Handball
Löwe Andreas Palicka: „Die Enttäuschung ist mehr als riesengroß“
Als die Füchse Berlin und der SC Magdeburg am Sonntagabend den Titel in der European League ausspielten, waren die Spieler der Rhein-Neckar Löwen schon wieder in ihrem Hotel. Nicht aus Frust, so waren eben die Corona-Regeln, die Spieler durften nicht in der Halle bleiben. „Wenn man ein Final Four ausrichtet, will man im Finale sein. Das ist uns nicht gelungen, für uns war dennoch wichtig, noch einen Sieg einzufahren“, betonte Patrick Groetzki.
Gärtner: Eine schwierige Situation
Durch das 32:27 (15:12) gegen Wisla Plock holte das Team den dritten Platz beim Turnier daheim in der SAP-Arena, Trainer Klaus Gärtner meinte nach vier Niederlagen in Folge: „Das war eine schwierige Situation für die ganze Mannschaft nach der Niederlage gegen die Füchse. Die Mannschaft hat es gegen Wisla überragend gemacht. Ich hoffe, dass wir wieder unser Selbstvertrauen finden. Das war ein Schritt in die richtige Richtung.“
Mit einer indiskutablen Leistung zu Beginn des Halbfinales gegen die Füchse Berlin brachten sich die Löwen um die Finalchance. „Die Enttäuschung ist mehr als riesengroß. Mein Herz ist tot. Wir kriegen es nicht hin, auf ein Level zu kommen, das wir von uns selbst erwarten“, sagte Torhüter Andreas Palicka. „Wir kämpfen, sind aber schlechter als Berlin. Sie haben es besser gemacht als wir“, meinte er. Andy Schmid bilanzierte: „Die Enttäuschung sitzt trotz Platz drei noch tief. Wir haben gehofft, dass wir ins Finale einziehen. Es ging nach vier Niederlagen gegen Plock darum, Charakter zu zeigen. Und es ging auch darum, den Leuten im Verein Respekt zu zeigen, die dieses Event hier möglich machten. Das haben wir getan.“
3:11 und 4:12 lagen die Löwen gegen die Füchse mit dem überragenden elfmaligen Torschützen Lasse Andersson rasch zurück, damit war die Partie im Grunde schon nach einer Viertelstunde verloren, wenn sich die Mannschaft auch zurückkämpfte. „Wir machen am Ende zu viele Fehler, um das Spiel noch drehen zu können“, resümierte Trainer Klaus Gärtner. Die Abwehr stand nicht, das belegen die 35 Gegentore. „Einen großen Teil der Niederlage übernehme ich“, sagte Andy Schmid, der am Anfang zu viel wollte, früh auf die Bank musste und nicht mehr eingesetzt wurde.
Nach der Länderspielpause geht nichts
Schon ärgerlich: Die Löwen verabschiedeten sich mit einer Erfolgsserie in die Länderspielpause, danach ging nicht mehr viel, es gab in der Bundesliga Niederlagen gegen die Füchse Berlin, TVB Stuttgart und HC Erlangen. Die Verletztenmisere setzte der Mannschaft zu. Am Wochenende waren fast alle wieder dabei, aber die Spieler sind noch ohne Rhythmus. Immerhin: Romain Lagarde und Lukas Nilsson spielten gegen die Füchse phasenweise ganz gut, Jannik Kohlbacher fand im überragenden Dejan Milosavljev seinen Meister. Bester Akteur der Löwen war am Wochenende Linksaußen Jerry Tollbring, der den Klub im Sommer verlässt.
Löwen-Rückkehrer Kim Ekdahl du Rietz konnte seinen Kameraden am Samstag nicht helfen, machte aber am Sonntag ein klasse Spiel, tankte sich zweimal durch die Abwehr wie einst. „Sonntag war ein sehr schöner Tag. Es war eine sehr schöne Geschichte, es war ein sehr schönes Wochenende. Für mich war das eine persönliche Herausforderung zu sehen, ob ich es nach 14 Monaten Pause noch kann. Ich bin dankbar für die Möglichkeit zu spielen“, sagte der 31-jährige Schwede, der in Hongkong studiert und bis September erst einmal Semesterferien hat, mit den Löwen zwei Meisterschaften erkämpfte sowie den Europapokalsieg 2013. Nächste Woche geht es für ihn nach Paris und dann Bordeau, dann folgt der Trip in die Heimat Schweden.
Die Löwen reisen auch, am Donnerstag steht das Spiel bei der SG Flensburg-Handewitt an. Noch sieben Spiele sind es bis Saisonende. Platz drei bleibt das Ziel, das letzte noch für diese Spielzeit