastian, Atinc Nukan, der für fünf Millionen Euro Ablöse von Besiktas Istanbul kam, und Dmitri Skopintcev. Mit Emil Forsberg rechnet Rangnick wieder, der im Sturm mit Davie Selke und Yusuf Poulsen zwei überragende Alternativen weiß. Der FCK ist in Leipzig krasser Außenseiter. Das ist auch der MSV bei Gruevs Einstand am Samstag (13 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten SC Freiburg. „Ich habe das MSV-Trikot immer mit Stolz getragen“, sagt der bei den Fans der „Zebras“ sehr beliebte Ex-Profi. Er weiß, wie schwer seine Mission ist: sechs Punkte hat der MSV auf der Habenseite und sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

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