Handball
Löwen gehen mit Schwung in die Länderspielpause
Und es hat „Klick“ gemacht. Seit dem Pokalsieg beim DHfK Leipzig läuft es bei den Rhein-Neckar Löwen. Das war nun schon das vierte Spiel ohne Niederlage. Vor der Länderspielpause tat der erneute Erfolg natürlich besonders gut. Weiter geht es am 10. November mit dem Heimspiel gegen den Pokalsieger TBV Lemgo Lippe. „Wir wirken stabiler, als Mannschaft besser“, folgerte Trainer Klaus Gärtner.
Ungefährdeter Erfolg
Der Sieg gegen Balingen-Weilstetten war ungefährdet, weil die Löwen von Beginn an konzentriert aufspielten, aufs Tempo drückten und vor allem eine erstklassige Abwehrleistung boten. Die Defensive war extrem beweglich, stellte die Gäste-Angreifer vor viele Probleme. auch der frühere Löwen-Scharfschütze Vladan Lipovina konnte sich selten in Szene setzen. Torhüter Andreas Palicka erwischte abermals einen Sahnetag, der Schwede kam auf zehn Paraden und ermöglichte seinen Kameraden viele Konter. Das Gegenstoßspiel florierte. Andy Schmid war auf seiner Abschiedstour der gewohnt starke Denker und Lenker im Löwen-Spiel, Juri Knorr überzeugte. Von beiden profitierte Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Mit dem neu gewonnenen Selbstvertrauen trauten sich die Löwen einiges, sie überzeugten auch in spielerischer Hinsicht. Das sah gut aus.
Richtig ins Rollen kamen die beiden Außenspieler. Benjamin Helander agierte wesentlich konzentrierter als in Wetzlar, er wird Kapitän Uwe Gensheimer noch einige Wochen wegen dessen Achillessehnenverletzung vertreten.
Diocou der Mann des Abends
Mamadou Diocou erzielte als Vertreter von Patrick Groetzki sieben Tore, war der auffälligste Akteur. Der junge Spanier, eine Leihgabe des FC Barcelona, machte sein bislang bestes Spiel im Trikot der Löwen – und wurde zum Spieler der Partie gekürt. „Ich fühle mich sehr gut. Tore zu schießen ist mein Job. Wir wachsen als Mannschaft immer mehr zusammen. Dass wir am Anfang der Saison Probleme hatten, ist verständlich, denn wir haben viele verschiedene Spieler“, erklärte der 21-Jährige, der sich im Badischen sehr wohl fühlt. „Die Leute sind alle sehr freundlich“, betonte er.
Kirkelökke spielt wieder für Dänemark
Lediglich Philipp Ahouansou erlebte einen unglücklichen Abend: Kurz nach seiner Einwechslung sah der Rückraumspieler wegen einer harten Abwehraktion die Rote Karte. Trainer Klaus Gärtner wechselte 15 Minuten vor Schluss durch, brachte auch Torhütertalent David Späth, der gleich mal einen Siebenmeter von Vladan Lipovina hielt. „Diesmal haben wir durchgezogen. Der Sieg vor den Länderspielen war wichtig“, sagte Niclas Kirkelökke, der nach einer Pause wieder für die dänische Nationalmannschaft berufen wurde.
Übrigens: David Schmidt, der Ex-Halbrechte der Löwen und der Eulen Ludwigshafen, wechselt zur kommenden Saison vom Bergischen HC zu Frisch Auf Göppingen.
Rhein-Neckar Löwen: Palicka (1), Späth - Kirkelökke (4), Schmid (7/2), Nilsson - Diocou (7), Helander (5) - Kohlbacher (5) - Abutovic, Gislason, Knorr (4), Horzen, Zacharias (1), Ahouansou
HBW Balingen-Weilstetten: Ruminsky, Sejr (1) - Lipovina (4/2), Zintel (2), Schoch (2) - Strosack (1), Nothdurft (4) - Wiederstein (1) - Ingason, Beciri (3), Saueressig (1), Scott (1), Thomann (2), Stevanovic (1)
Spielfilm: 3:0 (7.), 7:2 (13.), 10:6 (19.), 13:7 (22.), 16:9 (27.), 18:12 (Halbzeit), 24:14 (39.), 27:18 (44.), 29:19 (48.), 32:21 (54.), 33:22 (58.) - Siebenmeter: 3/2 - 3/2 - Zeitstrafen: 2/3 - Rote Karte: Ahouansou (45.) - Beste Spieler: Diocou, Palicka, Schmid, Helander - Zintel, Nothdurft - Zuschauer: 3957 - Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig/Bochum)